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~~~ *NEW LIFE - ForEver* ~~~

Autor: franzi
Personen:
Widmung:
Beendet: ja

1.
„Hey Melina, komm doch mal her. Wir müssen mit dir reden.“, rief meine Mam hoch zu meinem Zimmer. Genervt stand ich auf und trabte die Treppe runter. „Setz dich.“, forderte sie mich auf. Meine Ellis saßen schon am Tisch. „Was hab ich denn nun schon wieder angestellt?“ „Nichts. Du weißt doch, dass dein Dad Probleme auf Arbeit hat.“, ich nickte, „Er hat nun einen neuen Job gefunden.“ „Ist doch toll, aber wieso dann der ernste Ton?“ „Der Job ist nicht hier in Deutschland. Er ist im Ausland, in Finnland.“ „Finnland?? Ihr wollt mir jetzt aber nicht erzählen, dass wir deshalb nach Finnland ziehen?“ „Doch. Nach Helsinki.“ Erschüttert lehnte ich mich zurück in den Sessel. ‚Toll, Helsinki! Da oben in der Kälte ohne Freunde, Familie und … Sven, ohne meinen Freund Sven, mein bester Freund, dem ich immer alles anvertrauen kann. Was ist das denn für ein Leben?’ Ohne ein Wort zu sagen stand ich auf, ging in mein Zimmer und machte laute Musik- Linkin Park. ‚Das kann doch nicht sein. In 2 Jahren mach ich mein Abi und die wollen nach Helsinki ziehen. Super! Ade du schönes Leben in Leipzig!’ Von meinem Handy wurde ich aus den Gedanken gezogen. „Ja?“ „Hey ich bins Sven!“ „Hey!“ „Was’n los? Klingst so nieder geschlagen.“ „Können wir uns treffen? Ich muss mit dir reden.“ „Klar in 10 Minuten am Spielplatz?“ „Okay, bis dann.“ „Bye Melina.“
(Am Spielplatz) Ich platzierte mich, nachdem wir uns begrüßten, auf der Schaukel und er auf ’ner Bank. „Nun erzähl schon!“ „Wir ziehen nach Helsinki.“ „Ihr zieht wohin?“ „Helsinki! In die Kälte. Dort wo ich mutterseelenallein bin ohne Freunde und Familie.“ „Das können die doch nicht einfach machen!“ „Wie du siehst doch.“ „Und dein Abi?“ Ich zuckte mit den Schultern und schaute zu Boden. Ich stand auf und setzte mich neben ihn. Ich fing an zu weinen und er nahm mich in den Arm. „Das wird schon irgendwie. Wir werden viel telefonieren und uns schreiben. Und in den Ferien kommst du uns einfach besuchen oder wir dich.“ Ich nickte. „Wir werden das hin bekommen.“

[Wieder zu Hause] „Hey Melina, wo warst du?“ „Hi Mam. Mit Sven unterwegs. Wann ziehen wir denn um?“ Sie zögerte bis sie sagte: „Nächste Woche.“ „WAS???“, schrie ich, „Das ist jetzt aber nich’ euer ernst?“ „Doch!“ „Das könnt ihr nicht machen! In zwei Jahren will ich mein Abi machen und studieren! Und ihr wollt einfach weg ziehen!?“ „Von wollen ist hier keine Rede. Und pass gefälligst auf in welchem Ton du redest junge Dame!“ „Mam ich bin 17! Ich bin kein kleines Kind mehr, dass ihr überall mit hin schleppen könnt! Das mach ich nicht mehr mit!“, aufgebraust rannte ich in mein Zimmer und schloss die Tür hinter mir zu.

[Eine Woche später] Die ganze Woche sprach ich kaum ein Wort mit meinen Eltern. Genervt packte ich meine Koffer. Natürlich durften meine Linkin Park- CDs und überhaupt meine CDs nicht fehlen.
In 10 Stunden ging unser Flieger. Gespannt war ich schon auf die Stadt, aber nicht so, um dort zu wohnen. Mir flossen viele Tränen beim Packen.

