the rasmus
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~ Dead Letter ~

Autor: Franzi
Personen: Lina, Lauri, Ben, Sophie, der Rest von Rasms
Widmung: Sophie
Beendet: noch lange nich ;-)


Wieder mal hatte Lina (Angelina) ihren Arbeitstag überstanden und fuhr nach Hause. Sie arbeitete in einem Grafikbüro und gestallte z.B. Booklets etc. So etwas war schon immer ihr großer Traum. Zu Hause angekommen, wo sie mit ihrem Bruder Tim wohnte, der aber nicht da war, machte sie sich erstmal was zu essen, denn sie hatte großen Hunger. Sie machte sich ein paar Nudeln warm und aß sie, während sie etwas fernsah.


Lina war eine hübsche Frau. Sie hatte kristall-blaue Augen und langes dunkelbraunes Haar. Sie war relativ schlank und nicht gerade die Größte, doch mit ihren 1, 63 m noch gut dran. Wie schon gesagt arbeitet sie in einem Grafikbüro, nachdem sie Design und Kunst studierte. Sie war mit ihrem bisherigen Leben eigentlich zufrieden, bis darauf, dass sie noch nie richtig verliebt war. Doch ihr war es eigentlich ganz Recht, denn so konnte sie sich voll und ganz auf ihre Arbeit konzentrieren.


„Hi Kleene!“, kam ihr Bruder ins Zimmer gestürmt. „Hi Tim! Na, wo warste denn?“ „War bei Sarah. Ich wollte eigentlich nur meine Sachen holen, ich würde heute Nacht gern bei ihr übernachten, ist das okay für dich?“ „Klar! Macht euch n schönen Abend und richte ihr schöne Grüße aus!“ „Mach ich, bis denne!“ Wenige Minuten später war er auch schon wieder verschwunden. Sie zappte etwas im Fernseher rum und blieb bei MTV stehen, um mal wieder was von der Musikwelt zu erfahren. Da klingelte das Telefon.

„Hallo?“

„Hey Lina! Ich bins Sophie! Wollte fragen, ob ich zu dir rüber kommen kann?“

„Klar! Ich bin da!“

„Wollen wirs uns bei dir gemütlich machen oder weg gehen?“

„Ist mir egal, ich würde eigentlich lieber zu Hause bleiben, bin doch etwas müde. Aber wenn du willst, dann können wir auch weg gehen!?“

„Ist okay! Können wir ja auch noch morgen machen! Morgen ist ja Samstag.“

„Okay, dann komm rüber!“

„Bin schon unterwegs.“


Sie legte auf, schaffte ihren Teller weg und holte sich ein Glas und eine Flasche Cola. Da klingelte es auch schon. „Hi Maus!“, begrüßte Sophie ihre Freundin. „Hi Süße!“ Sie gingen ins Wohnzimmer und quatschten. „Und, gibt’s bei dir was neues?“, fragte Lina. „Och nö, eigentlich nicht! Und bei dir? Haste denn mal jemanden kennen gelernt?“ „Nö! Weißt doch, wie ich dazu stehe!“ „Ich kann dich echt nicht verstehen! Das ist ein der schönsten Gefühle- verliebt zu sein!“, sie schüttelte nur mit dem Kopf und nahm sich auch ein Glas aus der Küche, um sich Cola einzugießen. „Du?! Hast doch bestimmt schon von der Gruppe THE RASMUS gehört, oder?“ „Nö, wenn ich ehrlich sein soll!“ „Ach du Scheiße! Die muss man doch kennen!? Mit ihrem super geilem Song ‚in the shadows’!“ Lina zuckte mit den Schultern. „Ach du meine Güte… da werden wir beide wohl mal zum Konzert gehen, ne?!“ Wieder zuckte sie mit den Schultern. „Hey da sind se doch!“, zeigte sie auf den Fernseher, wo gerade ein Interview zu ihrem Video In den shadows kam. Beide sahen gespannt zu.


Als es zu Ende war, fragte Sophie sie aus: „Ist der Drummer nicht süß??“ „Hm! Ich find eher den Sänger niedlich! Er hat schöne Augen!“ „Ach ja, du magst ja grüne Augen!“ „Na wer auch immer, ich besorge uns 2 Karten!“ „Aber ich weiß doch noch gar nicht, ob ich kann! Vielleicht muss ich ja arbeiten?“ „Nix da! Konzert! Und wenn du nicht mitkommst, dann biste… dann.. dann will ich dich halt nie wieder sehen!“ Lina sah sie mit hochgezogenen Augenbrauen an.


5 Wochen später war es auch schon so weit. Das Konzert in Berlin. Die Beiden kamen rechtzeitig an, um noch Plätze in einen der vordersten Reihen zu erlangen. Lina war sichtlich aufgeregt, da sie die Band ja noch nicht weiter kannte, bis auf ihren Song ‚in the shadows’. Die Vorband war endlich fertig und die Bühne wurde umgebaut für TR. Wenig später kamen sie auch schon auf die Bühne; erst Aki, dann Eero und Pauli und zu guter letzt Lauri. Sie spielten als erstes FDOML gefolgt von ICE und BULLET. „Mensch der glotzt dich ja die ganze Zeit an!“, schrie Sophie ihr ins Ohr. „Wer glotzt mich an?“, fragte sie verwundert zurück. „Na Lauri!“ Lina zeigte Sophie den Vogel und widmete sich wieder den Songs. Sie beobachtete Lauri und spürte wirklich seinen Blick, gerade bei NOT LIKE THE OTHER GIRLS hatte er sich hingehockt und sah ihr die ganze Zeit in die Augen. Lina wollte es nicht wahr haben und redete sich ein, dass er jemand anderes ansah.


Nach dem Konzert war großes Gedrängel angesagt. Lina und Sophie warteten noch bis alle raus waren und setzten sich auf den Boden und quatschten derweil. Endlich waren alle raus und sie konnten entspannt nach draußen laufen. Dort trennten sich ihre Wege. Lina musste noch mal ins Büro, was für den nächsten Tag vorbereiten und Sophie blieb noch etwas vor der Halle stehen und rauchte. Sie erinnerte sich nochmal ans Konzert und überlegte, warum Lauri ausgerechnet sie immer angesehen hatte. Da hörte sie plötzlich Stimmen. Sie rauchte aber trotzdem weiter, sah um die Ecke und konnte ihre Augen nicht trauen, als sie da TR kommen sah. Sie liefen an ihr vorbei, grinsten sie an und gingen weiter. Doch da stoppte Lauri auf einmal und ging zu Sophie. „Du warst doch mit noch einem anderen Mädchen da?“, fragte er. Sophie nickte und grinste. „Du hast sie öfters mal angesehen?! Ist mir aufgefallen!“ Er nickte schüchtern. Die anderen 3 Jungs verfolgten alles gespannt und erstaunt. Lauri schrieb etwas auf eine Autogrammkarte von sich, gab sie Sophie und meinte: „Kannst du sie ihr geben?“ Sie nickte und grinste ihn an. „Ach… - er schrieb noch ein Autogramm und gab es Sophie- … bekommst auch eine!“, zwinkerte er ihr zu und bedankte sich. ‚Sehr gnädig der Herr!’, dachte Sophie sich. Als sie weg waren, sah Sophie verwundert auf die Autogrammkarte und grinste vor sich hin. Sie lief nach Hause und beschloss, Lina am nächsten Tag auf Arbeit besuchen zu gehen.


Lina saß derweil schon wieder vorm Computer und entwarf schon wieder In- und Outlay für eine Band. Sie saß bis 3 Uhr nachts, doch dann konnte sie sich nicht mehr halten und schlief ein.


„Hey! Lina!? Hey, wach auf!“, weckte ihr Kollege Mario sie. „Was? Oh shit! Ich bin eingepennt? Scheiße, und ich bin noch gar nicht fertig!“ „Hey nicht so hektisch! Der Chef kommt erst gegen Mittag und es ist erst 9 Uhr morgens!“ Sie sah auf die Uhr und atmete erst mal erleichtert auf. „Geh nach Hause und dusch dich! Ich seh mir derweil deine Arbeit an.“ „Danke, du bistn Schatz!“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange, schnappte sich ihre Sachen und fuhr nach Hause.


Sie schloss die Tür auf, warf alle Sachen von sich und stieg unter die Dusche. Tim war wieder bei seiner Freundin Sarah. Die Dusche tat ihr gut. Danach machte sie sich schnell ein Brötchen und packte ihre Sachen für die Arbeit- also Unterlagen etc. Sie machte sich fertig und fuhr wieder zur Arbeit.


Mario lächelte ihr zu, als sie frisch angezogen und fit rein kam. „So siehste schon besser aus und arbeiten kannste so bestimmt auch besser!“ Sie lächelte dankend und widmete sich gleich wieder ihrem Computer, als das Telfon klingelte. „Ja, hallo?“ „Hey Lina ich bins Sophie!“ „Sei mir nicht böse, aber ich hab echt Stress! Ist es wichtig?“ „Na eigentlich schon! Ach weißte was, ich komm schnell vorbei!“ „Aber…“ Doch da hatte Sophie schon aufgelegt. Eigentlich war Lina das jetzt überhaupt nicht recht, aber was solls. Einige Minuten später war sie auch schon da. „Hi! Hab dir n Kaffee mitgebracht!“ „Danke!“ Sie nahm den Kaffee dankend an und trank. „Viel los?“ „Ja leider… Was war bzw. ist denn so wichtig?“ Sophie holte die Autogrammkarte aus ihrer Tasche und hielt sie ihr unter die Nase. Sie sah verwundert darauf. „Danke, aber die hättest du mir doch auch später geben können?!“ „Mensch Mädl, mach de Augen of! Sieh dach mal genau hin!“ Erst jetzt sah sie die Zahlen, die darauf geschrieben waren. „Na? Sagte ichs nich? Der hat DICH angesehen!“ „Muss aber nichts heißen!“ „Nö! Weißte der schreibt bei jeder seine Nummer droff! Mein Gott…“, griff sie sich an den Kopf. Lina zuckte mit den Schultern. „Ich ruf ihn doch nicht an!“ Sophie verleierte die Augen. „Wie bescheuert kann man eigentlich sein?“ „Ach mensch is doch egal… dann ruf ich ihn an.. und dann?“ „Machs einfach! Vielleicht will er dich näher kennen lernen?!“ „Ja klar! Wers glaubt!“, zeigte sie Sophie den Vogel. „Ich muss jetzt weiter arbeiten, sonst schaff ichs nich, bis mein Chef kommt.“ Sophie schüttelte den Kopf, stand auf und warf ihr noch ein: „Wehe du rufst nicht an!“ hinterher und verschwand schon. Lina atmete tief und widmete sich wieder ihrer Arbeit.
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„Na Fr. Tien! Alles klar bei ihnen?“, erschrak ihr Chef sie. „Was?“, ließ sie vor Schreck fast den Kaffee fallen, „Ja!“ „Mensch sie sehen ja ganz abgespannt aus! Wollen sie nicht lieber mal Urlaub machen?“ „Nee! Da würde mir nur die Decke aufn Kopf fallen!“ „Na sie müssns wissen! Aber überanstrengen sie sich nicht!“ „Zu Befehl!“ Sie widmete sich wieder den Unterlagen. Da entdeckte sie zwischen dem ganzen Zeug wieder die Autogrammkarte und betrachtete sie nochmal näher. Oben war seine Unterschrift und unten am Rand stand die Nummer und darunter – please call me! – ‚War ja schon süß…’ dachte sie sich, doch sie hatte kein richtig gutes Gefühl. Da fielen ihr wieder die Worte von Sophie ein… Sie legte die Karte trotzdem wieder weg und beendete noch ihre restlichen Unterlagen.


Zu Hause kam sie heute doch tatsächlich mal zeitig an – 20 Uhr. Sie machte sich essen und pflanzte sich vor den Fernseher. Sie konnte sich aber kein Stück auf das Zeug was im Fernseher kam konzentrieren und deshalb machte sie ihn auch wieder aus. Sie stellte ihren Teller weg, holte ihre Tasche und nahm die Autogrammkarte heraus. Nach unzähligem hin und her, rang sie sich durch ihn anzurufen. Es tutete.

„Ja?“

… Sie traute sich nichts zusagen.

„Hallo?“

Sie legte wieder auf und atmete tief durch.

„So schwer kann das doch nicht sein – jemanden anzurufen?!“, sprach sie zu sich selbst. Sie räumte ihr Zeug in die Küche und versuchte es noch mal.
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„Hallo?“

„Ähh… hallo!“

„Hast du vorhin schon mal angerufen?“

„Ähh.. ja!“, stammelte sie zurecht, „Du hattest meiner Freundin die Karte gegeben?!“

„Ja! Dann bist du Lina?“

„Genau!“

Peinliche Stille herrschte.

„Ja… schön, dass du dich gemeldet hast! Wir sind noch eine ganze Weile in Deutschland, lass uns doch mal einen Kaffee oder so trinken?!“

„Mh… Okay!“

„Gibst du mir deine Nummer? Dann kann ich dich mal anrufen, wenn ich weiß wann wir in deiner Nähe sind!“

Sie gab sie ihm durch und beide verabschiedeten sich. Lina fühlte sich komisch nach dem Telefonat, warum wusste sie selber nicht.


Auch Lauri empfand das Gespräch irgendwie komisch. „Na Alter!“, klopfte Aki Lauri auf die Schulter, der erschrak. „Musst du mich so erschrecken?!“ „Sorry! Wollte doch nur wissen, ob sie mal angerufen hat?“ Er nickte, ging aber nicht auf Akis nächste Frage ein, sondern ging vor zum Busfahrer, um zu fragen, wo es eigentlich hinginge. „Nach Brandenburg.“ Er besprach kurz etwas mit dem Fahrer.


Lina sah noch etwas Fern und ging bzw. wollte dann schlafen. Doch da waren zu viele Gedanken in ihrem Kopf… Sie stand nochmal auf, um etwas zu trinken. Sie setzte sich dann doch nochmal vor den Fernseher und schlief da dann ein.


Gegen nachts um 3 Uhr kam Tim. Er war mit Freunden und Sarah in der Disco, deshalb kam er auch erst so spät. Er sah Lina auf dem Sofa schlafend und musste schmunzeln. Er schaltete den Fernseher aus und trug sie in ihr Zimmer und legte sie in ihr Bett. Da schlief sie dann friedlich weiter.


„Lina!? Lina!?“, wurde sie wach gerüttelt. „Was ist denn los?“, sprach sie schlaftrunken. „Müsstest du nicht schon längst auf Arbeit sein?“ Sie schreckte auf und sah auf die Uhr. „Scheiße! Warum hast du mich nicht geweckt?“ „Es war alles ruhig, da dachte ich du wärst schon weg?!“ Sie rannte an ihm vorbei ins Bad, machte sich fertig und zog sich an. Schneller als es die Polizei erlaubte fuhr sie zur Arbeit und fand glücklicher weise auch gleich einen Parkplatz. Sie sprintete hoch und sofort an ihren Platz. „Mensch wo warste denn?“, kam Mario zu ihr. „Verpennt!“ „Chefchen war ziemlich sauer!“ Wenn man vom Teufel spricht… da kam er auch schon. „Fr. Tien! Haben sie mir was zusagen?“ „Tut mir leid! Ich habe verschlafen, mein Wecker hat nicht geklingelt!“ „Schon okay! Kann ja mal passieren! Und dies ist bei ihnen ja nun wirklich eines der seltensten Fälle! Machen sie sich an die Arbeit!“, zwinkerte er ihr zu. Sie lächelte ihn danken an und schaltete den Computer an.


Nach Beendigung ihrer langwierigen Unterlagen, machte sie Mittagspause und beschloss Sophie zu besuchen, da sie nicht weit von ihrem Büro wohnte. Sie holte sich beim Becker noch ein Brötchen und klingelte bei ihr. Sie ließ ihre Freundin herein. Beide setzten sich aufs Sofa. „Und?“ „Was ‚und’?“ Sie verleierte die Augen. „Angerufen?“ Lina nickte. „Echt??? Ahhh… erzähl!“ „Da gibt’s nichts zu erzählen! Ich hab ihm meine Nummer durchgegeben und er ruft an, wenn sie hier sind.“ „Man du tust ja gerade so, als wäre es IRGENDEIN Typ!“ „Na is doch auch bloß n Mensch, wie alle anderen!“ Sophie verleierte wieder die Augen. „Dein Handy!“ „Was ist mit meinem Handy?“, fragte Lina verwundert nach. „Es klingelt!“ Lina hastete auf und holte ihre Tasche, nahm sofort ab und meldete sich:

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„Hallo?“

„Hey ich bins Lauri!“

„Oh! Hi!“

„Stör ich dich gerade?“

„Nee, nee! Was gibt’s denn?“

„Wir sind gerade hier, hast du vielleicht Zeit?“

„Öh… ja klar, aber erst heute Abend!“


Sophie kam zu ihr und sah sie fragend an. Lina wank ab.

„Bist du noch dran?“

„Was? .. Ja!“, ‚man was stottere ich denn hier zusammen?’, fragte sie sich.

„Ähm… ja und wann und wo treffen wir uns dann heute Abend?“

„Komm doch zu mir so gegen 20 Uhr?!“

„Ja, aber ich kenn mich hier doch gar nicht aus, weiß also auch nicht wie ich dann jetzt zu dir kommen soll!“

„Ähm…stimmt, dann treffen wir uns halt … am Hotel?“

„Ja, es ist das … -Hotel.“

„Okay ich mach mich dann gleich nach der Arbeit auf den Weg.“

„Okay, bis dann!“

Sie legte auf und sah fassungslos Sophie an. „Das war jetzt nicht Lauri?“ Lina nickte. „Ich soll zum Hotel kommen nach der Arbeit.“ „Na ist doch super!“ „Sophie?! Hallo? Ich kenne ihn nicht mal richtig und jetzt treffe ich ihn.“ „Also vorhin war es nur IRGENDEIN Mensch…“ „Jaja, red nicht! Hilf mir lieber!“ „Wobei denn?“ „Was soll ich denn heute Abend anziehen, was soll ich dann sagen…“ „mensch mach nicht den Hund in der Pfanne verrückt! Schön ruhig! Ich hol dich dann ausm Büro ab und dann wir gucken mal durch, was es da so schönes in deinem Kleiderschrank gibt!“ „Okay! Ich mach jetz erstmal wieder los, bis nachher dann!“ „Ok, bis dann!“


Gegen 19 Uhr stand Sophie auch schon auf der matte, um Lina abzuholen. Sie machten sich beide gleich auf den Weg und widmeten sich also Linas Kleiderschrank, als sie bei ihr ankamen. Nach mehrmaligem Durchsuchen, fanden sie das richtige – eine Hüfthose und n einfaches rotes Top. „Na geht doch! Hauptsache es is nicht so aufgetakelt! Noch n bissl Schminke auffrischen und fertig biste!“ „Du musst mitkommen!“ „Ich dachte IHR BEIDE wollt euch treffen?!“ „Ja, nur begleiten bis zum Hotel… Biiiitte!“, bettelte sie Sophie an. „Okay! Verschwinde ins bad, sonst kommen wa zu spät!“ Gesagt getan. Fertig war sie und beide machten sich auf den Weg zum Hotel. Als sie ankamen, war Lina sehr aufgeregt. „So, dann viel Spaß!“ „Hey! Du kannst doch jetzt nicht gehen!? Du musst mit rein kommen!“ Mal wieder verleierte Sophie die Augen, doch willigte ein. Sie liefen also ins Hotel und sahen sich um. „Er ist nicht da, wir können also wieder gehen!“ „Nicht so schnell Lina! Da kommt er schon!“, flüsterte Sophie ihr zu, schuppste sie vor und sah zu Lauri, der gerade kam.
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Lina sah beschämt zur Seite. „Hi!“, kam Lauri fröhlich und gut gelaunt zu den 2n. „Hi!“, begrüßte auch Sophie ihn. Lina grinste ihn bloß an und lief rot an. Auch Lauri musste grinsen, als er Lina sah. „Also ich geh dann mal! Viel Spaß euch Beiden!“, meinte Sophie und erntete von Lina einen tötenden Blick. Doch weg war sie auch schon und Lauri und Lina standen voreinander und sahen sich beide nicht an. „Ähm.. wollen wir was trinken gehen?“, fragte lauri mit Blick zur Bar. Lina nickte und folgte ihm. Sie setzten sich an die Bar und bestellten sich was zu trinken. Wieder herrschte peinliche Stille, da keiner so richtig wusste, was er fragen oder sagen sollte. Bis Lina die Stille brach und sich durchrang was zu sagen: „Was macht ihr jetzt hier?“ „Promo und hier und da mal n kleines Konzert.“ „Warum ich?“ „Hä?“, war er verwundert. „Na warum hast du ausgerechnet mir deine Nummer gegeben und mich angesehen?!“ „Ich weiß auch nicht… ich hab einfach in deine Augen gesehen und …“ „Und?“ Er zuckte mit den Schultern. Lina hob nur die Augenbrauen und da kamen auch gerade die Getränke. „Was und?“, wollte Lina wissen. „Ich weiß auch nicht… Ist es dir vielleicht unangenehm?“ „Naja… mir kam es etwas komisch vor, weil es so viele Fans gibt und ausgerechnete ich die war… Verstehst du wie ichs meine?“ Er nickte. „Tut mir leid, wenn ich da…“ „Hey das ist schon okay und eigentlich müsste ich ja froh sein, mit so einem…“ Er sah sie erwartungsvoll und mit einem lächeln an. „… finnischen Rockstar hier zu sitzen..“ „Aber du bist es nicht?“ „Doch schon, aber es ist irgendwie komisch.“ „Na trotzdem bist du wenigstens nicht so eine, die nur darauf achtete! Oder doch?“ Sie schüttelte den Kopf und grinste ihn an. „Wollen wir hier wirklich nur sitzen und was trinken? Oder hast du lust noch wohin zu gehen?“ Lina überlegte kurz und willigte dann ein. Beide tranken aus und Lina führte ihn in einen guten Club mitten in der Stadt. Keiner erkannte ihn zum Glück, da es dort ziemlich voll war. Sie bestellten sich was zu trinken und tanzten etwas, zu mindest Lina, Lauri wollte noch nicht. „Hey warum willst du nicht tanzen?“ Er verzog bloß das Gesicht und trank von seinem Drink. „Spielverderber! Du selber hast vorgeschlagen was zu machen und dann tanzt du nicht mal!“, tat sie beleidigt und Lauri konnte ihr auch nicht widerstehen und begleitete sie auf die Tanzfläche. Sie tanzten und vergaßen total die Zeit, es war nun schon 4 Uhr morgens und beide hatten auch schon so einiges getrunken…

„Wir sollten vielleicht langsam mal gehen?“, meinte Lauri. Lina nickte. „Aber… ich hab viel zu viel getrunkne um jetzt nach zu kommen und für n Taxi hab ich kein Geld mehr!“ „Ich hab jetzt leider auch nicht mehr so viel Geld um es dir zu geben. Komm mit ins Hotel und sehen wir weiter!“ Lina nickte.


Im Hotel angekommen, fragte Lauri nach einem Zimmer, doch es war keins mehr frei. Er zuckte mit den Schultern zu Lina und sah sie fragend an. Lina atmete tief und ging zu ihm. „Frag doch mal, obs vielleicht noch ein Beistellbett gibt? Wenn das okay ist!?“ „Klar!“ Er fragte nach, doch Fehlanzeige. „Komm mit!“ Lina sah ihn verwundert an, lief aber trotzdem hinterher. Er öffnete die Zimmertür und sah sich um. Dann zuckte Lauri plötzlich mit den Schultern, was Lina verwunderte. „Was ist denn?“ „Eigentlich teile ich mir das Zimmer mit Aki…“ „Aber?“ „Er ist nicht da! Na dann kannst du wenigstens in seinem Bett schlafen!“ „Okay!“ Lina ging noch kurz ins Bad um sich etwas frisch zu machen. Eigentlich wollte sie nicht in ihren richtigen Klamotten schlafen, doch es blieb ihr wohl nichts anderes übrig.


Sie ging raus und sah Lauri, wie er da gerade sein Shirt auszog und nur noch Boxershorts anhatte. ‚Ups…’ dachte sie sich nur und steuerte auf das freie Bett zu. „Oh, hab dich gar nicht gehört.“ Lina grinste ihn kurz an. „Sag mal, willste vielleicht n Shirt von mir haben, in den Klamotten zu schlafen is doch bestimmt nicht bequem!?“ „Danke!“ Er gab ihr eins seiner schwarzen Shirts und schon verschwand sie nochmal im Badezimmer um sich umzuziehen. Es war gerade lang genug, um das wichtigste zu bedecken. Sie nahm ihre Sachen und ging wieder raus. Sie legte sich gleich ins Bett und sagte noch „Gute Nacht!“ Und drehte sich um. „Nacht!“, kam es auch flüchtig von lauri, der schon fast schlief. Lina war nicht ganz wohl bei der Sache hier zu schlafen. Sie wollte nach Hause in IHR Bett. Sie konnte auch nicht so richtig einschlafen, also stand sie auf und ging mal auf den Balkon. Dort war es zwar sehr kalt, aber ihr im Moment egal. Sie sah rauf zu den Sternen und ließ nochmal alle Bilder des Letzten Abends/Nacht durchlaufen. Sie konnte es immer noch nicht so ganz fassen, das sie mit IHM aus war. „Kannst du nicht schlafen?“, ertönte es dicht hinter ihr. Sie schüttelte den Kopf, drehte sich aber nicht um. „Es ist kalt, du solltest lieber rein gehen!“ Sie reagierte nicht darauf, sah weiterhin in den sternenbehangenen Himmel. Er seufzte und ging wieder rein, er konnte ihr ja nichts befehlen. Sie blieb noch kurz draußen stehen aber ging dann auch gleich wieder rein. „Hast du was?“, fragte Lauri sie. Sie schüttelte den Kopf. „Ich merks doch! Willst du nicht drüber reden?“ ‚Ich kenn dich überhaupt noch nicht richtig und ich soll mit drüber reden? Es ist ja noch nicht mal was Richtiges…’, dachte sie und schüttelte wieder den Kopf, legte sich ins Bett und drehte sich weg von ihm.


Als sie aufwachte schlief Lauri noch. Sie stand auf, nahm ihre Sachen, ging ins Bad und zog sich um. Sie wollte nach Hause. Irgendetwas in ihr sagte ihr, sie solle bleiben, doch sie wollte nicht. Dieses unwohle Gefühl in ihr trieb sie nach Hause. Sie sah kurz zu ihm und musste schmunzeln, denn es sah süß aus, wie er schlief. Dann ging sie. Doch da war ein Problem- sie hatte nicht genügend Geld um sich ein Taxi zunehmen. Sie rief Sophie an, damit sie sie abholt und ein paar Minuten später war sie auch schon da.


„Wasn los mit dir?“ Lina wank ab und sah aus dem Fenster. „Hey! Was ist denn? Ist es nicht gut gelaufen?“ „Ich weiß es auch nicht. Gestern Abend, es war eigentlich sehr schön und lustig, aber als wir dann im Hotel waren so allein… da… ich weiß auch nicht, hatte ich so ein merkwürdiges Gefühl und wollte nur noch nach Hause. Ich hatte in dem Bett, in dem eigentlich Aki sonst wohl schläft geschlafen.“ „Hm… hast du mit ihm darüber geredet?“ „Nein, er hatte mich zwar gefragt was ist und ob ich mit ihm reden will, aber ich wollte nicht, da ich selber nicht weiß, worüber ich reden soll…“ „Hatte er jetzt nochmal was gesagt?“ Lina sah beschämt zur Seite. „Was ist?“ „Als ich aufwachte, schlief er noch. Ich nahm meine Sachen und ging.“ „Du hast ihm nicht mal tschüss gesagt oder eine Nachricht oder irgendwas der gleichen hinterlassen?“, fragte sie ganz außer Fassung. Lina schüttelte den Kopf. „Ohje… dann ruf ihn nachher an!“ „Ich kann nicht Sophie! Tut mir leid, aber ich kann das nicht!“ „Wieso nicht? Ich versteh dich echt nicht! Was ist denn schon dabei ihn anzurufen, dich zu entschuldigen und dich vielleicht nochmal zu einem Kaffee mit ihm zutreffen?“ Darauf sagte Lina nichts. „Ach ich hätte da nicht hingehen sollen.. ich wusste das das nicht gut geht!“ „Komm mir jetzt nicht wieder mit der Ausrede: du kannst nicht gut mit Männern und so… Er wird nicht ohne Grund dir seine Handynummer gegeben haben. Hast du ihn mal deswegen gefragt?“ „Ja, aber er konnte es mir nicht sagen.“ „Wie er konnte es dir nicht sagen?!“ „Ich fragte ihn danach und er meinte nur, dass er es auch nicht genau erklären kann, warum ICH.“ Sophie sah sie schief an. „Was guckst du mich so an? Ich weiß nicht mehr! Aber du meintest ja, ich solle ihn anrufen, mich mit ihm treffen…“ „Ja na klar! Jetzt gib mir noch die Schuld!“


(Währenddessen bei Lauri) Er wachte auf und sah zu dem Bett, in dem Lina geschlafen hatte. Er wunderte sich, dass sie nicht mehr darin lag. „Oh no!“, entfuhr es ihm. Er stand auf, ging schnell ins Bad, machte sich fertig und rannte raus. „Hey lauri! Wo willstn hin?“, rief ihm Aki hinterher, der gerade aus dem Zimmer von Eero und Pauli kam, da er dort geschlafen hatte. Doch Lauri reagierte nicht darauf. Aki zuckte mit den Schultern und ging wieder zu den Anderen. Lauri rannte aus dem Hotel, sah sich um, da er ja keine Ahnung hatte wo er jetzt hin solle und setzte sich erstmal auf die Bordsteinkante. „Was nun tun?“, fragte er sich und zückte sein Handy. Er entschied sich sie anzurufen. Es tutete:


Lina sah auf ihr Handy. „Ist es Lauri?“, fragte Sophie nach. Sie nickte. „Red mit ihm! Komm schon, er sitzt wahrscheinlich ratlos irgendwo rum und fragt sich was er falsch gemacht hat.“ Sie nahm ab:

„Ja?“

„Hey! Warum bist du gegangen? Hab ich was falsch gemacht?“

„Nein!“

„Warum hast du denn nichts gesagt?“

Stille… Sophie sah sie mitleidig an.

„Können wir uns treffen?“, fragte Lauri.

Lina sah fragend zu Sophie, die es mitgehört hatte. Sophie nickte.

„Okay.“

„Wo?“

Sophie hatte schon wieder rumgedreht und fuhr Richtung Hotel.

„Ich komme zum Hotel.“

„Ich warte draußen.“

Lina legte auf und sah wieder zum Fenster raus.


„Mensch was ist denn nur los mit dir? Du bist sonst nicht so!?“ Lina zuckte mit den Schultern. „Sophie versteh mich doch! Ich hatte seit Jahren keine weitere Verbindung zu Männern, es ist einfach ungewohnt!“ Sophie atmete schwerleidig. „Versuch mit ihm umzugehen, wie mit Mario!“ „Mario? Das ist was anderes!“ „Ist es nicht! Er ist auch nur ein Mann!“ „Lässt du mich hier schon raus? Ich würde gerne noch ein Stück laufen.“ „Okay! Red mit ihm! Klar!“ Lina nickte. „Versprich es mir!“ „Ich versprechs dir!“ Da war sie auch schon ausgestiegen und lief Richtung Hotel. Sie sah ihn schon von weiten auf dem Asphalt sitzen mit dem Kopf in den Hände. „Warum ich Lauri?“, das war die einzige Frage die sie sich stellte. Es war so ungewohnt für sie mit Männern, schon fast unangenehm. Aus welchem Grund auch immer, aber sie hatte Angst und sie wusste nicht, wie sie die verdrängen könnte. Sollte sie es ihm sagen? Nein, denn sie kannte ihn ja gerade mal einen Tag, nicht mal, eher einen Abend und eine Nacht. Sie stand nun neben ihm. „Lina!“


Sie sah ihn mit angsterfülltem Blick an. „Gestern Abend da war es doch wunderschön? Wir haben uns doch gut verstanden? Warum bist du gegangen? Was hab ich falsch gemacht?“ Sie setzte sich neben ihn und fing an ihm es zu erklären. „Ihr/ Du hast tausende von Fans und da bin ausgerechnet ich diejenige. Versetz dich doch mal in meine Lage! Ich habe fast nie was mit Männern zu tun, hatte nur eine Beziehung bei der ich enttäuscht wurde und wollte deshalb keinen Kontakt mehr, außer was das berufliche betrifft zu Männern haben. Bitte versteh mich!“ Er nickte und sah sie an. „Hätte ich es gewusst… selbst dann.“ „Warum Lauri? Warum denn ich?“ „Weil… ich… ich mag dich einfach.“ „Aber du kennst mich nicht mal richtig, bis auf die letzte Nacht!“ „Ich weiß, trotzdem ist dieses Gefühl da. Ich kann nichts dagegen tun.“ „Ich glaub es ist besser, wenn ich gehe und wir uns nicht mehr sehen.“ „Nein, bitte!“ Sie sah ihm kurz in seine Augen und sah den Schmerz. Warum? Immer wieder diese Frage. Sie ging und ließ ihn allein da sitzen. Aki hatte alles von der Lobby verfolgt und ging zu ihm. Er setzte sich neben ihn. „Du hast dich in sie verliebt, hab ich Recht?“ Lauri nickte. „Warum hab ich immer Pech in der Liebe? Warum verliebe ich mich immer in die Falschen?“ „Kämpf um sie!“ „Wie denn? Ich weiß ja noch nicht mal ihre Adresse. Würde ich sie jetzt anrufen, würde sie nicht rangehen.“ „Vielleicht nicht jetzt, aber morgen. Du musst sie nicht gleich mit deinen wahren Gefühlen konfrontieren, versuch doch einfach ihre Freundschaft zu erlangen und sieh dann weiter.“ „Und wie?“ „Ruf sie morgen an!“, mit diesen Worten ließ er Lauri wieder allein.


Lina war den ganzen weiten Weg nach Hause gelaufen und konnte so auch nochmal über alles nachdenken. Zu Hause angekommen, wartete ihr Bruder auf sie. „Hey Süße! Sophie hat mir alles erzählt. Komm mal her!“ Er nahm sie fest in den Arm, wo sie ein paar Tränen freien Lauf ließ. „Warum weine ich wegen ihm? Warum platzt er so in mein Leben?“, fragte sie ihn hilfesuchend. „Ich weiß es nicht.“ Sie löste sich von ihm und ging in ihr Zimmer. Sie versuchte sich mit ein paar Bürounterlagen abzulenken, doch selbst das half ihr nicht.


Sie ging aus ihrem Zimmer, nahm ihre Sachen und wollte gerade zur Tür raus, als Tim sie fragte, wo sie hin wolle. „Ins Büro! Ich muss mich ablenken.“ Und weg war sie auch schon. Sie stieg in ihr Auto und fuhr zum Büro, leider kam sie auf diesem Weg immer an diesem Hotel vorbei. Sie blieb kurz davor stehen und fuhr dann weiter. Im Büro war keiner, sie hatte also ihre Ruhe.


In ihre Arbeit vertief, merkte sie gar nicht, dass ihr Chef kam. „Fr. Tien? Was machen sie denn hier?“, fragte er sie verwundert. „Ach mir ist zu Hause die Decke auf den Kopf gefallen. Ich musste einfach was tun. Aber wenn sie schon da sind. Ich bin jetzt fertig. Haben sie vielleicht was Neues?“ „Ja in der Tat. Wir haben einen neuen Auftrag einer Band. Wenn sie wollen, dann übertrage ich ihnen den Auftrag?“ „Ja gern.“ „Dazu müssten sie sich vielleicht einige Artikel der Band durchlesen. Sie kennen sie vielleicht schon, der Song von ihnen wird ja am Tag rauf und runter gespielt. Ich hole ihnen alles.“ Sie fragte sich, welche Band das wohl sein wird und da kam ihr Chef schon mit einem Stapel Zeitschriften, Blättern und Postern zurück. Er stellte den Stapel ab und verabschiedete sich von ihr. „Und machen sie nicht zu lange!“ Sie nickte und widmete sich den Zeitschriften. Oben drauf lag ein Poster, sie faltete es auseinander und sah fassungslos darauf. 4 Männer sahen auf sie in schwarz gekleidet. Lina blickte in 2 wunderschöne grüne Augen, die ihr seit gestern nicht mehr aus dem Kopf gingen. ‚Was ist nur los? Warum bringen mich diese Augen nur so um den Verstand? Ich hätte ihn nicht treffen sollen. Ich hätte nicht auf Sophie hören sollen.’, überdachte sie. Sie legte das Poster weg und ließ sich in ihren Stuhl fallen. Sie schloss die Augen für einen Moment und versuchte alle Gedanken zu verdrängen, doch es gelang ihr nicht. Sie nahm den ersten Artikel und las ihn.


Nach dem letzten las sie sich die Unterlagen in der Silberfolie von ihrem Chef dazu durch, wo aufgelistet war, wie die CD heißen soll etc. Sie fand die Artikel interessant, denn so hätte sie Lauri nicht eingeschätzt. Er war zwar wirklich immer sehr nachdenklich, wie es in vielen der Artikel geschrieben war, aber sonst fand sie ihn in keiner Weise merkwürdig oder depri, wie auch wieder beschrieben wurde. Als sie mit allem durch war, hatte sie schon konkrete Vorstellungen vom Design des Booklets. Sie war so in ihre Arbeit vertieft, dass sie mal wieder voll die Zeit vergaß. Es war schon 20 Uhr abends. Sie speicherte alles ab und ging zu ihrem Auto. Doch sie fuhr nicht los. Sie überlegte, nicht doch nochmal mit Lauri zureden, denn es tat ihr leid, wie sie mit ihm umgegangen war. Sie wählte seine Nummer…:

„Hallo?“

„Lauri?“

„Lina!“

„Bist du im Hotel?“

„Ja?“

„Kann ich zu dir kommen?“

„Natürlich!“

Schon legte sie auf und fuhr zu ihm ins Hotel. Sie stieg aus und atmete nochmal tief durch, bevor sie ins Hotel ging. Da sie noch wusste, welches Zimmer es war, ging sie gleich rauf. Sie klopfte und Lauri machte ihr auf. Er lächelte sie an und bat sie rein. Aki war nicht da, da Lauri ihm gesagt hatte, wer kommen würde. „Es tut mir leid Lauri… Ich war zu…“ „Lina! Ist okay! Ich würde bloß gern mit dir befreundet sein oder so. Ich mag dich Lina und wenn dir was nicht passen sollte, dann sag es mir einfach!“ „Danke! Hast du Zeit?“, sie war ihm dafür sehr dankbar. „Jetzt?“ „Ja!“ „Denke schon! Warum?“ „Ich will dir was zeigen!“ „Ich sag nur schnell den Anderen bescheid!“ Lina wartete unten in der Lobby, während Lauri seinen Bandkollegen erklärte..