[Auf dem Flughafen] Alle meine Freunde, natürlich auch Sven, waren da um sich von mir zu verabschieden. Wir heulten uns gegenseitig die Shirts voll und trösteten uns.
Im Flugzeug schlief ich viel und hörte Musik. Angekommen holten wir unser Gepäck und fuhren mit dem Taxi zu unserem Haus bzw. unserer Wohnung. „Wir haben eine Überraschung für dich.“ „Ach?“, gab ich genervt von mir. Sie hielt mir einen Schlüssel vor die Nase und grinste mich an. „Was soll ich mit dem Schlüssel? Ist der für mein eigenes Zimmer?“ „Mensch jetzt freu dich und geh in deine eigene Wohnung!“ „Eigene Wohnung?“ „Du hast schon richtig gehört!“ „Wow! Immer hin ein was gutes.“ „Du wohnst eine Etage über uns.“ „Ich kann meine eigene Wohnung einrichten wie ich will?“ „Klar!“ „Cool!“ Ich ging gleich die Treppen hoch und schloss auf. Ich betrachtete die Wohnung und überlegte wie ich sie einrichten würde.
Da ich ja noch 3 Monate Zeit hatte, bis ich wieder in die Schule musste, konnte ich mich ganz meinem Zimmer widmen.
Von Gekreische wurde ich am nächsten Morgen geweckt. ‚Was is’n nu’ los?’, fragte ich mich und schaute aus dem Fenster. Ich zog mir was an und wollte runter zu meinen Ellis gehen, als mich jemand fast über den Haufen rannte. „Oh sorry, war keine Absicht!“, sagte ein Typ mit blonden hochgestylten Haaren. „Schon okay.“ Als er gehen wollte, sah ich, das er was verloren hatte. „Hey! Sie haben was verloren!“ Er kam zurück und ich gab ihm den Zettel, der ihm anscheinend aus der Hosentasche gefallen war bei dem Zusammenprall. „Oh, danke! ...Ich hab sie hier noch nie gesehen. Sind sie neu?“ „Ähh, ja bin ich. Aber sie können mich ruhig dutzen! Bin erst 17.“ „Oh, ich bin Lauri.“ „Hi, Melina.“ „Freut mich, aber jetzt muss ich mich durch den Fanhaufen da draußen drängen.“ „Fans?“, fragte ich mit Blick auf die kreischenden Teenies vor der Tür. „Ja, du scheinst ja nicht von hier zu sein?“ „Nee, komme aus Deutschland.“ „Da sind wir leider noch nicht bekannt. Wir sind ’ne Rockband, die hier in Skandinavien recht erfolgreich ist.“ „Aha, cool. Wie heißt ihr denn?“ „The Rasmus.“ „Klingt cool. Hast du ’ne CD von euch hier?“ „Klar, warte ich hol dir eine.“ Er ging schnell in seine Wohnung und kam mit einer CD wieder zurück. „Hier.“ „Danke. Hör’ gleich mal rein.“ „Du, sei mir nicht böse, aber ich muss jetzt ins Studio. Aber wenn du willst, können wir ja heute Abend mal ’n bisschen quatschen?“ „Gern. Dann bis heute Abend um..?“ „19 Uhr?“ „Ok. Komm einfach zu mir rüber! Bis dann.“ Gut gelaunt ging ich zurück in meine Bude und setzte mich auf den einzigen Stuhl den ich besaß. ‚Süß der Typ.’, ging mir durch den Kopf, als jemand an die Tür klopfte. „Ich machte auf und meine Mam kam rein. „Du bist ja noch gar nicht fertig!“ „Was? Wieso?“ „Na wir wollen doch Farbe für die Wände holen und nach Möbeln schauen!“ „Ach ja! Shit! Bin sofort fertig.“
10 min. später kam ich fertig gestylt aus dem Bad und ging mit meiner Mam runter zu meinem Dad. Im Baumarkt schaute ich mir alle Farben an und entschied mich dann für hell- gelb für mein Wohnzimmer, weinrot für meine kleine Küche, aprico für mein Schlafzimmer und da mein Bad in orange- Tönen gefliest ist, ein heller orange- Ton für den oberen Teil der Wände. Wird bestimmt cool. Meinen Eltern gefiels auch, obwohl mein Dad erst etwas skeptisch war. Danach fuhren wir noch in einige Möbelgeschäfte. Da meine Ellis die Möbel aus unserer alten Wohnung nahmen, konnten wir uns ganz auf meine Möbel konzentrieren. Wir kauften eine schwarze Couch und einen weißen Sessel dazu und einen kleinen Couchtisch fürs Wohnzimmer; die Küche war weiß mit weinroten Fronten, so passte es gut zur Küchenfarbe. Der Kühlschrank, der mit der Küche zusammen zu mir transportiert wurde, war im typischen Ami- Style und silber. Wir kauften noch für mein Schlafzimmer eine coole Kommode, die aus hellem Holz war und schwarz- weiße Schubfächer hatte. Das Bett war aus schwarzen Stahlstäben und passte richtig gut zur Kommode. Ich hatte mich sofort in das Bett verliebt, als ich es sah. Die Küche würde mir am nächsten Tag geschickt werden, den Rest konnten wir gleich mitnehmen. Während meine Eltern einkaufen waren, fing ich schon fleißig an zu streichen. Erst das Wohnzimmer und dann die Küche, dann Bad und Schlafzimmer. Nachdem ich Wohnzimmer, Küche und Bad geschaffte hatte und im Schlafzimmer anfangen wollte, klopfte es an der Tür und ich machte auf. „Hi Lauri! Ist es schon so spät?“ „Nee, aber wir hatten schon eher Schluss und ich dachte, ich könnte dir vielleicht bei etwas helfen?!“ „Oh, dass is’ echt lieb von dir. Komm rein. Ich wollte gerade das Schlafzimmer streichen.“ „Sieht ja schon gut aus. Bei was kann ich dir denn helfen?“ „Könntest du vielleicht die Kommode aufbauen?“ „Is’ zwar nicht gerade mein Ding, aber ich versuchs dir zu liebe!“ Ich lächelte ihn verlegen an und errötete leicht. Ich ging zurück ins Schlafzimmer und begann zu streichen. Plötzlich einen Aufschrei. Ich rannte ins Wohnzimmer und sah Lauri mit verkrampftem Gesicht. „Was ist passiert?“ „Ach, ich hab nur ’n bisschen auf meinem Daumen rum geklopft!“, grinste er mit verkrampftem Gesicht. „Willst du lieber weiter streichen? Dann mach ich das.“ „Nee, lass mal. Das krieg ich schon hin!“ „Wenn du meinst.“ Als ich wieder im Schlafzimmer war, legte ich die CD, die Lauri mir am Vormittag gab ein und lauschte der Musik, während ich weiter strich.
Die CD gefiel mir richtig gut, vor allem ‚bullet; chill; someone else und last waltz’. Nach dem 3. Mal anhören, konnte ich schon einige Textstellen auswendig und sang vor mich hin mit und bemerkte gar nicht, dass Lauri auf einmal in der Tür stand und mir zusah. „Wie lange stehst du schon da?“ „Lang genug.“ ‚Wie peinlich!’, dachte ich mir und wurde rot. Er lächelte und kam mehr in den Raum um mein Werk zu betrachten. „Sieht cool aus. Das Bett meine ich. Deine Kommode hab ich fertig. Wenn du willst, dann können wir sie zusammen rein tragen?“ „Klar.“ Wir gingen raus und ich betrachtete die Kommode nochmal, bevor wir sie dann ins Schlafzimmer trugen. „Also jetzt hab ich mich schon richtig in dein Bett verliebt!“ „Ach?“ „Wo gabs denn das?“ „In dem Möbelcenter in Tourku. Und ich hab mich übrigens in eure CD verliebt!“ „Echt? Dir gefällt sie also?“ „Ja sehr gut.“ „Freut mich. Du, morgen Abend haben wir ’n Gig im Havanna- Club. Magst du kommen? Musst auch kein Eintritt bezahlen!“ „Echt?? Klar komm ich! Danke!“ „Ich klär das dann mit unserem Security, damit du keine Probleme bekommst.“ „Danke, du bist echt lieb!“ Er wurde leicht verlegen und errötete etwas. „Lass uns weiter machen, ist bestimmt noch viel?!“ „Ja, du hast Recht. Dann lass uns als nächstes Sofa, Sessel und den Couchtisch zusammen bauen.“ „Okay, wie du willst!“