„Da bin ich! Und wo gehen wir jetzt hin?“ „Verrat ich nicht!“, zwinkerte die ihm zu und führte ihn zu ihrem Auto. Sie fuhr mit ihm zu ihrem Büro und ging mit ihm zu ihrem Arbeitsblatz. „Was wird das denn jetzt?“ Sie fuhr den Computer hoch und lud die Daten für das Cover ihres herauskommenden Albums hoch. „Setz dich!“ Das tat er auch und sah gespannt auf den Bildschirm. „Du machst unser Cover und das Zeugs? Is ja cool!“ Sie nickte. „Wie findest dus?“, fragte sie, während sie nebenbei alles zeigte. „Das siehts echt cool aus! Aber du hast da n Fehler in dem Song ‚Not like the other Girls’!“ „Oh! Wo denn?“ „Du hast das ‚s’ bei ‚she’s fading away…’ vergessen.“ „Oh! Danke!“ Schnell behob sie den Fehler und sah ihn prüfend an. „Hm…“ „Was ‚hm…’?“, fragte sie nach. „Kannste da vielleicht noch eins, zwei Bilder mit einbringen?“ „Öhm… wenn ich welche hätte… ja!“ „Hast doch bestimmt Internet?“ Sie nickte. „Kann ich mal?“ Sie tauschten die Plätze und er öffnete ihre Homepage. „So… hier gibt’s doch massenhaft pics von uns…“ Beide rückten näher an den Computer, wobei sie mit den Köpfen aneinander rammelten. Beide stießen ein ‚Au!’ raus, rieben sich die Kopfstelle und mussten lachen. Lina fühlte sich almälig richtig wohl in seiner Nähe. „Was hastn sonst noch so für Covers gemacht?“ „Och so ziemlich viele…“ Sie zeigte ihm noch von einigen Künstlern was und beide probierten noch etwas an dem für DL aus. „So siehts geil aus!“, meinte er und auch Lina war sehr zufrieden mit der Arbeit. Sie speicherte es alles ab und schloss das Programm. „Wollen wir noch etwas im Netz surfen?“ „Klar!“, war lauri einverstanden. Sie sahen sich Bilder von vergangenen Touren von TR an und andere Bilder, hörten in CDs rein und hatten so noch viel Spaß…


„Oh! Is schon wieder so spät!“ Lina fragte nach der Uhrzeit. „Halb 1!“ „Ups! Aber ich bin noch hell wach!“ „Ich auch … Aber was könnten wir denn noch machen?“ „Was trinken gehen?“, schlug Lina vor. „Und dann noch mal in nen Club?“ „Klar! Aber ich würd gern noch schnell nach Hause mich umziehen.“ „Mach doch! Ich komm mit und warte derweil?!“ „Dann los!“ Sie fuhren zu Lina nach Hause und oben in der Wohnung sah sich lauri genau um. „Hast aber viele CDs!“ „Ja, aber leider komm ich nicht oft dazu sie zu hören.“ Er betrachtete sie genauer: Linkin Park, Metallica, Muse, Slipknot, Evanescance… 50 Cent, Toni Braxton, Usher… Also alles was Rock- und Black Music betraf… Nicht schlecht dachte er… Er ging in Richtung Schlafzimmer, wo die Tür aufstand und wollte was fragen: „Sag mal… oh!“, drehte er sich gleich wieder um, denn die stand nur mit Buggy und BH bekleidet da. Auch Lina drehte sich schnell um. „Hab nix gesehen!“ Es war ihm ziemlich peinlich, aber auch Lina. Als sie raus kam grinsten sich bei verlegen an, was aber zu einem Lachen überging. „Tut mir leid!“ „Ach is schon okay! Ich hätte die Tür zu machen sollen. Was wolltest du denn fragen?“ „Ähh… keine Ahnung! Habs vergessen!“ „Naja, können wir dann?“ „Jepp!“


Sie liefen zu einem Bistro und aßen noch was, obwohl der Inhaber sie etwas schief ansah… war ja auch nicht normal gegen 2 Uhr morgens noch was zu essen, doch den Beiden war das egal. Als sie dann fertig waren, liefen sie zu dem Club, in dem sie letztens schon waren. Diesmal saß Lauri nicht anfangs nur an der Bar, sondern ging gleich mit auf die Tanzfläche. „Willst du noch was trinken?“, fraget Lauri nach einer Weile. „Ja n Cocktail! Such ma was raus! Ich vertrau dir!“ Lauri ging an die Bar und sah in die Karte. Er bestellte für beide einen Cocktail und ging nochmal zu Lina, die immer noch tanzte. „Kommste? Hab was bestellt!“ Sie ging ihm hinterher und beide setzten sich an die Bar und tranken. „Mh… schmeckt gut, was isn das für einer?“ „Öhm… keine Ahnung! Hab irgendwas ausgesucht!“ „Is zwar ziemlich viel Alk drin, aber ich darf doch eh bei dir im Zimmer wieder pennen!“ „Genau… Öh, wie war des gerade? Ich hab das jetze nich so ganz verstanden, weißte is laut hier!“, tat er gespielt. Lina zeigte ihm den Vogel und grinste ihn an. Er grinste zurück und zog sie wieder auf die Tanzfläche. Beide tanzten noch bis 5 Uhr morgens. „Oh shit!“ „Was denn?“, wollte Lina wissen, „Ihr müsst doch heute nichts machen oder? Es ist immer hin Sonntag!“ „Ach haste recht! Ich geh noch mal was trinken, kommste mit?“ Sie nickte und folgte ihm zur Bar. Sie setzten sich hin und tranken ihren Drink noch aus. „Wollen wir dann?“, fragte Lina. „Ja!“ Beide liefen raus und blieben erstmal stehen. „Ich will jetzt nicht ins Hotel.“ Lina sah ihn schief an. „Gibt’s hier irgendwo n schönen See, wo man sich hinsetzen kann?“ Lina nickte, nahm seine hand, was sie selbst verwunderte und ging mit ihm zum See. Ihn durchströmten Gefühle, die ihn verworren. Er hatte ihr die Freundschaft angeboten und da diese noch immer sehr wackelig stand, musste er so tun, als wäre nichts - eigentlich gar nichts für ihn, aber das musste er für sie tun.


Dort angekommen, zeigte sie ihm einen Platz, wo sie sich immer verkroch, wenn es ihr Mal danach ist; es ist eine kleine Bucht umgeben von Felsen. Um den See war ein riesiger Wald über dem man morgens immer den Sonnenaufgang sehen kann. Beide setzten sich hin und sahen auf den See. „Es ist schön hier!“, kam es von Lauri. Lina nickte, lehnte ihren Kopf an Lauris Schulter und Lauri legte seinen Arm um sie. Sie fühlte sich so wohl bei ihm, so geborgen… Genau so ging es Lauri, er fühlte sich so wohl, wenn sie in seiner Nähe ist und dann noch SO nah..


Lina schloss ihre Augen und döste vor sich hin. Ein Anfang vom Sonnenaufgang war zu sehen und Lauri merkte, dass sie fast einschlief: „Hey! Nicht einschlafen!“, flüsterte er ihr zu. „Hm?“, hob sie ihren Kopf. „Du siehst müde aus?!“ Sie sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Wollen wir ins Hotel gehen?“ „gehen tue ich jetzt nirgendwo hin! Kannst du dich hinlegen?“ Jetzt war er es der sie mit hochgezogenen Augen ansah. „Mach einfach!“, befahl sie ihm und er tat wie befohlen. Sie legte sich ebenfalls hin, doch legte sie ihren Kopf auf/an seine Brust. Er sagte nichts schmunzelte nur und sah sich noch etwas den Sonnenaufgang an. Sie schlief schon. Er merkte das ihr kalt war, denn sie zitterte am Körper. Dieses Körpergefühl ihren Körper an seinem zu spüren, machte ihn wirr. Ihm wurde heiß und kalt, also eher das Gegenteil was Lina im Moment betraf. Er nahm seinen Pullover, den er vorher schon ausgezogen hatte und legte ihr ihn über. Sie schien es etwas zu merken, denn ein Lächeln huschte über ihr Gesicht und sie kuschelte sich noch mehr an Lauri. Er legte seinen Arm um sie und zog sie noch ein Stück näher an sich. Auch er schlief irgendwann ein.


Platsch…Platsch…Platsch… Es fing an zu regnen wovon beide aufwachten. Der Regen war zu stark, um sich hätte irgendwo noch schnell unterstellen zu können. Er nahm ihre Hand und zog sie hinter sich her. „Hey das bringt nichts mehr Lauri! Wir sind doch schon total durch!“ „Hast Recht!“ Beide verlangsamten ihren Schritt und sie liefen nebeneinander. Lina zitterte vor Kälte, denn auch Lauris Pullover war nun nass. „Lass uns erstmal ins Hotel gehen, da kannst du dich erstmal trocknen lassen!“ Sie nickte. Er legte den Arm um sie und zog sie näher an sich. Lina lächelte verlegen. Lauris Wärme stieg sofort auf sie über. Wie machte er das nur? – fragte sie sich. „Oh no?!“, fluchte Lauri. Eine Horde Fans stand um das Hotel und es regnete immer noch. „Und jetzt? Durch oder was?“ „Augen zu und durch würde ich mal sagen?!“ Er nahm sie an die Hand und zog sie in Rekordzeit ins Hotel. Die Mädls draußen verstummten als sie Lina sahen. „Öhm, ich würde mal denken die glauben jetzt ich bin deine Freundin!?“ „Ach nur weil wir ins Hotel gehen?“ „Hand in Hand?!“ Er sah zu ihren Händen und grinste schief. Dann zuckte er mit den Schultern und zog sie weiter nach obern in sein Zimmer. Die Jungs schienen unterwegs zu sein. „Super und was soll ich jetz machen?“ „Ausziehen und was von mir nehmen!“ „Weil mir das ja auch past?!“ „Is doch egal! Siehst doch keiner?! Bleib halt erstmal hier!“ „Na gut!“ Er holte eine Hose und ein Shirt, natürlich schwarz aus seiner Tasche und gab es ihr. Sie nahm es und ging sich im Bad umziehen. Und ob es zu groß war und das bestimmt um eine Größe. Aber das war ihr egal, sie ging wieder raus und drehte sich einmal vor Lauri. „Schick was?!“ Er musste schmunzeln und sie begann ebenfalls zu lachen. Sie ließ sich auf sein Bett fallen und seufzte. „Danke Lauri!“ „Hö? Wofür denn?“ „Für dein Verständnis.“ „Hey! Mach dir ma keinen Kopf! Ich sagte doch – Freundschaft!“, zwinkert er ihr zu. Sie lächelte ihn dankend an, stand auf, ging zu ihm und umarmte ihn. Er nahm sie in den Arm und ihn durchfloss ein Sprudel der Gefühle. Sie machte ihn noch ganz verrückt, drum löste er sich aus der Umarmung. „Was machen wir jetzt?“, fragte er. „Ich weiß nicht… schlafen?“ „Haben wir doch eben lange.. oder bist du etwas noch müde?“ Sie nickte. Er grinste sie an. „Dann leg dich ruhig hin, ich schau derweil mal, wo die Jungs geblieben sind!“ Sie nickte. Als er gegangen war, legte sie sich wieder hin und schlief auch schon bald ein.


Nach einer Weile kam er wieder. Er sah Lina, wie sie in seinem Bett lag und lächelte leicht vor sich hin. Er setzte sich an die Bettkante und deckte sie zu. Ein Lächeln huschte wieder über ihr Gesicht.


Als sie aufwachte saß Lauri auf dem Sofa und schrieb etwas. Sie stand auf und schlich sich zu ihm. Da er nicht bemerkte, wie sie sich von hinten heranschlich, konnte sie ein paar Zeilen lesen:


What makes it with me?


It brings my feelings in disorder


I cannot think any longer clearly


„Hey! Du bist ja wach?!”, erschrak er, als sie ihm ans Ohr pustete. „Joa…“ „Hast du mit gelesen?“, fragte er vorsichtig. „Nö!“, log sie. Ihm fiel ein Stein vom Herzen. Lina fragte sich, ob sie damit gemeint war (in den Zeilen).. „Du?!“ „Mhh?“ „Biste eigentlich vergeben?“ „Nee! Du auch nicht, oder?“ Sie schüttelte den Kopf. Dann konnte ja nur sie damit gemeint sein… „Och man das regnet immer noch!“ „Willst du nach Hause?“ „Also eigentlich … nö!“, grinste sie ihn an, als ihr Handy klingelte.

„Mensch Lina! Wo bist du denn?“, fragte Sophie leicht aufgebracht.

„Ähh… nicht da?!“

„Bei Lauri?“

„Könnte sein…“

„Na dann stör ich mal nich weiter!“


Schon hatte sie wieder aufgelegt. Sie setzte sich zu Lauri aufs Sofa und nahm ihm den Block und den Stift weg und legte es auf den Tisch. „Jetzt wird nicht geschrieben!“ „Sondern?“ „Öhm… keine Ahnung! Erzähl was! Genau- wo sind denn nun die Jungs?“ „Ausgeflogen!“ Sie zog die Augenbrauen hoch. „Mensch wasn jetz mit dir los? Ist was passiert oder liegt es an mir?“ „Nee, hätte vielleicht auch etwas schlafen sollen…“ „Mach doch!“ „Und du? Du sitzt dann alleine hier rum? Ne, kommt nich in frage!“ „Was machen wir dann jetzt?“ „Ich weiß nich… Fernsehen?“, schlug er vor. Lina zuckte mit den Schultern und setzte sich neben ihn. „Er schaltete den Fernseher an und zappte durch. „och man ich versteh null!“ „Is ja auch deutsch!“ „Hey es hat aufgehört zu regnen!“ „Oh super! Dann werd ich mal nach hause gehen.“ „Och schade…“ „Ich muss morgen zeitig raus.“ „Aber wir fahren doch morgen schon…“ „Wirklich? … Hm… dann bleib ich!“ „Echt?“ Sie nickte. „Wer weiß, wann wir uns sonst wieder sehen würden?!“, meinte sie und ging auf den kleinen Balkon. „Oder du kommst mit zu mir?“, schlug sie vor. „Joa kann ich machen.“ „Dann los!“


Sie nahmen sich ein Taxi und fuhren zu ihr. Dort angekommen, stand Sophie plötzlich bei ihr in der Wohnung. „Sophie? Was machstn du hier?“ „Na eigentlich wollte ich dich zu unserer Verabredung abholen, aber du warst ja noch nicht da?! Was hast du eigentlich an und… ach … hi lauri!?“, sprach sie ganz außer sich. „Wieso regst du dich eigentlich so auf Sophie? Wer kommt denn meistens zu spät und entschuldige mal! Meintest du nicht immer…“ „Hey! Ich will euch ja nicht unterbrechen, aber vielleicht sollte ich lieber gehen?“ „Nein lauri bleib ruhig! Ich wollte gerade gehen! Ich meld mich!“ Schon rauschte Sophie aufgebracht an beiden vorbei nach draußen. Lina atmete erstmal tief durch und schloss die Augen. „Ähh… meinst du wirklich, ich soll nicht lieber wieder gehen?“ „Nein, ist schon okay! Ich geh mich schnell umziehen.“ „Okay!“ Sie war in ihrem Zimmer sich umziehen, während Lauri sich die Wohnung richtig ansah, da er das letzte Mal nicht so darauf geachtete hatte. Ihre Wohnung war in sehr hellem Holz, wahrscheinlich IKEA Möbel gehalten, ihre Vorhänge waren in einem weiß und ihre Couch war schwarz. Sie war sehr modern eingerichtet. Da ging plötzlich die Wohnungstür auf und Tim kam rein. „Huch… Du bist doch Lauri, hab ich Recht?“ „Äh… ja und du bist?“ „Ihr Bruder Tim. Freut mich… Du bist also der jenige, der die Gefühle meiner kleinen Schwester durcheinander bringt? Na dann macht euch mal n schönen Tag! Bin schon wieder weg!“ Lauri lächelte glücklich in sich hinein - der die Gefühle meiner kleinen Schwester durcheinander bringt? – aber war das jetzt im positiven oder im negativen Sinne gemeint? Fragte sich Lauri doch da kam Lina schon wieder. „Na! Fertig?“ „Jepp!“ „War das eben mein Bruder?“ „Ja.. Und was machen wir jetzt?“ „Ich weiß nicht!“ „Dann lass uns einfach n bissl fernsehen?“ Er zuckte mit den Schultern und hatte den gleichen Gedanken sich hinzusetzen wie Lina. Beide stießen zusammen und mussten lachen, danach herrschte peinliche Stille und sie setzten sich hin. Lina machte den Fernseher an und Lauri rollte mit den Augen. Sie sah ihn fragend an. „Na ich versteh doch wieder kein Wort…!“ „Stimmt… Und was machen wir dann jetzt?“ Beide sahen sich ratlos an, als es an der Tür klingelte.


Lina öffnete die Tür. „Hallo mein Schatz!“, strahlte ihre Mutter ihr mit ihrer gekünstelten guten Laune entgegen. „Hi Ma! Tut mir leid, aber ich hab jetzt keine Zeit!“, kam sichtlich unrecht von Lina, die ihre Mutter nicht leiden kann. „Da kommt man mal seine Tochter besuchen und dann hat sie keine Zeit für einen!“, blaffte sie Lina an. Lina verleierte bloß wieder ihre Augen. „Warte kurz!“ Sie schloss die Tür für einen Moment und ging zu lauri. „Kannste mal kurz für n paar Minuten in mein Zimmer gehen? Das is meine Ma und die macht Stress, wenn ich sie jetz zurückweise…“ „Klar!“ Er stand auf, doch bevor er ins Schlafzimmer ging, drückte Lina ihm einen Kuss auf die Wange. „Danke!“ Er lächelte sie an und schloss die Tür hinter sich. Er sah, während Lina wieder zu ihrer Ma ging, sich ihr Zimmer an, was ebenfalls sehr modern gehalten war. Er hörte Gebrüll von draußen und machte sich Sorgen, wollte raus gehen, doch ließ es bleiben…


„Du denkst nur noch an dich! Kommst mal zu deiner Tochter wenn du Langeweile hast oder ein schlechtes Gewissen! Hast du einmal daran gedacht, mich mal zu besuchen ohne irgendeinen Vorwand? Nein und genau das ist der Punkt!“, schrie Lina sie an. Ohne weiter reden zu können, klebte ihre Mutter ihr eine. „Red gefälligst in einem anderen Ton mit deiner Mutter und erzähl sowas nicht! Das stimmt doch gar nicht! „Ach nein? Warum kommst du gerade jetzt her?“ „Warum? Weil ich meine Tochter besuchen wollte und dich fragen wollte, ob du heute Abend zum Essen kommen möchtest?!“ „Einfach so? Nein! Das kauf ich dir nicht ab! Wahrscheinlich ist wieder irgend so ein Imobilienfritze da und du willst deine Tochter, die in einer bekannten Agentur arbeitet präsentieren? Vergiss es!“ Schon wieder ohrfeigte ihre Mutter sie. „Hau ab! Ich will dich nie wieder sehen! Du bist nicht meine Ma!“ Ihre Ma machte eine hochnäsige Bewegung, drehte sich um und ging. Lina liefen die Tränen und sie hielt sich die Wange, sie sackte auf dem Boden zusammen und weinte. Womit hatte sie so eine Familie verdient? Denn nicht nur ihre Mutter war so zu ihr, sondern auch der Rest der Familie. Seit Lina in dieser Agentur arbeitet, was nun genau 2 Jahre waren, war sie der ‚Mittelpunkt’ der Familie, doch nur was das Geschäftliche anging. Lina hasste Menschen, die nur oberflächlich sind und auf Beruf und Aussehen achten.


Lauri bemerkte, dass die Tür der Wohnung zu geknallt wurde, danach herrschte Stille. Sollte er rausgehen?


Er tat es. Langsam öffnete er die Tür und sah nach draußen. „Lina?!“, sah er erschrocken auf sie. Er hockte sich zu ihr und nahm sie in den Arm. „Ich hab Bruchteile mit bekommen.“ „Das war wahrscheinlich nicht zuüberhören?“, lächelte sie ihn verkrampft an. „Auf meine Familie kann ich nun wohl verzichten. Abgesehen von meinem Bruder.“ Lauri wischte ihr die Tränen weg und zog sie hoch. Sie setzten sich aufs Sofa. „Was sagt denn dein Bruder dazu?“ „Tim? Er hat sich schon längst nicht mehr als Familienmitglied angesehen. Ich war für ihn immer seine Familie und er für mich meine Familie. Meine Eltern kamen nur zu mir, wenn sie mich mal für was brauchten… Sonst hatten sie keine Tochter.“ Er nahm sie wieder in den Arm. Sie schmiegte ihren Kopf an seine Schulter. Lange noch saßen sie so da. Es war nun schon gegen 18 Uhr. Lina sah zu Lauri auf. „Danke!“ Er lächelte sie an, er strich über ihre Wange und sah in ihre wunderschönen blauen Augen; sie sah in seine. Ihre Gefühle spielten verrückt und sie konnte sich nicht bewegen, nicht seinem Blick entweichen, den wunderschönen grünen Augen. Langsam näherten sich ihre Gesichter, den Blick hielten beide stand, als sich, erst ganz sanft ihre Lippen berührten. Beide schlossen die Augen, der Kuss wurde inniger, leidenschaftlicher. Ihre Zungen berührten sich, spielten mit einander. Lauri wollte das eigentlich gar nicht, aber andererseits wollte er es doch. Er hate angst, die eventuelle Freundschaft zu zerstören. Lina ging es nicht anders. Auch sie wollte es, doch wollte sie es auch nicht. Keiner wusste was er nun tun sollte. Ihre Köpfe sagten ‚nein’ doch ihre Herzen ‚ja’.


Beide lösten sich. „Lauri! Ich weiß nicht ob wir …“ Er legte seinen Finger auf ihre Lippen „Schhh…“, wieder küsste er sie und zog sie auf sich. Sie erwiderte den Kuss, legte ihre Hände in seinen Nacken und zog ihm sein Shirt aus. Sein Körper faszinierte sie. Er war durchtrainiert. Sie strich mit ihrer Hand über seinen Körper. Er liebkoste ihren Hals, hinterließ einen leicht feuchten Film… Beide standen auf und bewegten sich auf Linas Schlafzimmer zu, ließen sich in die Kissen fallen und verbrachten eine wunderschöne Nacht…


Das Handy von Lauri, weckte beide. Sie lagen eng aneinander geschlungen in Linas Bett. Lauri löste sich von ihr und nahm ab:


„Mensch Lauri! Wo bist du denn?“, fragte Aki aufgebracht.

„Ich bin bei Lina, wieso?“

„Mensch hättest du nicht was können?“

„Wieso den? Ich dachte ihr wüsstet es?“

„Na is ja jetz auch egal! Sei pünktlich! In 2 Std.!“

„Is ja gut! Bis dann!“


Lauri legte auf und das Handy wieder weg. Er ließ sich zurück in die Kissen fallen. Er sah zu Lina die, wie es schien wieder eingeschlafen war. Sie sah so süß aus. Er strich ihr die Haarsträhne aus dem Gesicht. Lina lächelte leicht und kuschelte sich wieder an ihn. „Wer war das?“, fragte sie, trotz geschlossener Augen. „Aki. Er wollte nur wissen wo ich bin.“ Er schlang seine Arme um sie und zog sie fest an sich. Sie schlief wieder ein, doch Lauri blieb wach.


Lauri hatte nicht mehr viel Zeit, denn er musste zurück ins Hotel seine Sachen packen. Vorsichtig löste er sich von ihr und stand auf. Er zog sich an und gab ihr noch einen Kuss auf die Wange, deckte sie zu und verließ dann leise die Wohnung. Er schrieb sich noch schnell die Adresse auf und lief den Weg zurück zum Hotel. Er schaffte alles gerade rechzeitig, also Taschepacken etc., da der Weg von ihr bis zum Hotel, nicht gerade der kürzeste war. Es klopfte an seine Zimmertür und Aki kam rein. Wortlos setzte er sich auf das Bett. „Und?“ „Wir haben miteinander geschlafen.“ Aki atmete tief. „Bist du dir sicher, dass das das Richtige war?“ Lauri setzte sich neben ihn. „Ich weiß nicht. Es war wunderschön, aber ob es richtig war?“ „Wollte sie es denn auch?“ Er nickte, obwohl er genau wusste, dass sie kurzzeitig gestoppt hatte. „Hast du mit ihr wenigstens drüber geredet?“ Lauri sah ihn entschuldigend an. „Sag jetzt nicht du bist einfach gegangen?“ „Aki sie hat noch geschlafen, ich musste weg und…“ „Geh zu ihr! Du kannst sie doch jetzt nicht einfach so verlassen?! Ich dachte du liebst sie?“, sprach er in einem mahnenden Ton. „Tu ich ja auch, aber ich kann nicht, ich ruf sie an.“ „Weißt du was du für ein Idiot bist? Du machst immer alles kaputt und da wunderst du dich, dass du Pech in der Liebe hast?“, mit diesen Worten mit aufgebrachter Stimme verließ Aki das Zimmer. Lauri ließ sich nach hinten aufs Bett fallen und schlug die Hände vors Gesicht.


Lina wachte auf und wollte Lauri einen Kuss geben, doch er war nicht da. Sie stand auf und sah sich in der Wohnung um – Nichts weder ein Zettel noch sonst was. ‚Warum lauri? Warum tust du mir das an?’, sie war zutiefst enttäuscht von ihm, ‚Ich hätte nicht auf Sophie hören dürfen, ich wusste das es nicht gut gehen würde. Warum hab ich mich darauf eingelassen?’ Sie ging duschen und zog sich um. Heute musste sie erst später ins Büro. Sie machte sich Kaffee und überdachte alles der letzten 3/4 Tage; die Nacht, die 2 wunderschönen Abende. Warum musste sowas immer ihr passieren?


Sie stieg in ihr Auto und fuhr ins Büro, wie immer kam sie am Hotel vorbei. Sie parkte und fragte drin an der Rezeption, ob sie schon weg waren. Die Dame bejahte. Lina bedankte sich für die Auskunft und lief mit Tränen in den Augen zu ihrem Auto. Sie stieg ein, doch fuhr nicht los. Sie lehnte sich zurück und weinte. Da kam im Auto ‚liar’ von KILLER, es passte zu ihrer Situation.


It’s easy for you to say
I shouldn’t take it the wrong way
So don’t spoil a perfectly good story by telling it ain’t true

And I believe everything you say,
‘cause you’re a liar, liar, liar, baby
And everything else is all the same,
‘cause you’re a liar, liar, liar, baby
And all the same if you go your way,
‘cause you’re a liar, liar, liar, baby
And I believe everything, ‘cause you’re a liar

Liar
Won’t you give me what I need
This sweet deceit is mine to keep
So don’t spoil a perfectly good story by telling it ain’t true

I chose to believe those pretty lies
And I won’t blame you for making me feel good for a while
I know it won’t last baby, it’s like almost you got me
Liar, liar, liar, liar


Wie gern hätte sie ihn jetzt angeschrieen und mit ihren Gefühlen konfrontiert. Er hatte mit ihr gespielt, wollte sie anscheinend nur für eine Nacht.


Da klingelte ihr Handy. Es war Lauri. Sie überlegte abzunehmen, doch sie drückte ihn weg und schaltete ihr Handy aus. Sie wischte sich Tränen weg und fuhr ins Büro. Dort angekommen, begrüßte Mario sie freundlich, doch sie bemerkte ihn gar nicht, da sie in Gedanken war. „Lina? Halloo?“ „Was? Ach du! Hi!“, begrüßte sie ihn flüchtig und schaltete ihren Computer an. Mario sah ihr verdattert nach und ging wieder an seinen Platz. Sie hatte schon wieder eine Menge Unterlagen auf ihrem Schreibtisch liegen, doch als sie einige durchlas, wurde es ihr zu viel. Da es in allen um das Cover von TR ging. Sie öffnete ihr Programm und lud ihre Daten hoch – wieder TR. Das Cover was sie mit Lauri zusammen gestaltete blitzte ihr entgegen. Alle Erinnerungen kamen ihr wieder hoch, der Abend an dem sie hier ihren Spaß hatten. Sie schaltete ihr Handy wieder an und ihr Display zeigte ihr, dass sie 18 Anrufe in Abwesenheit hatte, doch da sie genau wusste von wem sie waren, prüfte sie das gar nicht erst nach. Sie wählte die Nummer von Sophie. Doch sie ging nicht ran. Sie stand auf und ging zum Büro ihres Chefs. „Kommen sie rein!“, schallte seine Stimme ihr entgegen und sie öffnete die Tür. „Fr. Tien! Was gibt es denn?“ „Kann ich heute frei machen?“ „Ja natürlich! Das geht schon klar!“ Gerade wollte sie kehrt machen, als ihr noch was einfiel. „Ach, den Auftrag mit TR..“ „Ja? Stimmt etwas nicht damit?“ „Ich würde ihn gern abgeben.“ „Aber wieso? Ich habe ihre Arbeit gesehen, sie gefällt mir sehr gut.“ „Danke, aber ich möchte nichts weiter damit zu tun haben. Wenn es okay ist, würde ich ihn gern an Mario übergeben?“ „Ja Fr. Tien, dann sprechen sie das mit ihm und sie bekommen einen neuen.“ „Danke! Bis morgen dann.“ „Bis morgen und erholen sich gut!“ „Danke!“ Sie verließ das Büro und ging zu Mario. Sie klärte alles mit ihm ab und verließ das Gebäude. Sie ließ ihr Auto stehen und lief einfach los, ohne zu wissen wohin.


Am Strand endete ihr Spaziergang letztendlich. Auch hier erinnerte sie wieder alles an Lauri. Egal wohin sie gehen würde, alles erinnerte sie an ihn. Sie setzte sich in den Sand und ließ ihren Tränen wieder freien Lauf.


Am nächsten Tag versuchte Lauri sie anzurufen, doch ihr Handy war ausgeschaltet. Lauri machte sich einerseits Vorwürfe und Sorgen, doch andererseits wusste er nicht was er nun tun sollte. „Du bist selbst dran schuld!“, rauschte Aki an ihm im Bus nach hinten vorbei. Lauri seufzte. „Kann ich mit dir reden?“, fragte Lauri Aki. Beide verzogen sich in den vorderen teil, da hinten Eero und Pauli saßen. „Ich weiß ich hab Mist gebaut, aber ich hätte so oder so weggemusst.“ „Mensch Lauri, was meinst was es schon allein ausgemacht hätte, wenn du ihr einfach nur gesagt hättest, dass du jetzt gehen musst? Ich will nicht wissen, wie sie im Moment drauf ist. Grade du hattest mir erzählt, wie sie dir von dem Umgang mit Männer erklärt hatte, da muss man doch mal nachdenken! Nein Hr. Ylönen macht natürlich genau wieder das Falsche und haut einfach ab.“ „Ich weiß, dass ich das hätte nicht tun sollen…“ „Ruf sie an!“ „Ich hab es doch schon mehrmals versucht, aber sie hat ihr Handy nicht an.“ „Tut mir Leid Lauri, aber aus der Scheiße musst du selbst wieder raus finden!“ Aki stand auf und ging wieder zu den Anderen Jungs.


Lina war nun wieder zu Hause und saß auf dem Sofa, während sie sich durchs Fernsehprogramm zappte. Bei MTV blieb sie stehen, denn da kamen gerade die NEWS:


„The Rasmus Sänger Lauri mit neuer Liebe?


Gestern wurden die Beiden (Bild wurde eingeblendet) händchenhaltend im Hotel --- gesichtet. Da TR heute im Studio bei MTV- Select sind, werden wir ihn dazu befragen.“


Sie schaltete den Fernseher wieder aus und schmiss die Fernbedienung an die Wand. Sie vergrub ihr Gesicht in den Händen und verlor wieder mehrere Tränen. Sie beschloss zu Sophie zu fahren, die nun auch da war. „Mensch Lina, was ist denn passiert?“, fragte sie mit sorgenerfüllter Stimme. Sie setzten sich beide aufs Sofa und Lina erzählte vom ersten bis zum heutigen Tag alles. „Das hätte ich nie von ihm erwartet. Warte mal, heute kommt doch MTV- Select, da sind die doch da.“, schon schaltete Sophie den Fernseher ein und MTV. Da kam auch schon die Ansage für TR. Alle 4 kamen ins Studio. Lina konnte gar nicht hin sehen. Sophie nahm sie in den Arm. „Tut mir Leid Süße!“ „Nein, ist schon okay Sophie!“ Beide lauschten dem Interview:


… „Man hat dich vor 2 Tagen mit einem hübschen jungen Mädchen gesehen, ist das die neue große Liebe?“ Doch Lauri gab dazu kein Kommentar ab. „War ja klar!“, blaffte Lina. „Ich will dich ja nicht rausschmeißen, aber ich muss jetzt zur Arbeit.“ „Nein ist schon okay!“ „Warum bist du eigentlich nicht auf arbeit? Und was ist mit dem Auftrag für das Cover für TR?“ „Ich hab den Auftrag an Mario abgegeben und mir für heute frei genommen.“ „Na dann erhol dich und denk nicht so viel an ihn! Hörst du?“ Lina nickte und umarmte sie zum Abschied noch.


[Eine Woche später]


Richtig darüber hinweg war Lina nicht, doch ihre Arbeit lenkte sie ab. „Na Lina! Alles klar bei dir?“, kam Mario zu ihr. „Jaja, alles klar! Und wie siehts bei dir aus?“ „Ach ich warte nur bis die Jungs von TR kommen…“ Den Rest bekam Lina nicht mehr mit, denn da ging auch schon die Tür des Büros auf, in dem Mario und Lina zusammen arbeiten und die Jungs kamen rein. Sofort war der Blickkontakt zwischen Lina und Lauri hergestellt, doch Lina wollte das nicht. Sie stand auf, nahm ihre Tasche und rannte dicht an Lauri vorbei nach draußen. Mario und der Rest der Jungs sahen ihr und Lauri, der ihr mittlerweile hinterher rannte nach. „Warte Lina!“, rief er ihr hinterher, doch da fuhr Lina auch schon los. Lauri sah ihr nach, doch ging dann nach einer Weile wieder hoch. Aki sah ihn an, Lauri nickte, denn er wusste wie Akis Blick gemeint war. „Ja ähm… können wir dann?“, fragte Mario nach und alle nickten. Doch Lauri war nicht richtig bei der Sache, denn als er das Cover auf dem Bildschirm sah, erinnerte er sich an den Abend zurück. Ohne ein Wort zusagen stand Lauri auf und ging. Alle sahen ihm verdutzt nach außer Aki, der allen zu zwinkerte.


Lauri nahm sich ein Taxi und fuhr zu ihr, doch sie war nicht zu Hause, auch am Strand und in dem Club sah er nach – Fehlanzeige. Eine Chance blieb ihm noch – das Hotel. Er fuhr dorthin und sah sich um, fragte an der Rezeption, doch auch hier war sie nicht. Was sollte er nun tun? Er wusste es nicht und fuhr wieder zur Agentur, wo der Rest der Band und der Manager mit einem drohenden Blick wartete. Doch Lauri würdigte keinem einen Blick, sondern stieg in den Bus und vergrub sich in deiner Koje.


Lina war in die Stadt gefahren und hatte sich in ein kleines Café gesetzt, in dem Sophie arbeitete. Sie brachte ihr einen Capuccino und setzte sich zu ihr. „Vielleicht hättest du ihn anhören sollen?“ „Nein! Ich will nichts mehr mit ihm zutun haben.“


Sie fuhr wieder ins Büro, da sie ja nun schon weg gewesen sein müssten und so war es auch. Mario berichtete kurz von dem Meeting und fragte nach, was denn passiert wäre, doch sie wollte es ihm nicht erzählen. Etwas enttäuscht setzte Mario sich wieder an seinen Schreibtisch. Lina öffnete das Internet, wobei sich auch Werbung öffnete:


New Yorker Agentur sucht erfahrene Grafikerin…


Lina klickte den Link an und las sich alles Genauere durch. Es war im Grunde genommen das Gleiche, wie sie hier machte, nur mit einem wesentlich höheren Gehalt und eben in New York. Sie öffnete einen weiteren Link, wo man sich bewerben konnte und füllte alles was gefordert war aus. Doch warum tat sie das eigentlich? Warum New York? Weg von ihrer Heimat und Sophie, ihrer einzigen Freundin und ihrem Bruder? Sie wusste es selbst nicht.


Eine Woche später erhielt Lina eine Mail, in der stand, dass sie zum Bewerbungsgespräch in 3 Tagen geladen wäre. Es war zwar kurzfristig, doch sie fragte ihren Chef nach Urlaub, den sie auch bekam und buchte sich gleich einen Flug.


Gerade war sie beim packen, als es an der Tür klingelte. „Sophie! Gut das gekommen bist!“ „Was gibt es denn so Dringendes? Und was haben die Koffer da zu bedeuten?“ „Darum geht es ja. Ich fliege für eine Woche nach New York.“ „NEW YORK?“, fragte sie ganz außer Fassung. „Ja, es ist geschäftlich, ich wollte dich nur fragen, ob du derweil meine Wohung in Schuss hälst?“ „Klar! New York! Nee, ich glaubs nicht! Da würde ich auch gern mal hin!“ „Wer weiß, vielleicht kannst dus ja bald! Außerdem war ich doch schon öfters dort!“, zuckte Lina mit den Schultern. „Ich muss dann auch los, kannst du mich zum Flughafen bringen?“ „Klar!“


Schon saßen sie im Auto und fuhren zum Flughafen. Im Auto kam gerade ‚I don’t wanna know’ von Mario Winans. Lina liebte diesen Song schon immer.


Am Flughafen angekommen, verabschiedeten sich beide von einander. Lina checkte ein und saß 2 Stunden später schon im Flugzeug. Sie flog sehr lange und schlief die meiste Zeit, wobei sie träumte… Sie saß in einer Wohung in New York und da kam plötzlich ein kleines Mädchen, ca 3 Jahre alt zu ihr gerannt, ihre Tochter. Dann stand da plötzlich lauri hinter ihr und küsste sie und nahm ihre Tochter auf den Arm ‚Daddy’ sagte die Kleine zu ihm und umarmte ihn. Lina wachte voller Angst auf und sah aus dem Fenster, sie setzen gerade zur Landung an und ihr Traum war sehr real, doch schon wieder fast vergessen.


Sie holte ihr Gepäck und ließ sich von einem Taxi in ihr Hotel bringen. Trotz dass sie schon öfters in New York war, faszinierte sie die Großstadt immer wieder. Das Hotel war ihr Stammhotel. Sie bezahlte den Taxifahrer und stieg aus. An der Rezeption alles geklärt, machte sie sich auf den Weg in ihr Zimmer. Sie stellte ihr Gepäck ab und legte sich erst einmal auf ihr Bett. Was soll sie machen wenn es doch tatsächlich klappt? Alles zurücklassen, Sophie zurücklassen, Tim zurücklassen? Sie wollte alles auf sich zu kommen lassen und ging, da es schon ziemlich spät, noch etwas essen und dann gleich ins Bett.