Wir bauten und bastelten noch bis spät abends und tranken zum Abschluss noch ein Bier zusammen. „Sag mal, und deine Eltern lassen dich hier einfach allein wohnen?“ „Nee, die wohnen ’ne Etage tiefer. „Cool. Hast du ihnen davon erzählt?“ „Von unserem Zusammenprall? Nee, hab ich irgendwie gar nicht dran gedacht. Außerdem müssen die ja nich alles wissen!“ Er grinste und schaute sich noch mal im Wohnzimmer um. „Is’ echt cool geworden!“, stellte er fest. „Find ich auch. Und ich hätte nicht gedacht, gleich am 2. Tag jemanden zu finden, mit dem ich mich so gut verstehen würde. Danke!“ „Wofür denn?“ „Na für alles hier!“ Ich umarmte ihn glücklich und gab ihm einen Kuss auf die Wange als Dank. „Ich wär’ dann mal wieder rüber gehen, muss morgen wieder ins Studio. Wir sehen uns dann am Samstag?“ „Klar, ich freu mich drauf! Danke nochmal für alles. Kannst ja mal rein schauen, wenn du morgen kommst.“ „Ich hab ’ne bess’re Idee: Was hältst du davon, wenn ich uns was koche?“ „Warum nicht! Dann muss ich nicht immer zu meinen Eltern. Was gibt’s denn?“ „Verrat ich nicht! Aber mal ’ne Frage: Isst du gern scharf?“ „Oh ja! Sehr gern!“ „Dann bis morgen! Schlaf gut.“ „Du auch, bis morgen!“

[Am nächsten Tag – im Studio (Lauris Sicht)]„Hey Lauri!“, begrüßten Aki, Eero und Pauli mich. „Hi Leute!“ „Du bist ja heute richtig gut drauf!“ „Joa..“ „Kennen wir sie?“ „Wie kommst du darauf, dass es an einer SIE liegt?“ „Naja..war nur so ’ne Vermutung!“, kam es wieder von Aki. Ich hob skeptisch meine Augenbraue hoch. Wir spielten, bastelten und probten unsere Songs durch und gingen mittags Pizza essen. Ich freute mich schon richtig auf Abend und ging auch gleich nach dem wir fertig waren einkaufen. Ich kaufte alles, um ein leckeres, scharfes Gericht zubereiten zu können.

[Wieder zu Hause (Melinas Sicht )] „Mam, ich muss hoch.“ „Wieso denn? Ich dachte wir essen noch zusammen?“ „Bin bei meinem Nachbar zu Essen eingeladen!“ „Ach? Deinem Nachbar?“ „Jep! Er ist sehr nett und er hat mir gestern beim Streichen und zusammen bauen geholfen.“ „Ach deshalb brauchten wir dir nicht helfen und sollten nicht hoch kommen?!“ „Joa, kommt hin! Bis morgen! Ich hab euch lieb!“ „Wir dich auch.“, kam es von meinem Dad aus der Küche. „Bye, mein Schatz, viel Spaß. Und erzähl oder am besten, stell ihn uns mal vor!“ „Mal gucken..“ Ich lief verträumt und summend zu meiner Wohnung hoch und merkte gar nicht das Lauri hinter mir stand, als ich die Tür aufschloss. „Na, dir scheint unser Album ja wirklich zu gefallen!“ Ich schreckte auf und drehte mich um. „Hm?“ „Na du hast doch gerade die Melodie von ‚hearbreaker’ gesummt?!“ „Echt? Joa, dann geh ich mal davon aus, das mir die CD gefällt!“, antwortete ich. Er schuppste mich leicht und ich stieß an die Nachbarstür an. Die Nachbarin kam raus und Lauri und ich konnten uns vor Lachen nicht mehr halten. „Tut mir leid. Ich bin nur gegen ihre Tür gekommen. Schönen Tag noch.“ „Die jungen Leute von heute…“, somit schloss die alte Dame, die bestimmt schon um 70 war wieder die Tür. Lachend stürzten wir in meine Wohnung. Als wir uns beruhigten fragte ich Lauri neugierig: „Was gibt’s denn nun? Hab schon Hunger!!“ „Sag ich nicht. Wollte ja auch eigentlich gleich zu mir, aber als ich dich summend auffand, musste ich dich einfach darauf ansprechen.“ „Dann hau jetzt mal ab und mach Essen! Ich hab Qualm!!“ „Zu Befehl!“, entgegnete er lachend und ging zu sich rüber. Mit einem Schmunzeln ging ich ins Bad um mich langsam fertig zu machen. ‚Jetzt muss ich aber mal irgendwas originelles anziehen.’, dachte ich mir und kramte meine eng anliegende schwarze Jeans und mein rotes schulterfreies Top raus. Da musste ich mich doch mal selbst loben. Als ich auf die Uhr schaute, erstaunte ich, denn es war schon kurz vor um 7. Ich warf nochmal einen Blick in den Spiegel und ging rüber. Ich klopfte. Er machte auf. „Hey! Wow, gut siehst du aus!“ Verlegen bedankte ich mich. Er bat mich rein und ich bewunderte Lauris besprayte Wände. „Sieht echt cool aus!“ „Danke!“, kam ein lauter Ruf aus der Küche. Ich lief zu seiner Stehbar, setzte mich auf einen der Barhocker und beobachte Lauri, wie er in der Küche werkelte. „Das riecht ja richtig lecker.. Dauert’s noch lange?“ „10 Minuten.“ „Och man, dabei hab ich so’n Hunger!“ „Hast du Lust danach noch ‘n Fil zu gucken? Klar, warum nicht! Was hast’n an zu bieten?“ „Guck einfach mal in meine DVD- Sammlung neben dem Sofa.“ „Okay.“ Ich lief zu dem Regal neben seinem Sofa und begutachtete seine Sammlung. Viele Horrorfilme. Das gefiel mir. „Is’ was für dich dabei?“ „Oh ja! Ich liebe Horrorfilme!“ „Um so besser! Hast du schon was gefunden?“ „Nich so richtig! Is’ auch was in Englisch dabei?“ „Oh, daran hab ich jetzt echt nicht gedacht! Ja, es sind 2 englische Filme dabei. „Dann… hmmm, welchen würdest du denn gern’ seh’n?“ „Das überlass ich dir.“ „Dann gucken wir beide.“ „Von mir aus. Essen ist dann fertig!“ „Endlich!“ Ich setzte mich an die Stehbar und er stellte die Teller hin. „Hmmm, sieht ganz schön lecker aus. Was’n das alles?“ „Peperonies.. ach, Iss einfach!“
„Auch wenn’s ziemlich scharf war, was ich ja aber mag, hat es super geschmeckt! „Riesen Lob an den Chefkoch!“ „Die Firma dankt!“, lachte er. Ich stand auf, ging zu ihm und drückte ihm einen dicken Schmatzer auf die Wange. „Und jetzt gucken wir!“, brachte er dazu und stand auf, um die Teller in die Küche zu bringen. „Was willst du trinken?“, fragt er. „Das was du trinkst.“ „Bier?“ „Hast du Cola?“ „Joa, glaub schon. Und dann?“ „Dann mach ich mir ‘n Diesel.“ „’n was?“ „Diesel! Cola und Bier gemischt! Jetzt sag nicht, du kennst das nicht?!“ „Ähh, um ehrlich zu sein.. nee.“ Ich griff mir an die Stirn und nahm ihm die Colaflasche aus der Hand, öffnete die Bierflasche und goss mir ein. Als ich ihn ansah, konnte ich mir ein Lachen einfach nicht verkneife. „Was’n nu?“ „Dei..dein Ge...*lach* Sorry, aber dein Gesicht war eben zum schießen!“ „Bin ich ’ne Witzfigur?“ „Mensch jetzt sei nicht gleich eingeschnappt!“ „Toll!“ „Was toll?“ „Meine Freunde machen das auch immer mit mir!“ „Was? Dich auslachen? Sei doch nich’ so negativ! Außerdem biste doch selbst dran Schuld, wenn ’de so’n Gesicht machst! Und jetzt lass uns lieber mal gucken!... Aber der Schmollmund steht dir!“, grinste ich ihn frech an auf seine Reaktion. Ich nahm seine Hand und zog ihn mit ins Wohnzimmer. Er legte den Film ein und wir machten es uns auf der Couch bequem, tranken und stopften uns Chips, Nüsse und was sonst noch so da stand in uns rein.
Als wir dann beide Filme angeschaut hatten und voll gestopft auf dem Sofa lagen, waren wir so müde, dass wir so wie wir da lagen einschliefen; Lauri halb auf dem Boden, während ich zwischen den ganzen Kissen und auf seinem Arm lag.