Sie hatte sich den Wecker gestellt, der auch pünktlich am nächsten Morgen klingelte. Sie machte sich fertig und zog sich an. Nachdem sie etwas gefrühstückt hatte, machte sie sich auf zum Bewerbungsgespräch.


Nach langwierigen Warten, kam sie endlich an die Reihe.


Als sie es endlich geschafft hatte, musste sie nun noch einen Tag warten bis sie erfuhr, ob sie angenommen wurde oder nicht. Sie verbrachte den Rest des Tages in der Innenstadt und ging etwas shoppen. In einem CD- Laden war ein großes Plakat auf dem TR zusehen waren und Tourdaten. Alles kam wieder hoch, dann wurde auch noch ITS gespielt, als würde sie alles verfolgen. „Miss? Geht’s es ihnen nicht gut?“, sprach sie eine Verkäuferin an. Lina sah sie verwirrt an und ging einfach. Sie nahm sich ein Taxi und fuhr ins Hotel.


‚Warum hab ich nirgendwo Ruhe vor ihm? Warum lässt er mich nicht in Ruhe?’ Daran konnte sie einfach nicht aufhören zudenken. Unter Tränen und diesen Gedanken schlief sie ein und auch sehr unruhig. Schweißgebadet wachte sie auf. Wieder dieser Traum. Da es schon 7 Uhr morgens war, stand sie auf und machte sich gleich fertig. Halb 8. In einer Std. bekommt sie einen Anruf. Sie ging erstmal was essen und trank einen Kaffee. Entweder sie dachte an Lauri oder an das Bewerbungsgespräch. Ihr Brötchen war schon kalt und ihr Kaffee war gerade noch trinktauglich, als ihr Handy klingelte. Sie nahm ab und konnte nicht glauben was ihr da gerade gesagt wurde. BESTANDEN. Sie freute sich, doch einerseits auch nicht. Jetzt sie es ihrem Chef und Sophie erklären, doch freut sie sich, denn hier würde sie nicht an lauri und ihre Familie erinnern. Sie könnte hier ein neues Kapitel beginnen und das ist auch was sie wollte.


2 Tage später war sie auch schon wieder zu Hause. Sie beschloss, trotz das sie noch Urlaub hat ins Büro zufahren. Denn sie wollte mit ihrem Chef und Mario alles abklären.


„Fr. Tien! Und sie sind sich da wirklich sicher?“ „Ja. Ich will einen neuen Lebensabschnitt beginnen. Ich hab zu viel hier was mich an meine Familie erinnert und sie kennen sie ja?!“ „Ja, das tut mir leid. Aber sie sind eine der besten Arbeiterinnen hier! Sie haben sich das wirklich gut überlegt?“ Lina nickte. „Hier ist meine Kündigung.“, legte sie ihm einen Brief hin. Er atmete tief durch und sah sie bedauernd an. „Ich freue mich zwar für sie, aber hier werden sie uns natürlich immer sehr fehlen! Sie kommen uns doch mal besuchen?“ „Ja werde ich!“ Er reichte ihr die Hand und wünschte ihr noch mal alles Gute. Sie erklärte auch alles noch mal Mario, der auch sehr traurig darüber war, sich aber für sie freute.

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Dann ging sie nach Hause. Auf dem Weg hatte sie Sophie angerufen und gefragt, ob sie heute Abend zu ihr kommen wolle. Sie willigte ein und war pünktlich 19 Uhr da. Beide aßen Pizza und machten es sich auf dem Sofa bequem. „Warum ich dich eigentlich eingeladen habe.“ „Ja?“, nuschelte sie zwischen ihrem Stück Pizza. „Als ich in New York war, ging es nicht um die Agentur.“ „Sondern?“ „Ich war bei einem Bewerbungsgespräch für eine Agentur dort.“ Sophie verteilte die Pizza fast über den ganzen Tisch, als sie dies hörte. „Das ist nicht dein Ernst? Du willst nicht weg aus Berlin? Das kannst du mir jetzt nicht erzählen!“ „Doch, hier erinnert mich zu viel an alles…“ „Lauri? Aber nicht nur wegen dem?“ „Auch, aber auch wegen meiner Familie. Klar ich hab dich und Tim, Mario und meine ganzen netten Arbeitskollegen/ Ex- Arbeitskollegen.“ „Du hast schon gekündigt? Nee, wa?“ „Doch. Sie haben mich angenommen und ich fange nächste Woche dort an.“ „Bist du noch ganz bei Trost? Du kannst doch nicht alles nur wegen Lauri und deiner Familie hin schmeißen und zurücklassen?! Überleg dir das gut!“ „Sophie ich hab es mir überlegt! Es ist das Beste. Dort kann ich einen neuen Lebensabschnitt beginnen.“ „Und ich? Du bist hier meine einzige Freundin und du bist meine Familie! Ich hab sonst niemanden außer dich!“, begannen ihr die Tränen aus Wut und Enttäuschung zu fließen. „Ich bin enttäuscht von dir, echt! Ich glaub du gehst jetzt lieber!“ Lina schloss kurz die Augen und stand dann auf. „Bitte Sophie! Es tut mir leid, aber denk doch auch mal an mich! Meinst du ich mach das aus Spaß?“ Sophie öffnete ihr die Tür, während sie noch mehrere Tränen verlor. Warum verstand Sophie sie denn nicht? Sie könnten sich doch immer besuchen und viel telefonieren oder sich Mails schreiben. Sie war enttäuscht, doch konnte sie Sophie auch etwas verstehen. Ihre Eltern waren vor einigen Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen und sonst hatte sie niemanden, denn ihre Verwanden lebten in Spanien. Langsam machte sie sich doch Vorwürfe, doch jetzt wollte sie es durch ziehen. Als sie wieder zu Hause war, klingelte ihr Telefon. „Ja?“, meldete sie sich, während sie ihre vereinzelten Tränen wegwischte.

„Ich bins Sophie. Tut mir leid wegen vorhin, aber ich war so …“

„Du musst dich nicht entschuldigen! Ich versteh dich.“

„Wann fliegst du denn?“

„In 3 Tagen.“ „In 3 Tagen schon? Und deine Wohung und was ist mit einer Wohung dort?“

„Mit meinem Vermieter hab ich schon gesprochen und dort werde ich vorerst im Hotel wohnen bis ich was gefunden hab.“

„Ich werde dich wahnsinnig vermissen.“

„Ich dich auch Süße!“

„Ich komm dich besuchen!“

„Das musst du!“

„Lass uns Schluss machen. Meld dich wenn du Hilfe beim Packen oder so brauchst, ja?“

„mach ich! Hab dich lieb! Bye!“

„Ich dich auch, bye!“, verabschiedeten sich beide voneinander. Lina lächelte beruhigt und fing an zu überlegen, was sie alles mitnehmen würd. Sie machte sich eine Liste und fing schon an so grob einiges zu packen.


Abends aß sie was und zappte sich durchs Fernsehprogramm, wo sie wieder mal bei MTV stoppte.


„Unglückliche Liebe bei TR Sänger Lauri?

Wir berichteten über die Bilder mit dem hübschen Girl im Hotel.

Nach dem Besuch bei Select, wozu er kein Kommentar abgeben wollte, ist er mit seinem unglücklichen Blick bei den Konzerten in den Städten München, Kiel, Köln und Hamburg aufgefallen. Fans und Reporter fragten sich: Hat es mit dem hübschen Girl zutun? Auch hierzu befragten wir ihn persönlich, doch richtig wollte er nichts dazu sagen, doch ist uns der Blick des Drummers Aki aufgefallen (Bild wird eingeblendet). Was ist los bei dem süßen Finnen? Auch hier werden wir wieder der Sache auf den Grund gehen und berichten. …“


Lina sah sich lauri genau an und bemerkte seine schmerzerfüllten Augen. Sie schaltete den Fernseher aus, trank ihr Glas Wasser aus und legte sich dann ins Bett. Wieder musste sie an die Tage mit lauri denken. Er ging ihr einfach nicht aus dem Kopf. Sie dachte an die Nacht und plötzlich kam ihr der Traum wieder hoch. Sie schlief mit Gedanken überschüttet ein und wachte am nächsten Morgen schon zeitig auf. Es war erst 5 Uhr morgens, doch sie konnte nicht mehr einschlafen, denn sie hatte wieder geträumt, wieder von lauri, doch ohne Kind:


Sie ging die Straße entlang … Plötzlich würd es dunkel und sie sieht vor sich immer weiter entfernend eine Flamme. Sie folgt ihr, plötzlich hört sie Schritte hinter sich, sie dreht sich um und Lauri stand hinter ihr. Er lächelte sie an, doch sie hatte Angst und wollte wegrennen. Sie wollte zu der Flamme und gleich zeitig weg von lauri rennen. Die Flamme wurde immer kleiner, bis sie ganz verschwunden war und auch Lauri weg war. Sie stand allein, alles war schwarz um sie. Plötzlich kommt eine Krähe auf sie zu geflogen, doch in dem Moment wacht sie auf. Immer wieder ging ihr der Traum durch den Kopf und sie konnte auch nicht aufhören daran zudenken.


Es war nun schon 16 Uhr und der 3. Tag. Sie war sehr traurig, doch freute sie sich auch einerseits. Sophie war da und sie besprachen noch so einiges was die Wohung und weiteres betraf.


Auf dem Flughafen verabschiedeten sich beide unter Tränen. Wenig später saß Lina dann auch schon im Flugzeug und wartete auf den Start. Komischerweise wurde ihr während des Fluges übel, was ihr noch nie passiert war. Schnell rannte sie zur Toilette und übergab sich. Sie sah in den Spiegel und fragte sich, was nur mit ihr los sei.


Als sie gelandet war, holte sie ihre Koffer und fuhr ins Hotel. Sie rief gleich Sophie an, die sich riesig freute:


„Man bin ich beruhigt das du da bist! Weißt du was? Ich hab ne Idee!“

„So? Welche denn?“

„Ich zieh auch nach New York.“

Lina war so perplex, dass sie gar nichts darauf sagen konnte.

„Na! Freust du dich?“

„Äh.. ja aber dein Job und…“

„Ach ich kann auch in New York in einem Café arbeiten und sonst hält mich doch eigentlich auch nichts hier!“

„Puh! Na wenn du meinst!“

„Du klingst aber nicht sehr begeistert!?“

„Doch, ich freu mich! Aber das kam jetzt so überraschend und ich bin grade erst angekommen… Und wann und wie willst du jetz…?"

„Mit meinem Vermieter hab ich heut schon gesprochen, ich komm auch erstmal mit ins Hotel und dann suchen wir uns ne Wohung zusammen! Was hälst du davon?“, ließ sie Lina nicht ausreden.

„Äh.. ja! Aber so einfach geht das doch nicht..“

„Klar! Du hast doch bestimmt noch n Bett frei oder du buchst noch n Zimmer für mich!?“

„Öh, naja ich frag mal nach, denn ich hab nur ein Bett, aber wann denn?“

„In 3-4 Tagen bin ich bei dir!“, schon hatte sie aufgelegt und Lina sah, immer noch ganz perplex, auf ihr Handy und musste das alles erstmal registrieren.


Es war nachmittags halb 5 und sie wusste nicht was sie tun sollte, also beschloss sie wieder etwas in die Stadt wie letztes mal zugehen. Wieder kam sie an dem CD-Laden vorbei und sah das Plakat, sie ging rein und ließ sich diesmal nicht beirren, sondern sah wirklich die CDs durch. … Linkin Park… Limp Bizkit… The Rasmus- sie sah sich die CD genauer an INTO (Special Edition) Noch mit blonden Haaren.. Sie musste schmunzeln und war am überlegen, ob sie sie sich holt. Und sie tat es auch. Sie wollte wissen, auch wenn sie schon bei deren Konzert war, wie die Songs klingen.


Wieder im Hotel, legte sie die CD gleich in den kleinen CD-Player und lauschte der Musik. Sie las sich alle Texte durch und besonders gefallen taten ihr BULLET und LAST WALTZ. Immer wieder hörte sie sich die 2 Songs hintereinander an, als wieder das Telefon klingelte.

„Ja?“

„Ich bins Sophie!“

„Hi! Was isn los? Klingst so niedergeschlagen!“

„Das ich zu dir komme wird wohl noch bestimmt 2/3 Monate dauern.“

„Wieso?“

„Ich muss nach Spanien, meine Tante ist gestorben und mein Onkel will, dass ich dabei bin."

„Hm.. Das tut mir leid mit deiner Tante!“

„Ich kannte sie gar nicht weiter..“

„Ach komm um so mehr freuen wir uns dann, wenn du her kommst!“

„Haste auch wieder Recht. Naja ich meld mich wieder oder du! Bye!“

„Bye Süße!“

Lina legte auf und machte den CD-Player wieder aus. Etwas war sie ja traurig, aber irgendwie war es ihr auch recht, denn so hatte sie noch etwas zeit für sich, über alles hinweg zukommen.


Heute war ihr großer Tag- ihr erster Arbeitstag. Sie machte sich zurecht und fuhr dann zu ihrer neuen Arbeitsstelle. Es war ein großes aus fast nur Glasfenstern bestehendes Hochhaus. Sie ging hinein, wo ihr neuer Chef sie schon erwartete. „Ah Fr. Tien, da sind sie ja und pünktlich!“, er schien ganz nett zu sein, dachte Lina sich. Er war erst so um die 30 und sah gar nicht mal so schlecht aus. Sie folgte ihm zum Beratungsraum, in dem schon alle warteten. Einige musterten sie, doch schienen nicht schlecht zu von ihr zudenken. Andere bemerkten sie gar nicht. Als sie vorgestellt wurde, wurde ihr gleich der erste Auftrag zugeteilt und ihr neues Büro geführt. Sie hatte ein Einzelbüro und es hatte eine gigantische Aussicht, da ja alle Fenster aus Glas waren. Sie fühlte sich jetzt schon richtig wohl an ihrem neuen Arbeitsplatz. Sie schaltete ihren neuen Computer an und befasste sich gleich mit ihrer neuen Arbeit. Sie war relativ schnell fertig und ihr Chef war sichtlich begeistert von ihrer Arbeit. „Ich glaube wir haben hier eine neue fest angestellte unserer Agentur!“, er reichte ihr die die Hand, denn wie sich raus stellte, war das so was wie ne Einstiegsprüfung.


Am Abend kam sie gegen 20 Uhr im Hotel an, vorher hatte sie sich noch Zeitungen für Wohnungen geholt, die sie gleich durchsah und einiges ankreuzte. Da sie am nächsten Tag erst Nachmittag ins Büro musste, sah sie gleich einige an. Sie gefielen ihr eigentlich alle gut, doch eine hatte es ihr besonders angetan. Es war 2-ZW, alles mit strahlend weißen Wänden und Parkettfußboden, im Wohnzimmer war ein riesengroßes Fenster aus Glas, was oben bis nach unten reichte und dadurch den Raum sehr hell erscheinen ließ. Da sie auch relativ günstig war, klärte sie alles mit dem Makler und schon war die Wohung für sie gemietet. Jetzt fehlten bloß Möbel. Sie beschloss am nächsten Tag, Samstag, nach so etwas zu sehen.

Im Moment war sie so glücklich darüber, dass sie erstmal Sophie an rief:

„Na!“

„Hi Lina!“

„Alles klar bei dir?“

„Joa geht so! Was gibt’s?“

„Mein erster Arbeitstag lief perfekt und ich hab eine mega geile Wohnung!“

„Echt? Cool! Mach Fotos und schick sie mir, ja? Ich muss schluss machen, gibt essen!“

„Okay, wir hören uns!“

Lina legte auf und ging etwas essen, danach machte sie sich fertig und wollte gerade los, als ihr übel wurde, wie beim Flug. Naja, nachdem sie sich dann halt übergeben hatte, fuhr sie auf Arbeit. Ihr kam es komisch vor, erst dachte sie, sie hätte vielleicht eine Magenverstimmung, doch dann hätte sie ja Magenschmerzen und das hat sie ja ganz und gar nicht, plötzlich fiel ihr auf, dass sie ihre tage nicht bekommen hatte. Durch den ganzen Stress hate sie das gar nicht für voll genommen. Sie stellte ihr Auto ab und lenkte sich mit ihrer Arbeit ab. Sie machte sich erstmal keine weiteren Gedanken, denn dann ging es ihr ja wieder gut.


Abends kam sie etwas erschöpft im Hotel an, ging schnell etwas essen und dann gleich ins Bett. Wieder träumte sie, doch diesmal wieder dem Kind, den sie schon öfters geträumt hatte. Als sie wieder mal schweißgebadet aufwachte, dachte sie an die Übelkeit und sie bekam Angst, dass sie schwanger sein könnte. Sie schüttelte den Kopf und stand auf, da es schon 8 Uhr war. Sie machte sich fertig, frühstückte und fuhr in ein paar Möbelgeschäfte. Sie hatte sich schöne und modische Möbelstücke rausgesucht, die ihr in den nächsten Tagen geliefert werden, da sie ja schlecht alles allein tragen konnte.

Am späten Nachmittag kamen schon die Küche und die Wohnzimmermöbel. Doch sie schlief trotzdem noch im Hotel, bis alles richtig fertig war. Am nächsten Morgen wachte sie mal nicht von einem Alptraum auf, sondern durch die den Regen, der ans Fenster knallt. Das erste Mal, seit sie in New York war, regnete es. Sie stand auf, machte sich wie immer fertig und ging etwas frühstücken, was wohl nicht drin bleiben wollte, denn ihr wurde wieder übel. Langsam machte sie sich ernsthaft Sorgen, denn sie hatte immer noch nicht ihre tage bekommen. Sie beschloss zum Arzt zu gehen, doch erst am nächsten Tag, da ja Sonntag war.


So war es auch, da sie schon Mittag Schluss hatte, ging sie gleich zu einem Arzt, der sie untersuchte und ihre Befürchtung bestätigte- schwanger.


Ihr passte das überhaupt nicht 1. da sie von lauri schwanger war, 2. das sie gerade eine neue Arbeitstelle hatte und 3. da sie hier ganz alleine mit dem Kind sein würde. Doch eine Abtreibung kam für sie nicht in Frage, da es für sie Mord wäre. Also würde sie es austragen, doch vielleicht zur Adoption freigeben? Nein, auf keinen Fall! Doch wie soll es denn nun weiter gehen mit ihrer neuen Arbeit? Sie fuhr nochmal zum Büro und lief gleich zum Büro ihres Chefs. Sie klopfte und wurde herein gerufen. „Fr. Tien? Sie haben doch schon Schluss! Was gibt’s es denn?“ Sie setzte sich. „Ich hab ein Problem.“ „Stimmt etwas mit den Kollegen nicht?“ „Nein, da ist alles okay, aber ich war gerade beim Arzt und es wurde festgestellt das ich schwanger bin.“ „Aber das ist doch schön! Was ist dann jetzt ihr Problem?“ „Ich kann doch wenn ich das Kind habe schlecht weiter arbeiten?“ „na da machen sie sich mal keine Sorgen! Sie reichen wenn es so weit ist ihren Mutterschaftsurlaub ein und gut ist!“ „Wirklich?“ „Ja! So und jetzt fahren sie mal schön nach Hause und verkünden ihrem Schatz die Nachricht!“ Sie lächelte gespielt und ging. Ihrem Schatz? Dem ist das doch egal! – dachte sie sich und fuhr erstmal ins Hotel. Sie packte alles für ihre neue Wohung und fuhr gleich hin. Sie hatte nun fast alle Möbel zusammen, es fehlten nur noch ihre Komode und ihr Couchtisch, sonst war eigentlich schon fast alles perfekt. In Deutschland hätte dieser Umzug fast 2 Wochen gedauert und in New York war es gerade Mal ein zwei tage…


Lina war nun schon im 5. Monat und The Rasmus beendeten gerade ihre Tour in New York und Umgebung. Sie fuhren mit ihrem Bus gerade an einem großen Hochhaus vorbei, als lauri eine Frau auffiel. Sie sah aus wie Lina, doch sie war schwanger und Lina lebte ja auch gar nicht in New York, also war das ausgeschlossen, doch kam ihm alles wieder hoch, was er bis jetzt hatte fast alles verdrängen können. Alle Gedanken an Lina, die Liebe zu ihr, alle Erinnerungen, all dies, doch nun kam alles wieder hoch.