Am nächsten Morgen wachte ich von frischem Kaffeeduft auf. Langsam kam ich zu mir und sah mich um. ‚Was für ein Chaos!’, dachte ich mir und richtete mich langsam auf. „Na Kleine!“ „Na in Anführungsstrichelchen – Großer - !“ „Hey, nichts gegen meine Größe! Und außerdem war das mit „Kleene“ nicht auf deine Größe bezogen!“ „Ja ja, schon gut!“ „Hast du gut geschlafen?“ „Joa, könnte man so sagen. Wie spät is’n das?“ „Ähh, halb 12.“ „Was?? Oh shit!“ „Was’n?“ „Sorry Lauri, muss rüber!“ „Hey, was..?“ „Erklär ich dir heute Abend.“ Und da war ich auch schon weg. Ich hatte ja total verpennt, dass ich mit meinen Eltern um 12 Essen gehen wollte. „Sag mal.. Wo warst’n du?“ „Mam..!“ „Und?“ „Ich ähh.. also..“ „Ja..?!“ „War bei meinem Nachbarn. „Ich dachte, ihr wolltet bloß was essen?“ „Eigentlich schon, aber dann haben wir noch Videos geschaut und sind dabei eingepennt..“, grinste ich verlegen. „Jaja..! Na so lang nichts weiter passiert ist?!“ „Nee, das schwör ich dir!“ „Also ich wollte dir nur sagen, das es erst 13 Uhr wird.“ „Aha und warum?“ „Dein Dad hat doch heute seinen ersten Arbeitstag und da wird es eben erst später.“ „Ach so, na dann hab ich wenigstens noch Zeit mich fertig zu machen.“ „Okay, bis dann, wir erwarten dich dann 13 Uhr.“ „Jepp, bis dann.“ Und schon war sie wieder weg.

Der Tag verlief noch sehr gut, wie auch der Rest des Jahres. Ich machte viel mit meinen Eltern, oder mit Lauri und seinen Bandkollegen Aki, Eero und Pauli und/ oder Freunden von ihm, die er mir vorstellte und sich alle als sehr nett gaben. Ich telefonierte viel mit meinen Freunden aus Deutschland, besuchte sie in den Ferien oder sie mal mich. Ich war eigentlich sehr glücklich, denn auch in der Schule lief es super. Im nächsten Jahr machte ich mein Abi und studierte dann Literatur. Lauri und Co. schafften den Durchbruch in Deutschland und meine Freunde aus Deutschland waren stolz ihn/ sie zu kennen und ich erst recht.

[3 Jahre später] Ich war nun 20 und Lauri 22, fast 23, denn er wurde bald 23. Ich freute mich schon auf seinen Geburtstag morgen, denn es war eine große Party geplant. Alle seine Freunde und Tine, seine Freundin mit der ich mich sehr gut verstand, würden kommen.

Es klopfte an meiner Tür. Ich machte auf und Lauri stand mit traurigem Blick und roten, verquollenen Augen vor der Tür. „Hey Lauri.. Was ist los? Komm erstmal rein.“ Er trottete rein und ließ sich auf mein Sofa nieder. Ich setzte mich neben ihn. „Sie hat Schluss gemacht.“ „Was? Tine? Wieso?“ „Ich weiß es nicht.“ „Aber sie macht doch nicht ohne Grund mit dir Schluss?!“ Er zuckte mit den Schultern. Ich nahm ihn in den Arm und beruhigte ihn, versuchte es zumindest: „Ich red mit ihr.“ „Danke.“ Ich löste mich von ihm und stand auf. „Ich geh derweil ins Schlafzimmer.“ Ich lächelte ihm hoffnungsvoll zu und ging mit meinem Handy ins Schlafzimmer. „Ja?“ „Hi Tine.“ Stille. „Warum hast du das getan?“ „Ich.. ich hab mich in einen Anderen verliebt.“ „Warum hast dus ihm nicht gesagt? Er ist total am Boden. Red mit ihm, lass ihn nicht so zurück.“ Stille. „Bitte Tine.“ „Okay. Ich komme vorbei.“ Wir legten auf und ich ging zu Lauri, der wie ein Häufchen Elend auf meinem Sofa lag. „Lauri?“ „Mhh?“ „Sie kommt vorbei.“ „Jetzt?“ „Ja. Sie hat’s mir gesagt. Sie wird es dir erklären.“ Er stand auf und kam zu mir. Ich nahm ihn in den Arm und sagte: „Lass dir nicht die Stimmung verderben! Man wird nur einmal am 23.4. 23! Ich will dich morgen in TOP-Form sehen! Klar!?“ Er lächelte mich etwas an. „So gefällst du mir besser!“, lächelte ich zurück.

[3 Stunden später] Ich wurde ziemlich unruhig, denn man hörte immer mal Geschrei, dann wieder gar nichts. Sollte ich rüber gehen? Ich machte mir Sorgen, denn Lauri war mir sehr wichtig und ich wusste, was passieren würde, wenn er’s nicht verkraftet. Ich lief unruhig in meiner Wohnung auf und ab, lauschte immer mal und gerade, als ich runter zu meinen Ellis wollte, weil ich zu nervös wurde, ging drüben bei Lauri die Tür auf und Tine kam raus. Ich schaute die erwartungsvoll an und sie zwinkerte mir zu. Es schien gut gelaufen zu sein. Ich ging zu seiner Tür und machte sie weiter auf, denn sie war nur an gelehnt. „Lauri?“ „Ja?“ „Ich bins. Kann ich rein kommen?“ „Klar.“ Ich ging vorsichtig ins Wohnzimmer. „Wie ist es gelaufen?“ „Wir haben uns ausgesprochen. Und ich hab festgestellt, dass sie mir gar nicht so viel zu bedeuten scheint.“ Ich schaute ihn fragend an. „Naja, ich dachte nicht, dass es mir so leicht fällt sie gehen zu lassen.“ „Hm! Das sah aber vorhin ganz anders aus!“ „Ja, ich weiß. Aber ich glaub, das war in dem Moment einfach nur der Schock.“ „Und jetzt?“ „Wir wollen versuchen den Kontakt zu halten und Freunde zu werden/ bleiben.“ „Klingt gut. Bin stolz auf dich! Ich freu mich übrigens schon auf morgen!!“ „Ach?!“ Er kam zu mir und umarmte mich. „Danke für alles.“ „Lauri, du bist mein bester Freund, du weißt doch, dass ich immer für dich da bin!“ „Trotzdem ist das nicht selbstverständlich.“ „Ist schon okay. Und jetzt muss ich los.“ „Wohin denn?“ „Verrat ich net!“ „Och menno!“ „Tja! Ich komm heute Abend noch mal bei dir vorbei.“ „Na gut. Dann werde ich mal gucken, was die Jungs so machen.“ „Sag allen ’nen schönen Gruß.“ „Mach ich. Bye.“ „Bye.“ Und schon war ich aus seiner Wohnung raus und machte mich fertig, damit ich mit Siiri, einer Freundin von Lauri und mir, die bei einer Band namens Killer singt, in die Stadt gehen konnte.
In der Stadt angekommen, sah ich Siiri schon von weitem. „Hey!“ „Hi!“, begrüßte ich sie zurück. „Du Siiri, was willst du Lauri holen?“ „Hab noch keine richtige Idee. Vielleicht ’ne lustige Boxershorts!“, lachte sie. „’Ne Boxershorts? Ob er sich da wirklich freut?“ „Keine Ahnung.. Aber ist doch lustig!“ „Da haste Recht!“ „Und du?“ „Keine Ahnung! Habe zwar schon die ganze Party organisiert, aber was Kleines würde ich ihm schon ganz gerne noch schenken.“ „Ihr versteht euch richtig gut, hab ich Recht?“ „Mhh, ich bin froh, dass ich ihn als Freund habe.“ „Ich glaube, da können wir beide froh sein.“ Ich nickte und zog sie in einen Laden. „Jetzt lass uns mal hier gucken.“ ... „Du Siiri, was hälst du davon, wenn wir zusammen eine große Fotokollage machen in einem großen Bilderrahmen und zwischen durch Songtexte von ihm oder mir oder auch von euch?!“ „Coole Idee! Das machen wir! Bilder haben wir ja genug.“ „Ich ruf mal bei Eero an, die kennen sich am längsten, der hat bestimmt viele Bilder.“ Und schon griff ich zum Handy und wählte Eeros Nummer. „Hallo?“ „Hi Eero!“ „Oh, hi Melina. Was gibt’s denn?“ „Biste allein? Oder ist Lauri bei dir?“ „Bin allein, warum?“ „Ich bin gerade mit Siiri in der Stadt wegen einem Geschenk für Lauri. Und uns ist eine super Idee gekommen.“ „Du hast doch aber schon die Party organisiert.“ „Trotzdem will ich ihm was schenken. Also wir hatten die Idee ihm eine Collage aus Fotos und Songtexten zu basteln. Und da wollten wir dich fragen, ob du Fotos hast von euch, Lauri und euren Freunden.“ „Klar, von Bildern hab ich genug. Coole Idee. Kann ich mich euch anschließen? Wollte nämlich auch erst jetzt was holen.“ „Klar. Wir gehen dann am besten jetzt einen großen Bilderrahmen holen und kommen dann zu dir mit dem Rest. Ist das okay?“ „Klar, ich kann ja noch Pauli und Aki fragen?“ „Gute Idee. Aber Lauri erwähnte vorhin, er wolle bei einem von euch mal vorbei schauen.“ „Okay, ich achte drauf! Also bis dann.“ „Bis gleich.“ Ich erklärte Siiri noch alles und dann machten wir uns auf den Weg zu einem Geschäft in dem es Bilderrahmen gab. Wir kauften einen der ziemlich groß war, fuhren zu mir und Siiri um noch Fotos und Bastelzeug zu holen und fuhren dann zu Eero. „Hi Mädels! Aki und Pauli sind auch da. Sie fanden die Idee auch klasse.“ „Super.“, kam es von uns beiden wie aus einem Mund. Wir gingen dann rein, begrüßten Aki und Pauli und verteilten uns auf dem Boden. Siiri und ich erzählten, wie wir uns alles vorgestellt hatten und fingen an. Siiri und ich machten uns hauptsächlich an die Texte, um sie noch mal säuberlich und in Schönschrift abzuschreiben, während die Jungs die Bilder legten und immer mal über Erinnerungen lachten, die die Fotos wieder weckten. Plötzlich klingte mein Handy. „Ja?“ „Hey ich bins Lauri!“ „Hi Lauri!“ Alle schauten mich gespannt an. „Hast du ’ne Ahnung wo alle sind? Weder Aki noch einer der anderen Jungs sind da, nicht mal Siiri.“ „Ich hab echt keine Ahnung wo alle sind. Tut mir leid.“ „Melina?“ „Hmm?“ „Du verarschst mich auch nicht, oder?“ „Ähm, nee, eigentlich nich’!“ „Raus mit der Sprache! Du kannst einfach nicht lügen!“ „Mensch Lauri, ich weiß echt nicht wo die alle sind! Und jetzt lass mich mit Siiri weiter bummeln.“ „Jaja!“ „Mensch, überleg nicht so viel! Sonst kannst du nicht mehr denken, wenn dus sollst!“ „Ach.. wann denn?“ „Z.B. beim Schreiben deiner Songtexte! Außerdem is’ Denken für so ein kleines Gehirn wie deins nicht gut!“ „Das war fies!“ „Vielleicht!“ Alle fingen an laut los zu lachen. „Das klang jetzt aber nicht so als wärst du in der Stadt!“ „Ich bin gerade in einem Café.“ „Hmm, klar! Und das soll ich jetzt glauben?!“ „Glaub doch was du willst! Lass uns jetzt, sonst kriegste morgen nichts!“ „Okay, dann bis heute Abend! Hdl.“ „Ich dich auch! Bis heute Abend!“, aufgelegt. „Hat er was gemerkt?“, fragte Siiri. „Er meinte, ich könne nicht gut lügen, also JA.“ „Ach egal, last uns lieber weiter machen, sonst werden wir nie fertig.“