Wieder in ihrer Heimat beschloss Lauri an Lina einen Brief zu schreiben:

Hey Lina!

Es fällt mir nicht leicht dies zu schreiben,
da ich weiß, dass es vielleicht dazu zu spät ist.
Ich habe so oft versucht dich zu erreichen,
doch du bist nicht ans Telefon gegangen.
Ich habe versucht es immer und immer wieder zu verdrängen,
alle Gedanken, all die schönen Erinnerungen und
all diese Liebe die du mir gegeben hast und die ich für dich empfinde.
Aber es geht nicht und ich will es auch nicht mehr.
Ja, Lina ich liebe dich und das hat sich auch in den sechs Monaten nicht geändert.
Bitte lass mich dir alles erklären.
Warum ich einfach gegangen bin ohne Nachricht und ohne alles.
Mir tut das alles so schrecklich leid.
Doch ich kann die zeit nicht zurück drehen,
nur versuchen es besser zu machen.
Bitte Lina verzeih mir!
Bitte meld dich,
wenn du den Brief bekommen hast BITTE!!

Lauri

Er hatte ihn abgeschickte, doch er hatte er das Gefühl, als wäre er nie angekommen, denn sie meldete sich nicht. Es war nun 3 Monate her. Lauri wusste ja nicht, dass sie es tatsächlich war in New York und sie von IHM schwanger war.


Sie war nun im 8. Monat und wohnte mittlerweile mit Sophie, die sich auch schon auf das Kind freute zusammen. Beide hatten schon fast alles was lauri betrifft vergessen doch da war das Kind, was sie immer an ihn erinnern wird.


Vor 3 Tagen hatte sie den Mutterschaftsurlaub eingereicht und ließ sich von Sophie in jeder Weise bemuttern.


Lauri schrieb in der zeit an dem bald raus kommenden Album DEAD LETTERS weiter, dass wie er fand zurzeit perfekt zu seiner Situation passte. Denn in jedem Song geht es in irgendeiner weise um einen Brief in dem eine Entschuldigung formuliert ist. Außerdem passt auch der Titel des Albums – denn der Brief den er an Lina geschickt hatte war ebenfalls eine Entschuldigung.


Es wurde auch ein großer Erfolg. Als Lina und Sophie heute in der Stadt waren um etwas fürs Baby zu kaufen, blieb Lina am CD Laden hängen und ging auch rein. Sophie die weiter vor sich hin prabbelte merkte dass gar nicht, erst als sie ihr eine Frage stellt und sie merkte, dass Lina überhaupt nicht antwortete. Sie sah sich verwundert um und ging dann auch in den Laden. „Mensch, ich quatsch da draußen irgendwelche Leute voll, obwohl ich mit dir re… „, weiter hörte Lina nicht auf Sophie. Lina hielt gerade die neue Scheibe von TR in der Hand. Als sie das Cover sah, fiel ihr alles wieder ein, die Abende und vor allem der im Büro. Ihr lief eine Träne über die Wange. Sie strich über ihren wohlgeformten Bauch und lächelte gequält. „Hey Lina! Wieso weinst du?“, fragte sie in einem besorgten Ton, als ihr die CD in ihrer Hand auffiel. Lina sah immer noch auf sie und war fest entschlossen sie zukaufen. „Was willst du damit bezwecken?“, fragte Sophie leicht aufgebracht, als Lina sie sich gekauft hatte und Beide auf dem Weg nach Hause waren. „Sophie lass uns bitte nicht darüber reden.“ „Ich will aber wissen, was es dir bringt, wenn du dir sie holst? Dich erinnert doch sowieso alles wieder an lauri, wie man vorhin gemerkt hat!“ „Sophie bitte!“ Sophie schüttelte den Kopf und atmete tief.


Wieder zu Hause, verkroch Lina sich in ihr Zimmer und hörte sich die CD an, während sie sich das Cover ansah. Auf der Rückseite war etwas geschrieben:


“A dead letter is a

letter that has

never been

delivered because

the person to whom

it was written

cannot be found,

and it also cannot be

returned to the

person who wrote it”



Sie las es sich mehrmals durch und dachte viel darüber nach. Die Songs gefielen ihr alle. Vor allem GUILTY, TIME TO BURN und FUNERAL SONG, NOT LIKE THE OTHER GIRLS hatte es ihr aber besonders angetan. Sie hatte dabei so ein komisches Gefühl.


Ihr Handy klingelte und als sie aufs Display sah, wären ihr fast die Augen raus gefallen.


– Lauri. Sie hatte nie daran gedacht mal ihre Nummer oder so zu ändern, warum auch?


Es klingelte eine Ewigkeit. „Willst du nicht mal abnehmen?“, kam Sophie ins Zimmer. Sie sah Lina prüfend an. Als sie aufs Display sah atmete sie tief, sagte: „Überleg dir gut abzunehmen!“ und ging. Es hörte auf zu Klingeln und ihr wurde so mit die Entscheidung abgenommen. Sie war erleichtert, doch hätte sie auch gern abgenommen, plötzlich spürte sie ein Ziehen in ihrem Bauch. Sie verzog das Gesicht und rief nach Sophie, die gleich geeilt kam. „Scheiße, jetzt sag nicht die Wehen haben eingesetzt?“ Sie nickte. „Sophie ich hab Angst, es darf doch noch gar nicht kommen!“ „Schön ruhig! Wir fahren jetzt erstmal ins Krankenhaus und dann sehen wir weiter..“


Gesagt getan- eine Stunde später lag Lina auch schon im Kreissaal. Sie hatte große Angst, doch Sophie stand ihr bei.


Nach 5 Stunden Anstrengung hielt Lina nun endlich ihr Kind in den Armen. Ein kleiner Junge, der Lauri wie aus dem Gesicht geschnitten war.


Sie wurde auf ein Zimmer gebracht, wohin Sophie mitkam. Trotz das der Kleine schon eher als geplant geboren wurde, war ein Wonneproben. Er sah sehr süß aus. Sophie bewunderte ihn die ganze Zeit, während Lina noch schlief.


Nach 2 Wochen konnte Lina den Nicky- Benett (Name von Lindsay und mir kreiert) aus dem Krankenhaus abholen. Sophie und Lina hatten nicht mehr wirklich viel Schlaf. Ben machte viel Terror nachts. Lange schlafen konnten sie morgens auch nicht wirklich. Wenn sie mal bis 7 Uhr morgen schlafen konnten, dann war das lange von vll 21 Uhr abends bis 3 Uhr nachts und dann von 4 Uhr bis 7 Uhr.


Doch nun ging es langsam, der kleine war nun 1 Jahr alt und mit dem Schlafen wurde es immer besser. Immer wieder wollte Lina es Lauri sagen, doch Sophie redete es ihr immer aus.


‚Was ist mit dem süßen finnischen Rocker von TR los?

TR sagen Tour ab, ohne einen Grund abzugeben. Die Fans sind geschockt und zutiefst enttäuscht. Was ist los bei TR? Hat Lauri Liebeskummer, um das hübsche Girl von damals oder einer anderen? Hat jemand der 4 Probleme in der Familie? Gibt es Zoff in der Band? Viele Fragen, doch bei Fragen an die Band und das Management kommt keine Antwort. Wir werden wieder berichten.“, schrieb fast jede Zeitung die erhältlich war. Lina wollte den Artikel Sophie nicht zeigen, doch sie kam selbst mit einer Zeitung in der hand vom Zeitungsstand nach Hause. „Hast dus gelesen?“, fragte sie Lina, die darauf nickte. „Sophie ich muss mit dir reden!“ Beide setzten sich in die Küche, während Ben in seinem Laufgitter spielte. „Was ist denn?“ „Ich werde für ein paar tage, vielleicht auch Wochen weg fahren.“ „Wohin denn? Und warum denn?“ „Ich will einfach weg, bevor ich in 2 Monaten wieder anfange zuarbeiten. Sei mir bitte nicht böse, wenn ich dich hier allein lasse, aber ich muss einfach weg.“ „Und wohin willst du?“ „Keine Ahnung. Vielleicht nach Griechenland oder auch nach Spanien… Ich weiß es nicht.“, log sie, denn sie wusste genau wohin sie will und sie hatte sich auch schon ein bzw. 2 Tickets, für Ben natürlich mit gebucht. „ein Flug geht morgen.“ „WAS? MORGEN?“ „Ja, ich habe es gestern Abend mir überlegt, aber du kennst mich doch! Ich bin halt spontan.“ „Aber du fährst doch nicht nach Finnland?“, wurde sie misstrauisch. „Nein Sophie! Das haben wir doch nun schon mehrmals durchgekaut! Einfach nur Urlaub mit Ben!“ „Ich muss auf Arbeit. Wir reden heute Abend!“ Lina nickte. Als Sophie weg war nahm sie ihr Handy und suchte eine Nummer raus.. Es tutete:


„Ja?“

„Hi Lauri!“

„LINA??“

„Ja ich bins.. Ich… ich muss mit dir reden! Ich fliege morgen nach Finnland.“

„Ab.. das …“, stotterte er zurecht.

„Ich weiß, es kommt alles sehr …“, weiter kam sie nicht, denn das wurde Lina das Handy aus der hand gerissen und aufgelegt. „Sag mal spinnst du?“, kam es sichtlich aufgebracht von Sophie. „WAS? Sophie ich kann es nicht für mich behalten! Irgendwann wird Ben fragen wer sein Vater ist und ich will es ihm nicht verschweigen, weder Ben noch lauri! Er hat das Recht zu wissen, dass er der Vater ist! Du kannst es mir nicht verbieten!“, keifte sie zurück. „Du kannst doch nicht einfach…“ „Doch kann ich Sophie! Und du wirst mich ganz bestimmt nicht davon abhalten!“, unterbrach Lina sie. Sophie nahm Ben aus dem Laufgitter, der schon anfing zu schreien. „Dann bleibt er aber hier!“ „Sag mal hast du sie noch alle? Du kannst nicht über Ben entscheiden! Er ist mein Sohn und Lauris! Gib ihn mir!“, versuchte Lina ihren Sohn wieder zubekommen. Sie riss Sophie ihn aus dem Arm und drückte ihn fest an sich, da er die ganze Zeit schrie. „Sophie du bist krank! Wolltest du nicht arbeiten gehen?“ Ohne ein Wort rauschte Sophie raus. Lina drückte Ben wieder fest an sich und versuchte ihn zu trösten. Sie machte Musik an und schallte ihr auch schon Lauris Stimme entgegen. Sofort war Ben wieder still lauschte aufmerksam der Musik. Lina liefen dir Tränen vor Enttäuschung und Angst, wie lauri auf Ben reagieren würde. Sie setzte Ben wieder ins Laufgitter und fing an ihr Zeug zupacken, als ihr Handy klingelte – Lauri.

„Hey!“, wischte sie sich die Tränen weg.

„Was war denn eben? Ich hab noch kurz Geschrei gehört und dann hat einfach jemand aufgelegt.“

„Ich erzähl es dir morgen. Kannst du mich vom Flughafen holen?“

„Ja klar! Das kommt alles so…“

„Plötzlich? Ja ich weiß, aber … ich kann es nicht länger für mich behalten. Sophie, meine Freundin hat immer wieder… ach ich will jetzt nicht a Telefon darüber reden.“

„Okay, ich hol dich morgen ab. Wann ist der Flieger denn da?“

„Morgen Früh gegen halb 8.“

„Okay bis dann…“

„Bis dann!“

Lina war erleichtert, dass lauri noch mit ihr redete. Sie war davon überzeugt, dass er seinen Sohn nicht verleugnen würde im Gegenteil. Sie glaubte fest daran, dass er ihn lieben würde.


Als Sophie am Abend nach hause kam, war Lina weg und natürlich auch Ben. „Verdammt!“, fluchte sie.


Lina war gerade mit Ben zum Flughafen gefahren und wartete nun auf den Aufruf. Ben schlief friedlich in der Trage, während Lina in einer Zeitung blätterte, auf die sie sich nicht wirklich konzentrieren konnte, sondern eher die ganze Zeit an das bevorstehende Gespräch mit Lauri dachte. Doch sie beunruhigte eher das Gespräch, was sie mit Sophie hatte. Endlich wurde der Flug aufgerufen und Beide saßen im Flugzeug. Ben schlief immer noch und ließ sich auch von dem Gewackel nicht aus der Ruhe bringen. Was das Betraf, war er wie sie und vom Aussehen wie Lauri.


Nach 12 Std. Flug hatten sie endlich wieder festen Boden unter den Füßen. Sie holte das Gepäck und ging raus. Sie hatte etwas Angst, wie Lauri auf Ben reagieren würde. Sie sah sich um, doch fand sie keinen Lauri. Sie war enttäuscht, als ihr jemand auf die Schulter tippte. Sie drehte sich um und erkannte den Mann. Es war Eero. Auch wenn sie damals ihn bloß so mal gesehen hatte, war er ihr gleich sympathisch. „Du bist Lina?“ Sie nickte. „lauri hat es nicht geschafft. Ich fahr dich zu ihm.“ Er sah etwas verwundert auf Ben, der immer noch friedlich schlief. „Süß der Kleine und … warte mal, Lauri, er sieht Lauri sehr ähnlich. Er…?“ „Ja, deshalb bin ich hier.“, fing sie an zu erzählen, während sie zu seinem Auto gingen, „Ich wohne mit meiner Freundin Sophie zusammen und sie hat mich schon fast krankhaft davon abgehalten ihm es zusagen, doch ich wollte und jetzt hab ich es geschafft mich loszureißen. Ich kann es ihm nicht länger verschweigen.“ Er nickte. „Du musst keine Angst haben vor seiner Reaktion, im Gegenteil. Er hat versucht dich die ganzen Monate über zu finden. Deshalb hatte er auch die Tour abgesagt, er hat einfach nicht die Kraft zu, meinte er.“ „Ich hab es gelesen, doch dass es wegen mir ist, hätte ich nicht gedacht.“ „Er liebt dich, wie er in dem Brief geschrieben hatte.“ „Welcher Brief?“, fragte sie verwundert.


„Hast du ihn nicht bekommen?“ „Er hat doch gar nicht gewusst, dass ich in New York wohne..“ „New York? Dann warst doch DU das?“ „Hä? Ich versteh grad nur Bahnhof!“ „Ich seh schon, ihr habt euch viel zu sagen! Wir sind da. Soll ich mit hochkommen?“ „Ja wäre nett, wenn du vielleicht meine Tasche nehmen könntest?“ „Kein Problem.“ Lina lief ihm hinterher mit Ben auf dem Arm, der nun endlich wach war. Eero ging vor und sprach kurz was mit lauri drin, als er wieder raus kam sah er sie an und fragte: „Soll ich derweil Ben nehmen, damit du mit ihm erstmal so reden kannst? Ich hab auch eine Tochter, ich denke meine Frau und ich kommen mit ihm klar!“ „Danke das ist lieb!“ „Redet euch aus!“, zwinkerte er ihr noch zu und nahm ihr Ben ab. Sie ging vorsichtig rein und nun standen sich beide gegenüber - kein Wort nur Augenkontakt. Lina lief ohne etwas dafür tun zu müssen eine Träne über die Wange. Er lächelte leicht, strich sie ihr weg und beide fielen sich in den Arm. „Es tut mir leid!“, fing er an. „Nein mir tut es leid!“ Immer noch hielten sie sich fest in den Armen. Er nahm ihre hand und zog sie ins Wohnzimmer. „Willst du was trinken?“ „Nein danke!“ Er setzte sich ihr gegenüber auf den Sessel. Sie atmete tief durch. „Ich weiß nicht wo ich anfangen soll, es ist so viel passiert. Damals, als du einfach gegangen bist ohne ein Wort, da fühlte ich mich so verletzt. Und als wir uns dann auch noch im Büro trafen,...“ Lina holte tief Luft, schaute in Lauris erwartungsvolle Augen und redete weiter. „..da merkte ich, dass mich in Berlin zu viel an dich erinnerte und da hab ich einen neuen Job in New York angenommen und bin dahin gezogen. Ich wollte alles hinter mir lassen, all die Erinnerungen… doch war bzw. ist da eine Erinnerung, die mich immer an dich erinnern wird.“
Er sah sie erwartungsvoll an. Er dachte, es wäre die CD. „Ist wegen unserem Album? Dead Letters?“ „Auch, aber da ist noch eine Sache die du hinterlassen hast! Als ich nun schon eine paar Tage dort gewohnt hatte, ging es mir nicht gut. Ich ging zum Arzt und…“ „Und?“, er sah sie wieder erwartungsvoll an. Er hatte Angst vor dem, was sie nun sagen würde. „Was Lina? Was haben sie festgestellt?“ „Das ich schwanger bin bzw. war… von dir natürlich.“, war es nun endlich raus. Er riss die Augen auf und musste schlucken. Er strich sich mit den Händen übers Gesicht. Stand auf und ging in die Küche. Lina hatte Angst, da er plötzlich auf stand. Als Lauri wieder aus der Küche kam hatte er zwei Gläser und eine Wasserflasche in seiner Hand. Er goss ein Glas für Lina und sich ein und trank das glas mit einmal aus. Er Atmete noch einmal tief und sagte dann mit einem lächeln auf dem Gesicht. „Warum hast du mir nichts gesagt?“


„Ich war innerlich so zerrissen. Einerseits wollte ich dir davon erzählen, aber andererseits war ich noch so verletzt, das du einfach gegangen warst. Und da war dann auch noch Sophie… Sie war zu mir gezogen, damit sie mir helfen konnte. Doch als ich mir sicher war dir alles zu sagen und dich immer wieder anrufen wollte, da hat sie es immer wieder krankhaft geschafft zu verhindern … Bis ich ihr gestern sagte, dass ich mit Ben Urlaub machen wolle und da es so kurzfristig war, wurde sie misstrauisch.“ „Ben? Es ist ein Junge?“ „Ja er heißt Nicky – Benett. Ein Jahr lang hatte sie es geschafft bis gestern. Sie wollte gerade raus, da rief ich dich an… sie schien noch nicht gegangen zu sein, denn als sie hörte, wie ich deinen Namen sagte, riss sie mir den Hörer aus der Hand und schrie mich an, dass sie es niemals zulassen würde, dass ich zu dir gehe und es dir sage.“ „Aber warum?“ „Ich weiß es nicht… Sie meinte, ich kann doch auf dich verzichten und so was alles … Aber ich wollte das du es erfährst, egal wie du darauf reagiert hättest, du hast das Recht es zu erfahren.“ „Danke!“ Er setzte sich neben sie und nahm sie in den Arm. „Ich hab dich so vermisst! Es tut mir so leid, dass ich gegangen war…“ „Warum hattest du das damals getan? Es tat so weh…“ „Mir tat es ebenfalls weh, aber ich konnte und kann es mir selbst heute noch nicht erklären. Ich bin nur froh dich wieder zusehen. Hattest du den Brief bekommen?“


„Eero hatte vorhin schon mal was einem Brief erzählt, aber was denn für ein Brief?“ „Den hast du wahrscheinlich nicht bekommen, da du ja dann schon in NY wohntest.“ „Aber Sophie… na jetzt ist mir so einiges klar!“ „Wie..?“ „Sie wohnte anfangs noch in Berlin, war bloß für 2 Monate in Spanien bei ihrer Familie. Sie sollte die Post, die ich noch bekomme dort abfangen und sammeln und sie mir zu schicken. Als sie den Brief sah, wird sie ihn gelesen haben und sie wollte anscheinend nicht, dass ich wieder Kontakt zu dir habe… Seit dem wird sie versucht haben..“ „.. jeglichen Kontakt zu mir zu verhindern!“, beendete er ihren Satz. Sie nickte. „Das ist krank!“, fühte sie hinzu. „Ist er hier?“ „Wer ist hier?“, fragte sie leicht verwirrt. „Ben?“ „Eero hat ihn mir abgenommen, damit ich erstmal in aller Ruhe mit dir reden kann.“ „Wie sieht er aus?“ „Wie du! Aber wenn du willst, dann überzeug dich doch! Er ist dein Sohn, du kannst ihn sehen!“ „Da gibt es bloß ein Problem… wie kommen wir zu Eero?“ „Fahren?“ „Ich hab keinen Führerschein!“, grinste er entschuldigend. Sie sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Das ist jetzt nicht dein Ernst?“ „Sorry!“ „Na wenn wir nicht hinkommen können, dann muss er halt her!“ Schon griff Lauri zum Telefon und quatschte etwas auf finnisch. „Sag mal… und du hast echt noch keinen Knoten in der Zunge?“, fragte sie misstrauisch. „Nö! Lernst du schon noch!“ „Wieso lernen?“ „Na willst du etwa wieder zurück nach NY?“ Wo er Recht hatte, hatte er Recht. Doch wollte sie auch in Finnland bleiben? „Äh.. da müssen wir glaube nachher noch drüber reden!“, meinte sie. Wenig später war Eero auch schon da. Lauri wartete im Wohnzimmer, während Lina Ben an der Tür abholen ging.