Einige Stunden später wurden wir endlich fertig und waren sehr stolz auf unser Werk. „Und wer bringt es morgen mit?“ „Na du Melina! War doch deine Idee.“ „Mensch Aki, jetzt überleg doch mal! Das sieht der doch, wenn er in meine Wohnung kommt!“ „Haste auch wieder Recht!“ „Ich würde eher sagen, dass wirs gleich hier lassen und das du, Eero, es morgen zur Party mitbringst.“ „Melina, du bist genial!“ „Danke Aki! Das kann ich aber leider nicht zurückgeben!“ „Danke für das reizende Kompliment!“ Ich grinste ihn frech an und erschrak, als ich auf die Uhr schaute. „Shit! Ich wollte noch bei Lauri vorbei schauen.“ „Dann hau ab!“, meinte Siiri und blinzte mir zu. „Okay bis morgen Leute!“ „Bye!“, riefen mir alle noch hinter her und schon war ich weg.
Zu Hause angekommen gegen 22 Uhr 45, dachte ich mir, noch mal bei Lauri vorbei zu schauen. Ich öffnete leise die Tür auf und hörte den Fernseher laufen. Ich ging vorsichtig und leise ins Wohnzimmer und sah Lauri schlafend auf dem Sofa. Er sah irgendwie süß aus, wie er da schlief. Ich ging auf Zehenspitzen zu ihm und hockte mich an die Couch. Ich legte ihm eine Decke über und strich leicht mit dem Finger über seinen Ohrrand. Er lächelte leicht im Schlaf, er schien zu träumen. Ich gab ihm einen Kuss auf die Wange und ging wieder zu mir. Ich duschte mich und ging schlafen. Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr piepte mein Wecker, den ich mir noch am vorigen Abend gestellt hatte, um alles für Lauri vorzubereiten. Ich machte mich im Bad fertig, ging Brötchen holen, machte frischen Kaffee und deckte den Tisch schön ein. Ich stellte ihm eine Karte auf den Teller, in der stand:

Happy Birthday!
Ich wünsche dir alles Liebe, Erfolg und Gesundheit und natürlich das weiterhin alles so
super in der Musik klappt, wie bisher.
H.D.L.
Deine Melina
PS: Dein Geburtstagsgeschenk von mir bekommst du erst heute Abend 18 Uhr 30!

Gegen 8 Uhr 40 beschloss ich nach zuschauen, ob Lauri schon wach wäre. Doch als ich die Tür zu seiner Wohnung aufschloss, war Totenstille. Ich ging ins Wohnzimmer und sah Lauri wie am vergangenen Abend auf dem Sofa schlafen. Ich hockte mich wieder ans Sofa und betrachtete ihm beim Schlafen: er schien zu träumen, doch nichts gutes, denn er schlief sehr unruhig. ‚Sollte ich ihn vielleicht aufwecken?’ Ich betrachtete ihn noch bestimmt 15 Minuten lang, bis ich mir dachte, ihm einfach einen Zettel zu schreiben. Ich suchte mir also einen Zettel in Lauris Chaos und einen Stift und schrieb:

Morgen du Schlafmütze!
Komm, wenn du fertig bist doch bitte zu mir rüber.
Bis danne,

Melina

Ich legte den Zettel auf seinen Couchtisch und schlich mich leise wieder raus in meine Wohnung. Ich schaltete den Fernseher ein und machte MTV. ‚Jetzt is’ ja alles wieder kalt.’, dachte ich mir und wartete ungeduldig auf ein Klopfen oder Klingeln an der Tür von Lauri, doch nichts. Eine Stunde später griff ich mir an die Stirn und überlegte, ob ich ihn nicht vielleicht doch wecken sollte. Doch andererseits müsste ich dann seine miese Laune ertragen, die er bekommt, wenn er einfach geweckt wird. Also ließ ich es bleiben. Mein Handy klingelte: „Ja?“ „Hey Melina!“ „Ach Aki! Was gibt’s?“ „Ist Lauri schon wach?“ „Nee, war vor ’ner Stunde bei ihm, aber der schlief noch tief und fest. Aber ich hab‘n schlechten Gewissen, weil ich gestern Abend doch eigentlich bei ihm noch vorbei schauen wollte. Ich war zwar dann noch bei ihm, aber da schlief er schon.“ „Ach, ich glaub nicht, dass er dir das übel nimmt.“ „Aber der schläft doch sonst auch nicht bis .. halb 10, oder?“ „Nee, haste auch wieder Recht. Vielleicht sollte ich ihn mal anrufen?“ „Kannste. Aber du weißt, dass er schlechte Laune bekommt, wenn er einfach geweckt wird, wenn er eigentlich ausschlafen kann?!“ „Jo! Aber nicht, dass er dann alles an dir auslässt?“ „Egal, nehm ich auf mich. Außerdem, wenn der das Frühstück sieht, dann wird er kein Stück mehr an die Weck- Attacke denken! Lass mich das mal machen!“ „Okay, also ich ruf dann mal an.“ „Danke, bis heute Abend!“ „Bis dann, bye.“ Und schon legten wir auf.