„Danke!“ „Habt ihr geredet?“ „Ja, alles bestens.. bis jetzt zumindest!“, zwinkerte sie ihm zu und nahm ihm Ben ab. „Er ist ja total lieb! Kein einziges Mal geschrieen oder so. Gute Erziehung!“ „Danke!“, lachte sie und ging rein. Lauri wartete schon gespannt drin. Mit Ben auf dem Arm setzte sie sich wieder neben ihn aufs Sofa. „So und hier is der Papa!“, übergab sie ihm Ben. Etwas ängstlich und zögerlich nahm er Ben auf den Arm. Er strahlte lauri an und prabbelte rum. Lina beobachtete beide. Er sah so süß mit ihm auf dem Arm aus. „Kennst du ein relativ billiges Hotel in der Nähe? Hab nicht wirklich viel Geld mit!“ „Hey! Also wenn hier jemand im Hotel pennt dann ich! Schlaf du ruhig in meinem Bett und ich geh auf die Couch, aber was machen wir mit Ben?“ „Äh.. der muss dann wohl mit bei mir schlafen, was aber nicht sehr günstig ist…“ „Weil?“ „Naja, dann brauch ich gar nicht erst versuchen zu schlafen… du verstehst?“ Er nickte. „Und was machen wir dann?“ „Hast du viele Decken?“ Er nickte erneut. „Gib mal!“ Schon gab er ihr ihn wieder und suchte alle Decken, die er besaß zusammen. „Müssten reichen! Nimm ihn nochmal!“, drückte sie ihn Lauri auf den Arm. Sie legte alle Decken auf die Couch, so dass noch eine Kuhle genau wo er hinein passt hinter blieb. Ein Kopfkissen von der Couch und eine der Decken zum zudecken und fertig ist sein Bett. Er sah sie erstaunt an. „So einfach ist das!“, meinte sie etwas stolz. Sie nahm ihm Ben wieder ab und legte ihn gleich hinein. Es war ja nun auch schon wieder Mittag. Er schien sich sichtlich wohl zu fühlen, denn er schlief schon bald ein. „Er ist so lieb und süß!“, schwärmte er. Sie lächelte. „Danke!“ „Wofür?“ „Das wir hier wohnen dürfen! Aber was das Finnischlernen betrifft… Wie war das denn gemeint? Dachtest du ich bleib jetzt hier wohnen?“, fragte sie gespielt erwartungsvoll. „Öhm… joa eigentlich schon!“, meinte er verlegen. Plötzlich klingelte ihr Handy.

„Ja?“

„Das kannst du nicht so einfach machen!“ – Sophie. Sie schrie, wie sie Lina noch nie angeschrieen hatte. Sie bekam Angst. Lauri sah sie besorgt an.

„Du wirst schon sehen, was daraus wird!“

„Hör auf!“, fing Lina ebenfalls zu schreien, „Du kannst mir nichts vorschreiben! Ich bin bei lauri und hier werde ich auch bleiben! Obs dir passt oder nicht!“

Aufgeregt lief sie in der Wohung hin und her. Ben war aufgewacht und schrie. Lauri kümmerte sich gleich um ihn.

Plötzlich legte Sophie auf. Lina atmete tief durch. Was hatte sie nur falsch gemacht? Warum tut sie das? Warum ließ sie sie nicht ihr eigenes Leben führen und entscheiden wie sie es will? „Hey Lina!“, holte Lauri sie aus den Gedanken. Ben schien wieder zu schlafen. Lina fiel Lauri in den Arm, der sie fest an sich drückte. Er hatte sie so vermisst. „Warum tut sie das? Er ist mein/ unser Sohn, sie kann mir nicht vorschreiben was sich zutun habe!“ „Hey! Lina beruhig dich! Versuch sie zu vergessen! Das ist krank was da in ihrem Kopf vorgeht. Lass sie sich im Klaren werden und meld dich in ein paar Tagen oder auch Wochen erst wieder, wenn sie es nicht tut.“ Sie nickte. „Willst du dich hinlegen? Du siehst müde aus!“ Sie nickte wieder. Er nahm ihre Hand und führte sie in sein Schlafzimmer. Sie legte sich hin und schlief schnell ein. Lauri blieb noch eine ganze Weile bei ihr sitzen und strich über ihre Hand. Sie schlief sehr unruhig und Lauri wollte sie immer wieder wecken, doch sie beruhigte sich immer wieder schnell. Ihm fiel gerade die Frau in New York ein, wo er dachte, sie sei es. Wahrscheinlich war sie es wirklich. Er dachte so viel, dass er ebenfalls müde war. Er lehnte seinen Kopf auf seine Arme und schlief auch ein.


Als Lina aufwachte, sah sie Lauri da sitzen bzw. schlafen und sie musste schmunzeln. Als sie sich bewegte, wachte Lauri auf und sah sie leicht verwirrt an. Man hörte leises Gebrabbel aus dem Wohnzimmer, Ben musste wach sein. Bei grinsten sich an und standen auf. „Ich würde gern dusche..“ „Klar!“, er gab ihr ein Handtuch, worauf sie ihn skeptisch ansah. „Was?“ „Was in deinem Schrank ist NICHT schwarz?“ „Hey! Da ist auch ein weißes und paar dunkelblaue Shirts drin, ja!?“ Sie grinste und verschwand im Bad. Während sie sich duschte, ging Lauri was trinken und plödelte dann etwas mit Ben rum. Als Lina fertig war, stellte sie sich an den Türrahmen und beobachtete Lauri und Ben. Sie grinste vor sich hin, als Lauri Handy klingelte. „Ja?“

„Hey Lauri! Wie geht’s?“

„Äh Aki… gut, warum?“

„Hast du Bock mit uns an den See zukommen?“

„Naja, ich hab doch…“

„Ach Lina ist ja da! Bring sie doch mit!“

„Naja, da…"

„Ach komm schon! Wir fahren hin, komm einfach mit ihr runter! Wir wollen sie auch mal kennen lernen!“

„Aber…“ Doch da hatte Aki auch schon aufgelegt.

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„Kann der einen denn nicht mal ausreden lassen?!“, schnaubte er vor sich hin. Lina konnte sich das Grinsen nicht verkneifen. „Was grinst du denn so?“ Sofort wurde ihr Blick wieder ernst, doch das hielt nicht lange. „Das war Aki, er fragt ob wir nicht mit runter an den See kommen wollen, aber Ben?“ „Ach der freut sich doch, wenn er da rum plantschen kann!“ „Na dann los!“ Lina zog Ben noch um und sich selbst und dann liefen sie zum See. Lauri hatte Ben die ganze Zeit auf dem Arm. Lina und er schwiegen den ganzen Weg, als Lina die Stille brach. „Ich hab Angst!“ „Wovor?“ „Vor der Reaktion der anderen, schon weil ich sie nicht mal kenne!“ „Ach brauchst du nicht! Wir sind da!“ Sie liefen einen kleinen Pfad entlang durch ein Stück Park und schon war der See zusehen. Die Jungs waren alle schon da. Pauli und Aki sahen etwas dümmlich zu Lauri, nur Eero lächelte zu den beiden. Eero schien also noch nichts erzählt zuhaben. „Hi Jungs! Das ist Lina und hier mein Sohn Ben!“, stellte er stolz vor. Jetzt guckten Aki und Pauli noch dümmer. Lina und die beiden Jungs fingen an zulachen, worauf Aki und Pauli sich ansahen und wieder den Blick zu Lina und Lauri mit Ben auf dem Arm wendeten. Sie setzten sich zu den Jungs auf die große, im Sand, ausgebreitete Decke. „Na du!“, begrüßte Aki Ben. „Mensch, bist Vater und sagst uns nichts, das ist aber echt nicht nett!!!“, äußerte sich Pauli dazu, und nahm Ben auf den Arm und Ben lächelte ihn glücklich an, wie er es bei allen Leuten macht. Eero, der zu Lina und Lauri sah, machte gerade ein paar Flaschen Cola auf und verteilte diese. Ben war voll der Mittelpunkt und alle spielten und tollten mit ihm rum. Eero machte Lina mit einer Kopfbewegung klar, mal mit ihm zukommen. Sie stand auf und ging ein Stück mit ihm am See entlang. „Wir war das Gespräch?“ „Gut, ich habe ihm alles erzählt und auch das mit dem Brief ist geklärt. Sophie, mit der ich zusammen wohnte in New York, kam erst ein paar Monate später nach. Sie wohnte noch in Berlin und sie sollte die Post für mich sammeln und mir schicken, als sie dann wohl den Brief von lauri sah, wird sie ihn geöffnet haben und seit dem versucht haben, jeglichen Kontakt zwischen Lauri und mir zu verhindern.“ „Warum tut sie das denn?“, wunderte er sich. „Ich weiß nicht, ich hab nur so eine Vermutung.“ „Welche denn?“ „Sie hatte seit ein paar Jahren schon keinen richtigen Freund mehr, nur Typen für eine Nacht oder welche die sie ausnutzten. Dann wird sie wohl eifersüchtig gewesen sein und… aber das kann irgendwie auch nicht stimmen, denn als ich Lauri mir seine Handynummer gab, da hat sie mich ja regelrecht dazu gezwungen mit ihm mal auszugehen und jetzt so… Vielleicht war sie so enttäuscht, weil er sich nie wieder danach meldete, was ja nicht stimmt, denn ich hab ihr nie gesagt, dass er öfters mal anrief. Ach ich weiß es auch nicht so recht.“

Lauri beobachtete die beiden immer mit einem Auge und fragte sich, worüber sie redeten, doch konnte er es sich schon denken.

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„Was willst du nun machen? Zurück nach New York?“ „Nein auf keinen Fall, doch habe ich dort meinen neuen Job und die Wohung, alle Möbel und Sachen von Ben. Nein ich will nicht zurück.“ „Aber du willst auch nicht so richtig hier bei Lauri bleiben, hab ich recht?“ „Ja, da ist etwas in mir, dass sagt, ich soll nichts überstürtzen. Doch ich will ihm Ben nicht vorbehalten. Er ist auch sein Sohn und man sieht ja wie stolz er ist.“, meinte sie, wobei Eero und sie zu lauri sahen, der gerade quatsch mit Ben machte und Aki und Pauli lachten. Beide schmunzelten bei dem Anblick. „Ich weiß nicht was ich tun soll.“ „Ich versteh dich. Also was deine Sachen in NY angeht, die kann man doch einfliegen lassen und einen neuen Job bekommst du hier auch. Du musst halt nur finnisch lernen. Aber das bekommen wir schon hin!“ Sie lächelte ihn dankend an. „Er liebt mich noch, nicht wahr?“ „Ja und wie! Er weiß, dass es damals falsch war zugehen und er bereut es auch heute noch. Oft kam er zu mir oder war auch bei Aki oder Pauli und hat sie um Rat gefragt. Er wusste einfach nicht mehr was er tun sollte, letzt endlich war so niedergeschlagen, dass er dich anrufen wollte. Doch du bist nicht ran gegangen.“ „Ja, ich saß in meinem Zimmer und hatte mir kurz vorher euer neues Album gekauft. Mir kamen dabei alle Erinnerungen wieder hoch – die Arbeit daran und der Abend mit Lauri im Büro, wie wir beide daran gearbeitet hatten. Ich hörte mir NOT LIKE THE OTHER GIRLS immer wieder an, ich hatte bei diesem Song so ein merkwürdiges Gefühl…“ „Er hatte es wegen oder eher gesagt für dich geschrieben. Fast alle Texte haben etwas mir dir zu tun, nicht alle doch teils geht es in GUILTY, THE ONE I LOVE und natürlich in NLTOG um dich. Er saß fast nur noch daran und schrieb. Alle seine Gedanken in der Zeit schrieb er in diesem Album nieder, einige hat er noch umgeändert nach alle dem… Liebst du ihn?“ „Nein, ja… ich weiß es nicht!“ „Find es raus, aber bitte quäl ihn nicht so lange und wenn dann rede mit ihm darüber offen, dass du noch zeit dafür brauchst.“ Sie nickte. „Lass uns wieder zu den Jungs gehen, wir haben lange geredet.“ „Ich bleib noch hier etwas auf dem Felsen sitzen. Ich komme gleich nach!“ „Wenn du wieder reden willst, ich bin für dich da!“ „Danke!“ Sie umarmte ihn und setzte sich dann auf den Felsen, während Eero wieder zu den Jungs ging. Lauri sah ihn prüfend an. Eero zwinkerte ihm zu deutete ihm, dass er zu ihr gehen soll. Er nahm ihm Ben ab und setzte sich an lauris Stelle. Vorsichtig näherte er sich ihr und setzte sich dann neben sie. Sie lächelte ihn an. „Ihr habt lange geredet.“, meinte er. Lina nickte. „Es tat gut auch mal mit jemand anderem über so eine Sache zu reden.“ „Eero kann immer gut zuhören und mit einem über so was reden.“ Stille… Lina lehnte ihren Oberkörper an seinen, er schlang seine Arme um sie und drückte sie fest an sich. Er hatte sie so vermisst, dieses Gefühl, wenn sie in seiner Nähe ist. Sie schloss die Augen und genoss seine Nähe.

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Eero machte Aki und Pauli auf die Beiden aufmerksam und alle grinsten sich an. Die 3 hatten viel Spaß mit Ben und ließen Lina und Lauri ihre Ruhe.

„Lina, ich…“ „Ich weiß!“, drehte sie sich zu ihm. Sanft küsste sie ihn, doch nur kurz. „Lass mir Zeit Lauri…“ Er nickte. „Wollen wir zurückgehen?“ „Eine Minute noch, ja?“ „Okay…“ Sie kuschelte sich wieder an ihn und beide genossen noch etwas den Sonnenuntergang. Die Jungs spielten derweilen mit Ben Flugzeug, machten Fratzen, bauten Sandburgen...,ohne Schaufel oder sonst irgend ein hilfsmittel, aber das war für drei richtige Männer und einen super Dad kein Problem,...jedoch machte Ben sie immer wieder kaputt, sie tollten rum und die Zeit verging wie im Flug.


„Wie spät ist es?“, fragte Lina. „Halb 8.“ „Wir sollten vielleicht dann nach Hause gehen, Ben muss ins bett.“ „Okay, dann las uns gehen!“ Beide gingen wieder zu den Jungs die noch immer mit Ben rumblödelten und er es sichtlich genoss. Lina zwinkerte Eero zu und er gab ihr Ben. „Wollt ihr nach Hause?“, fragte Eero. Beide nickten. „Ich kann euch bringen!“ Beide lächelten dankend und packten ihr Zeug zusammen.


Als beide wieder bei Lauri abgesetzt wurden, gab Lauri Lina schon den Schlüssel, da er noch kurz allein mit Eero quatschen wollte. Während sie also schon in die Wohung ging, blieben beide noch unten stehen. „Ich wollte ihr vorhin sagen, dass ich sie liebe, doch…“ „Da hat sie dich geküsst und dir gesagt, dass du ihr Zeit geben sollst!?“, beendete er seinen Satz. „Äh.. ja, woher weißt du?“ „1. Hab ich Augen und muss nicht alles hören um zu verstehen und 2. hab ich kurz vorher mit ihr geredet unter anderem darüber! Gib ihr Zeit! Ich bin mir sicher, dass sie dich auch liebt, doch muss sie sich erst im Klaren darüber werden.“ Er wollte gerade sich wieder ins Auto setzen, da fiel ihm noch was ein: „Ach Lauri!?“ „Ja?“, drehte er sich um. „Bring ihr finnisch bei, wenn sie hier bleiben soll!“, zwinkerte er ihm zu. Lauri nickte und ging hoch. „Lina?“ „Pss! Ben schläft“, kam sie ihm entgegen. „Oh, tut mir leid!“, sprach er gleich ganz leise, „Ja, also wie machen wir das denn dann jetzt mit dem schlafen? Denn die Couch ist ja nun wohl verplant!“ Sie nahm seine Hand und zog ihn mit ins Schlafzimmer. „Dein Bett ist doch groß genug!“, meinte sie schulterzuckend. „Wenn es okay für dich ist?“ Sie nickte.


Leicht zögerlich legten sich beide ins Bett, doch konnte keiner so richtig schlafen. „Lauri?“ „Mhh?“ „Kann ich mal das Fenster zu machen?“ „Warum?“ „Mir ist kalt!“ Doch da stand er auch schon auf und schloss das Fenster. „Danke!“ Da fing plötzlich an, Ben zu quengeln. Lina wollte aufstehen, doch Lauri meinte, er wolle gehen. Erstaunlicher weise, war er auch sofort wieder ruhig. Lauri kam wieder und legte sich neben sie. „Was war und sag mal; lebt Ben noch? So schnell bekomm ich den sonst nie außer mit der CD ruhig?!“ „1. Die Decke war runter gerutscht, 2. ja er lebt noch und 3. welche CD?“

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„Euer Album ‚into’.“ „Echt jetzt? Du hast das?“ „Ja ich hab es mir damals geholt.“, meinte sie etwas schüchtern. „Wer wird denn da rot?“, grinste er. „Du bist doof! Ich schlaf jetzt!“ „Tust du nicht!“ „Doch tu ich!“ „Nö!“ Sie drehte sich wieder um zu ihm und sah ihn mit zusammengerafften Augenbrauen an. „Du siehst niedlich so aus!“ „Warum darf ich nicht schlafen?“ „Ich sag doch gar nicht das dus nicht darfst!“ „Hrr! Man(n) du machst mich irre!“ „Danke!“ „Amen!“ „Amen?“ „Jetzt lass mich endlich schlafen!“ „Tu ich doch!“ Verärgert drehte sie sich um und zog die Decke zu sich. „Hey!“ Sie verleierte die Augen. „Was?“ „Ich würde schon gern auch noch etwas Decke haben!“ „Hol dir doch eine!“ „Die sind alle verbraucht!“ Sie drehte sich um, rückte etwas näher an ihn und legte die Decke über ihn. „Besser?“ Er nickte leicht.


Fast eingeschlafen, spürte Lauri, wie sie sich an ihn kuschelte. Er lächelte vor sich hin und schlief gleich ein.


Als sie aufwachte, durch leises Gebrabbel, wie jeden Morgen um halb 8, merkte sie erstmal, dass sie engumschlungen mit Lauri da lag. Sie löste sich sanft von ihm, doch er wachte davon auf. „Hey, wieso stehst du schon auf?“, sprach er schlaftrunken. „Ben…“ „Aber er schreit doch gar nicht, lass ihn doch noch etwas liegen!“ „Du musst noch einiges lernen!“ Er griff nach ihrer Hand, als sie aufstehen wollte und zog sie zurück. „Dann lerns mir!“ „Na dann steh mal auf!“ Während Lauri im Bad war, fütterte Lina Ben und wartete, dass das bad frei wurde. Nun verließ sie die Geduld. Sie stand auf und klopfte gegen die Badtür. „Was machst du da drin? Das Haarestylen kannst du gleich sein lassen!“ Da öffnete sich dir Tür und ein nur im Handtuch begleiteter lauri stand vor ihr. Sie musterte ihn und blieb an seinen Haaren stehen. „Keine Federn!“ „Okay!“ Schon verschwand er wieder. 15 Minuten später kam er endlich. Er erntete eine Kopfnuss von ihr. Nach einer weiteren Viertelstunde war sie fertig und ging in die Küche, in der er gerade das Frühstück machte. Sie setzte sich an die Stehbar und beobachtete ihn, er schien nicht gemerkt zuhaben, dass sie da sitzt. Er quatschte und erklärte jeden Handschritt den er tat Ben. Sie musste sich das lachen verkneifen. Als er Ben gerade zeigen bzw. erklären wollte, wie man den Tisch deckte und er sich umdrehte, konnte Lina sich nicht mehr halten und prustete los. Lauri sah sie dümmlich an und nahm Ben auf den Arm, der in der Küche gerade rum rannte: „Stopp! Hier wird nicht gerannt!“ Er sah sie fragend an. „Was? Ich fang halt schon eher an ihm zu erzählen wie mans macht!“ „Ich sag ja gar nichts!“ „Lass uns was essen!“ Sie nahm ihm Ben ab und ließ ihn etwa im Wohnzimmer rum laufen.


Von einem Scheppern werden beide unterbrochen und drehen sich abrupt um. „Och nö!“, gab lauri sein Kommentar, stand sofort auf und holte Ben da weg. Er hatte nur eben seine CDs ‚angeschaut’ und die Hälfte auf dem Fußboden verteilt. „Ich sag doch, du musst noch einiges lernen!“ „Jaja! Nimm ihn lieber mal und …“ „Und?“ Er nahm ihn auf den Arm und übergab ihn Lina. Ben schien das aber alles zugefallen, denn er lachte und brabbelte vor sich hin.

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Lina sah Lauri zu, wie er seine CDs wieder ordnete. „Wie wärs, wenn du sie woanders aufbehältst?“, funkte sie dazwischen. Er sah sie kurz an, dann nahm die CDs und verstaute sie in seinem Schrank ganz oben. Lina grinste immer noch, als er wieder zur Stehbar kam und sich wieder hin setzte. „Grins nicht so!“ „Doch! Du bist einfach nur…“ „Na? Was bin ich?“ „Herrlich!“ „Herrlich?“ „Herrlich!“ Er zog eine Augenbraue hoch und widmete sich wieder seinem Brötchen. „Ähm.. kann ich Ben wieder laufen lassen oder musst du noch was wegräumen?“ Er sah sich kurz um und schüttelte mit dem Kopf. Sie ließ ihn wieder laufen und aß auch wieder ihr Brötchen. „Willst du nicht doch die Tour machen?“ Energisch schüttelte er den Kopf. „Nicht jetzt, wenn ich dich bzw. euch wieder hab!“ „Aber wir können doch mit kommen!“ „Na alleine würde ich euch eh nicht lassen!“ „Wieso?“ „Wegen dieser Sophie!“ „Ach die weiß doch gar nicht wo du wohnst!“ „Na der würde ich so einiges zutrauen!“ „Ach komm! Die ist so weit weg von uns!“ „Ich red mit den Jungs und unserem Manager.“ Lina lächelte triumphierend. „Wieso grinst du denn so?“ „Ach nur so! Aber was wenn die Fans oder irgendwelche Reporter uns sehen?“ „Ach, ihr bleibt einfach immer hinter der Bühne im Bachstagebereich und da wird schon keiner was sehen!“ „Und wenn doch? Was wirst du sagen?“ „Das ich dich liebe und das Ben mein Sohn ist!“ Sie sah ihn hochgezogenen Augenbrauen an. „Und dann begeht die Hälfte eurer Fans Selbstmord?“ „Ach mensch! Das sind doch keine Fans die nur an meinem Aussehen oder meinem Privatleben interessiert sind. Fans sind Menschen denen unsere Musik gefällt.“ „Okay du hast Recht!“ „Ich weiß!“ Sie schüttelte den Kopf. „Und was machen wir jetzt danach?“ „Ich weiß nicht! Ich kenn mich weder in Helsinki noch in Finnland aus, also weiß ich nicht was man hier machen könnte!“ „Hm.. Dann… hast du lust was mit Eero und seiner Family zumachen? Er hat auch eine Tochter sie ist aber schon 4. Du wirst bestimmt gut mit seiner Frau Tara verstehen.“ „Okay, dann ruf ihn gleich mal an!“, reichte sie ihm sein Handy.

„Heinonen?“

„Hi Tara, ich bins Lauri!“

„Hallo! Du willst bestimmt Eero?“

„Ach das ist eigentlich egal, betrifft euch alle!“

„Oh, na dann schieß mal los!“

„Lina ist doch hier und wir wollten fragen, ob ihr nicht lust hättet mit eurer Tochter Mia mit uns was zumachen?“

„Ja warum nicht … -fragt Eero- … Eero stimmt zu! Also was und wo wollen wir uns denn treffen?“

„Gestern waren wir am See, wollen wir wieder dort hin?“

„Ja okay, gegen Nachmittag?“

„Ja okay, bis dann!“

„Bis dann!"

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„Also sie würden sich freuen. Nachmittag am See wieder ist doch okay?“ „Klar! Da ist es schön!“ Schon wieder wurden beide von einem Scheppern unterbrochen. Lauri verleierte die Augen und Lina musste sich schon wieder das lachen verkneifen. Er stand auf und sah sich um, im Wohnzimmer ist alles heil, doch die Schlafzimmertür war offen. Er ging nachschauen. „Och nö! Ben! Komm mal her Süßer!“ Er nahm ihn auf den Arm und setzte ihn auf sein Bett. „Wie auch immer er das geschafft hat, aber meine schöne Pflanze ist jetzt futsch!“, rief er aus dem Wohnzimmer. Lina fing an zu schmunzeln. Sie stand auf und wagte einen Blick ins Schlafzimmer. Der Blick brachte sie erst recht zum lachen. Ben der fröhlich auf dem Bett rumhüpfte und Lauri der gerade die Scheiben der kaputt gegangenen Pflanze oder eher gesagt des Topfes beseitigte. Sie hockte sich zu ihm und half ihm. „Tja Daddy, so ist das halt!“ „Haha! Aber ihm kann man einfach nicht böse sein.“ „Ja das kenn ich! Weil er deine Augen hat…“ ‚Ups’, dachte sie sich und wurde rot. ER lächelte sie verlegen an und sie zurück. Ein lachen brach den Augenblick. Sie drehten sich um. „NEIN! NICHT MEINE FEDERN! BEN!“, rannte er ihm hinterher. Lina hatte schon lange nicht mehr so viel zum Lachen. Sie beseitigte noch den Rest der Pflanzenteile und schmiss alles in den Müll. Lauri hatte in der Zeit seine Federn wieder eingesammelt und verstaute sie sorgfältig. „Ich weiß, ich muss noch viel lernen!“, sagte er zu ihr, als sie vor ihm stand und ihn mitleidig ansah. „Tja…“, seufzte sie und drückte ihm ein Kuss auf die Wange. Sie nahm Ben vom Bett und fütterte ihn, damit sie ihn dann schlafen legen konnte.


Als das erledigt war, ließ sie sich aufs Sofa fallen. Zum Mittag hatten beide beschlossen, Ben in Lauri Bett zulegen. „Du Lauri!?“ „Ja?“ „Aber auf Dauer wird das hier zu eng. Ich werde mir eine Wohnung nehmen und dann uns immer abwechseln wegen Ben.“ „Meinst du, dass Ben das tut gut? Ich hatte so eine Kindheit und hatte mich immer hin und her gerissen gefühlt. Lieber lass uns zusammen eine Wohnung oder noch besser ein kleines Haus mieten. Dort kann sich seine Etage einrichten und Ben… kann hin wo er will!“ „Hm… is eigentlich ne gute Idee… Ey, sag jetzt nicht wieder ‚ich weiß’!“ „Na gut!“

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Am Nachmittag gingen sie wie geplant an den See, wo Eero, seine Frau Tara und Mia, die spielte schon warteten. „Da sind wir!“, begrüßte Lauri alle 3. „Hallo! Schön dich mal wieder zusehen Lauri! Und bist Lina, ja?“, begrüßte auch Tara Lauri und Lina. Lina nickte. „Na dich kennen wir ja schon!“, nahm Tara Ben auf den Arm. Auch Eero begrüßte Beide/ alle 3. „Mia!“, rief Tara sie zu uns, „Guck mal wer da ist!“ Sie drehte sich um und als sie Lauri sah, rannte sie ihm entgegen und direkt in die Arme. „Man du wirst aber auch immer schwerer! Guck mal das ist Lina die Mama von Ben!“ Lina lächelte sie lieb an und sie schüchtern zurück. Lauri ließ runter und setzte sich auf die Decke, die Eero und Tara mitgebracht hatten. Lina auch mit Ben auf dem Arm. Linas Handy klingelte. Sie ließ Ben runter und griff nach dem Handy. Lauri warf einen Blick darauf – Sophie. Lina sah ihn hilfesuchend an. „Tu das Richtige!“ Sie stand auf und nahm ab.

„Ja?“

„Ich hab das Sorgerecht für ihn beantragt!“

„Du hast was? Das kannst du nicht! Ich bin seine Mutter und Lauri sein Vater! Du kannst nicht einfach das Sorgerecht für ihn nehmen!“

„Und ob! Ich war beim Anwalt! Du bekommst bald Post!“, meinte sie in einem kühlen Ton und legte auf. Lina war ein Stück gegangen, ihr liefen die Tränen in Strömen. Dann konnte sie sich nicht mehr halten und brach auf den Knien zusammen. Eero, Tara und Lauri sahen es, alle wollten zu ihr rennen, doch Lauri hielt sie zurück und ging allein zu ihr. „Hey Lina! Süße was ist passiert?“ Sie vergrub ihren Kopf in seiner Brust und weinte. Er nahm sie fest in den Arm. „Sie will uns das Sorgerecht wegnehmen…“ „Sie will was? Das kann sie doch gar nicht! Sie nicht mal Verwand mit ihm! Hey, mach dir keine Sorgen, sie wird es nicht bekommen! Wir kämpfen um unseren Sohn!“ Sie nickte und hielt sich fest an ihm fest. „Warum tut sie das?“, weinte sie noch immer, „ Er gehört uns! Ich geb ihn nicht her!“ „Ich doch auch nicht! Hey sieh mich an, sieh mich an Lina!“ Sie hob ihren Kopf. „Es ist unser Kind und keiner kann es uns nehmen! Hörst du! Weder sie noch jemand anders!“ Sie nickte. Er nahm sie noch einmal in den Arm und drückte sie ganz fest an sich. Sie fühlte sich so wohl bei ihm. „Wollen wir zurück?“ Sie nickte. Sie standen auf, er nahm ihre Hand drückte sie und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Es ist unser Sohn!“, flüsterte er ihr noch ein einmal ins Ohr. Sie nickte und lächelte gequält. Sie gingen wieder zurück, wo Eero und Tara sie mitleidig ansahen. Sie erzählten noch einmal alles, als Lina was auffiel. „Lauri! Sie meinte am Telefon, ich bekomme Post, doch sie weiß doch gar nicht die Adresse!“ Alle sahen sich fragend und unwissend an. Mia spielte gerade mit Ben etwas. Lina beobachtete die Beiden und lächelte vor sich hin. Lauri und die anderen 2 sahen das. Lauri legte den Arm von hinten um sie, sie lehnte sich an seinen Oberkörper, wie gestern auf dem Felsen.

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Gegen späten Nachmittag – 18 Uhr – gingen sie nach Hause, doch es herrschte getrübte Stimmung auf dem Weg und auch zu Hause. Als sie Ben schlafen gelegt haben gingen sie auch ins Bett. Doch schlafen konnte wieder keiner. Beide lagen auf dem Rücken und starrten an die Decke, doch dann drehte Lina sich zu ihm und kuschelte sich an ihn. Wieder lief ihr eine Träne über die Wange. Er merkte es und wischte sie ihr weg. „Nicht weinen! Sie wird ihn uns nicht wegnehmen! Das schafft sie nicht!“ Sie sah zu ihm auf und nickte leicht. Er strich ihr über die Wange und sah in ihre schmerzerfüllten Augen. Sie näherte sich im und spürte wenig später seine zarten, weichen und warmen Lippen. Er zog sie auf sich und der Kuss dehnte sich mehr und mehr aus, wurde inniger, leidenschaftlicher. Sie spürte wie er mit seiner Zunge ihren Lippen umrandete und ließ seine Zunge gewähren. Sie spielten mit einander. Langsam zog er ihr Schlafshirt aus, liebkoste ihren Hals und sie seinen. Er strich mit seinen Händen über ihren Rücken, was ihr eine Gänsehaut verschaffte…


Durch einen Schrei wachte Lauri auf. Lina schlief sehr unruhig. Er versuchte sie zu wecken, als Ben zuweinen begann. Da wachte auch Lina auf. „Hey du hast nur schlecht geträumt, es ist alles okay!“ „Ben!?“ „Ich seh nach ihm…“ Er stand auf, zog sich was über und ging ins Wohnzimmer. Er sah zum offenen Fenster- es hatte gezogen und das Fenster klappte immer wieder auf und zu, er schloss, gab ihm einen Kuss und ging zurück zu Lina. „Alles okay!“, beruhigte er sie und legte sich wieder zu ihr. Sie kuschelte sich an ihn. „Was hast du geträumt?“ „Ich war mit dir und Ben am See.. Sophie kommt plötzlich und nimmt ihn uns weg, dann verschwand sie und wir standen allein da…“ Er strich ihr immer wieder beruhigend über den Rücken. „Denk dran was ich dir gesagt hab! Niemand kann ihn uns nehmen!“ „Niemand!“, erwiderte sie.


Am nächsten Morgen war Lauri schon wach, als Lina aufwachte und hatte er schon Frühstück und Ben fertig gemacht. Als sie aufwachte, roch sie den Kaffee und erschrak als sie auf die Uhr sah. Sie nahm sich ein Shirt von lauri aus dem Schrank, zog es an und ging raus. Ben spielte auf dem Sofa und Lauri hantierte in der Küche. Sie gab Ben einen Kuss und schlich sich an Lauri von hinten ran, schlang ihre Arme um seinen Bauch und lehnte sich an ihn. „Hast du gut geschlafen?“ „Ja! Könntest du gern öfters machen!“ „Hä? Was?“ „Na das mit Ben und mich länger schlafen lassen!“ „In Zukunft? Ne!“ Sie machte einen Schmollmund und drehte sich gespielt beleidigt um. Doch er zog sie an einem Zipfel vom Shirt zurück und küsste sie. „Ich hab Zeitungen geholt wegen Wohnungen!“ Sie lächelte.


Warum konnte es nicht immer so sein? Warum so ein holprig langer Weg bis hierher?

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Nachdem sie frühstückten, trafen schon bald alle Rasmus-Mitglieder ein, denn sie wollten nochmal über die Tour reden. Tara und Mia waren auch mit. Sie gingen in der Zeit mit den 2n spazieren und auf den Spielplatz.


„Ich weiß, dass es jetzt vielleicht etwas plötzlich kommt, aber was haltet ihr davon, wenn wir doch die Tour machen? Aber unter der Bedingung das Lina und Ben mitkommen.“ Alle 3 sahen sich fragend und überrascht an. „Also wenn unser Manager (Ralf, Klaus, Thomas, Michael) einverstanden ist, dann bin ich dabei!“, gab Aki sein Verständnis und auch die andren 2 stimmten zu. Sie riefen ihn an und luden ihn ein. Wenig später war er auch schon da. Sie führten mit ihm ein langes ausführliches Gespräch und kamen zu dem Entschluss doch die Tour durchzuführen.


Als Tara und Lina wieder kamen und die Jungs dies berichteten, freuten sie sich sehr. „Du?!“, kam Lauri zu Lina und gab Ben erstmal einen Kuss. „Ja?“ „Da ist was in der Post dabei.“ Sie sah ängstlich an. „Hast du schon rein geschaut?“ „Nein. Ich wollte auf dich warten.“ Sie nickte und beide verabschiedeten sich von allen. Als sie wieder allein waren, legten sie Ben erstmal schlafen und sahen die Post durch nach dem Brief. Sie öffnete ihn und las ihn durch. Lauri sah ihr dabei in ihre ängstlichen und traurigen Augen. Er strich über ihre Hand und sah sie erwartungsvoll an, als sie ihn durchgelesen hatte. Sie gab ihm den Brief ohne ein Wort zu sagen. … „Das können die nicht machen!“, schrie er durch die Wohnung und stand dabei auf. Lina strich sich mit den Händen übers Gesicht und verlor ein paar Tränen dabei. Lauri lief fassungslos durch die Wohnung. Dann hörte Lina nur noch wie die Tür ins Schloss fiel und er weg war. Sie stand auf und ging zu Ben ins Schlafzimmer. Sie setzte sich an den Bettrand und strich immer wieder über sein Haar. „Das kann sie nicht tun! Du gehörst uns!“, flüsterte sie und weinte. Sie hörte wieder die Tür. Er war also wieder da. Sie ging raus und sah sich um – er war auf dem Balkon und rauchte. Sie ging zu ihm und stellte sich neben ihn. Sue wusste gar nicht, dass er rauchte. „Was wollen wir jetzt machen?“, fragte sie ihn. Er schnippte seine Kippe weg und drehte sich zu ihr. Er nahm sie in den Arm: „Alles tun, was wir können.“ „Welches Recht hat sie, dies zu tun? Mit welchen Beweisen will sie ihn uns nehmen?“ „Sch.. wir schaffen das!“ Er drückte sie fest an sich und selbst ihm entkam eine Träne.




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