Eine halbe Stunde später, in der ich das Frühstück noch mal auf vordermann brachte, klopfte es an der Tür. „Lauri, na endlich.“, öffnete ich die Tür. Mit einem scharfen Blick stürmte er in meine Wohnung…

„Was’n mit dir los?“ „Sag mal, wo warst du gestern Abend?“, fing er an mich anzugaffen. „Na mit Siiri in der Stadt. Warum? Ach so, weil ich nicht mehr bei dir war?“ „Weißt du eigentlich, was ich mir für Sorgen gemacht habe? Ich hab auf dich gewartet, dachte dir oder euch wäre was passiert..“ „Was regst du dich so auf? Ich kann doch wohl immer noch machen, was ich will! Oder? Man kann ja wohl mal die Zeit vergessen!“ „Dann gibt es immer noch Telefone!“, schrie er mich an. Ich war richtig erschüttert. Sonst war er doch auch nicht so. Mit einer Mordslaune rempelte er an mir vorbei und knallte die Tür hinter sich zu. Ich wusste überhaupt was ich davon halten sollte. Steif stehend blickte ich zur Tür und überdachte die gerade passierte Szene. Ich war so baff. Mir lief eine einzelne Träne und leise kam es von meinen Lippen: „Das war doch alles nur für dich..“ Ich setzte mich an den von mir gedeckten Tisch und trank den kalt gewordenen Kaffee. Was war mit dem Zettel, den ich ihm geschrieben hatte? Hatte er ihn überhaupt gelesen? Ich schnappte mir meine Jacke und rannte raus. Lief die Straßen entlang und blieb vor Akis Wohnung stehen. Tränenaufgelöst klingelte ich. „Melina? Was ist passiert?“ Er nahm mich in den Arm und bat mich dann rein.

[Währenddessen bei Lauri] Er wusste selber gar nicht, was da gerade in ihn gefahren war. Hatte er sie wirklich angeschrieen? Er hatte doch gar kein Recht dazu. Er setzte sich aufs Sofa und sah den Zettel. Er las ihn und dachte nur eins ‚SHIT!’ Er hastete sich auf und klopfte bei Melina an die Tür. Nichts. Nachdem auch keine Reaktion nach dem 2. Mal kam, schloss er die Tür auf, da er ja einen Schlüssel besaß. Er blickte sich um –nichts-. Er bekam ein schlechtes Gewissen, als er den gedeckten Tisch und die Karte sah. Er las sie und griff sich mir den Händen in die Haare. Was sollte er jetzt tun? Er wollte sie anrufe, doch sie drückte ihn immer wieder weg, bis sie schließlich ganz ihr Handy ausmachte.

[Wieder bei Aki und Melina] „Hast du dein Handy jetzt ausgemacht?“ Ich nickte. „Warum hat er das gemacht? Er hat doch gar kein Recht über mein Leben zu bestimmen, was ich abends oder sonst wann mache.“ „Melina, ich glaube, ich weiß was mit ihm los ist.“ Erwartungsvoll schaute ich ihn an. „Er ist in dich verliebt.“ „Ach Schwachsinn. Lauri ist doch nicht in mich verliebt! Außerdem hat er sich erst von Mara getrennt.“ „Ich kenne Lauri gut genug, um zu wissen, was mit ihm los ist. Melina glaub mir!“ Plötzlich klingelte Akis Handy. „Es ist Lauri.“ „Ich bin nicht bei dir!“ Zustimmend nickte er. „Ja Lauri, was gibt’s? … Nein, ich weiß nicht wo sie ist, wieso ist was passiert? … Warum hast du sie denn auch angeschrieen? … Ja und ob du ein Idiot bist! Überleg vorher besser, was du tust! … Könnte es vielleicht sein, dass du dich in sie verliebt hast? …Lauri ich kenn dich gut genug, um zu wissen, ob dus bist oder nicht! Da kannst du abstreiten wie du willst. … Tut mir leid, aber ich bin noch unterwegs. Alles Gu… - Aufgelegt.“ „Danke Aki.“ „Melina, geh zu ihm! Er hat es nicht so gemeint! Er hat sich wirklich nur Sorgen gemacht. Und er hat deine Karte erst gelesen, nach dem er wieder bei dir war und bereut es jetzt natürlich noch mehr.“ „Selbst dran Schuld.“ „Mensch, jetzt sein nicht so stur! Bist ja wie Lauri!“ Ich warf ihm auf die Antwort einen grimmigen Blick zu und nahm einen Schluck aus seinem Colaglas. „Melina, los gib dir ’n Ruck!“ „Hat er zugegeben, dass er in mich verliebt ist?“ „Naja, etwas.“ Ich schaute ihn fragend an. „Erst hat er’s abgestritten, aber dann hat er’s etwas durchblicken lassen. Los jetzt geh schon zu ihm und gesteh ihm auch deine Liebe!“ „Ich bin doch nicht verliebt in ihn!“ „Und ob!“ „Ach du spinnst! Ich geh jetzt!“ „Okay! Und du bist doch in ihn verliebt!“ „Halt die Klappe Aki! Bis dann, wenn überhaupt!“ „Bis dann, ich weiß, dass du in ihn verliebt bist!“ Mit genervtem Blick machte ich die Tür hinter mir zu und ging nach Hause. Ich dachte viel über das Gespräch nach. Sollte ich doch in ihn verliebt sein? ‚Ach Schwachsinn!’, mit dem Gedanken schloss ich meine Wohnung auf. Es stand noch alles genau so da, aber er hat die Karte gelesen, denn sie wurde aus dem Umschlag genommen. Ich zog meine Jacke aus und setzte mich aufs Sofa. Ich kauerte mich zusammen; schlang die Arme um meine Beine und legte meinen Kopf auf die Arme. Mir liefen vereinzelte Tränen über die Wangen. Ich hätte eigentlich noch mal zur Halle gemusst, in der die Party steigen sollte, aber dazu war mir überhaupt nicht zumute. Da spürte ich plötzlich wie jemand die Arme um mich legte und etwas in meine Ohr wisperte: „Es tut mir leid..“ Ich blickte auf und sah Lauri tief in die Augen. „Es war nicht so gemeint, ich hab mir einfach nur Sorgen gemacht.“ Ich nickte leicht und umarmte ihn. „Ich hab dich doch lieb!“ „Ich dich auch. Happy Birthday!“ „Danke..“ „Wie kommst du eigentlich hier rein?“ Er deutete auf den Schlüssel, der an der Tür hing, die noch offen stand. Ich lächelte leicht. Er wischte mir die Tränen weg und zog mich hoch. „Lass uns das Frühstück nachholen.“ „Aber das ist doch alles kalt!“ „Dann gehen wir halt Essen, ist doch sowieso schon Mittag.“

Wir gingen in ein ital. Restaurant und aßen Pizza. „Wo warst du vorhin?“ „Hast dir wohl Sorgen um mich gemacht?“ Er grinste und nickte. „War bei Aki.“ „Aber der hat gesa..“ „Das ich nicht da wäre. Ja, ich hab ihn darum gebeten, aber können wir jetzt das Thema wechseln?“ „Klar!“
Wir quatschten noch über dies und das und gingen dann wieder nach Hause. Als wir vor meiner Wohnungstür standen, rief jemand von unten: „Kommt doch mal runter!“, meine Mam. Wir schauten uns an und gingen runter. „Hi Lauri, alles Gute!“, gratulierten meine Eltern ihm und baten uns rein. „Setzt euch!“, meinte mein Dad und setzte sich neben meine Mam auf das Sofa dem unseren gegenüber.
„Was ist denn los?“, fragte ich nach. „Mein Job hier in Helsinki wird wieder nach Deutschland umgeleitet.“ „Das heißt wir werden wieder nach Leipzig ziehen können.“, fügte meine Mam noch dazu. Lauri und ich schauten sie geschockt an. „Aber ich will nicht zurück, ich will hier bleiben; hier bei meinen Freunden, bei Lauri.“ Lauri legte seinen Arm um mich. „Das verstehen wir ja auch, aber wir haben in deiner Uni angerufen und..“ „Ihr habt was?“ „…Und gefragt, ob man das Studium auch in Deutschland weiter führen kann.“ „Das ist nich euer ernst?!“, regte ich mich auf. „Wir dachten, du freust dich!?“ Ich riss mich aus Lauris Umarmung los und rannte raus. Lauri kam mir hinterher gerannt und konnte mich an einer Bank am Strand stoppen. „Melina, jetzt warte!“ Er hielt mich am Arm fest und schaute mir tief in die Augen. „Sie können doch nicht einfach über mein Leben bestimmen?! Ich bin 20. Ich würde schon gerne wieder meine alten Freunde und meine Familie sehen, aber ich will hier bleiben, bei euch… bei dir.“ Er nahm mich in den Arm und drückte mich fest an sich. „Dann beende doch dein Studium in Leipzig und komm dann wieder. Wir besuchen uns so oft wie möglich und so lange geht doch dein Studium nicht mehr, oder?“ „2 Jahre.“ „So lange ist es doch gar nicht mehr.“ „Doch, ist es. Lauri ich will mein Studium hier beenden, hier in Helsinki.“ „Ich will doch auch lieber, dass du hier bleibst. Deine Familie freut sich doch aber auch, dich mal wieder zu sehen.“ „Lauri ich will nicht zurück.“, schrie ich ihn an und löste mich dabei aus der Umarmung. „ Lauri, … ich will nicht weg, weil… weil ich einfach hier bei dir sein will.“, ich weinte. Ich drehte mich um, ließ meinen Tränen freien Lauf und lief zu einem Felsen, auf den ich mich dann setzte. Ich winkelte meine Beine an, stütze meine Ellbogen mit meinem Kopf in den Händen darauf und weinte. Er setzte sich neben mich und nahm meine Hände. „Wir schaffen das schon…“ Ich schaute ihm tief in die Augen, die mich auf irgendeine Art beruhigten; er drückte meine Hände leicht und küsste sie. „Was ist das denn für ein Geschenk um 18 Uhr 30?“, fragte er dann plötzlich ganz neugierig „Lass dich überraschen.“, lächelte ich etwas, „ Aber wir sollten langsam wieder nach Hause.“ „Und was sagst du nun deinen Eltern, wenn sie dich fragen?“ Ich zuckte mit den Schultern.

Auf dem Weg nach Hause liefen wir Hand in Hand und schwiegen. Ich genoss einfach nur seine Nähe, seinen Geruch und die Geborgenheit. Es war wunderschön. Er konnte mich einfach immer beruhigen, egal was war oder passieren wird.

Zu Hause angekommen, hatte ich Glück, dass meine Eltern nicht da waren. Lauri schloss die Tür zu seiner Wohnung auf und wir ließen erstmal alles fallen. „Lauri wie spät ist es?“ „17 Uhr. Warum?“ „Ich muss noch mal rüber telefonieren.“ „Kannst du doch auch hier!?“ „Nee, kann ich eben nicht!“ Drüben schnappte ich mir mein Handy und wählte die Nummer von Aki. „Ja?“ „Hey Aki!“ „Ach Melina. Ist alles okay? Habt ihr geredet?“ „Ja, alles wieder im Lot!“ „Supi! Nachher läuft doch alles wie abgesprochen, oder?“ „Deswegen ruf ich an. Wollte nur noch Bescheid geben, dass alles wie beim alten bleibt.“ „Gut, ich sag den anderen bescheid.“ „Danke.“ „Und?“ „Was und?“ „Verliebt?“ „Mensch Aki, jetzt kapiers doch endlich! ICH BIN NICHT IN LAURI VERLIEBT!“, erklärte ich genervt. „Schon gut!“ „Sag jetzt lieber den anderen bescheid!“ „Kommst du auch schon eher?“ „Klar! 17 Uhr 30, hab ich Recht?“ „Jo!!“ „Okay Melina, also bis dann!“ „Bis dann.“ Ich stand auf und ging wieder rüber zu Lauri. „Lauri?“ „Mhh?“ „Wo bist’n?“ „Schlafzimmer.“ „Kann ich rein kommen?“ „Klar!“ Ich öffnete die Tür und ging rein. „Du Lauri, ich muss in ’ner halben Stunde los. Aki holt dich dann ab. Okay?“ „Okay. Und was machen wir jetzt in der halben Stunde?“ „Wir legen uns auf dein Bett und quatschen.“ Er schaute mich mit hochgezogener Augenbraue an und kam zu mir. Er stellte sich direkt vor mich, so dass höchstens 2cm Entfernung zwischen uns war. „Und jetzt?“, fragte ich mich, doch da klingelte mein Handy. „Ja?“ „Hi Melina!“ „Ähh.. Aileen????“ „Ja, ich bins.. Ich hab doch jetzt mein Studium hier beendet und dachte mir so, warum meldest du dich nicht mal wieder bei Melina. Was gibt’s Neues aus Leipzig?“ „Ich wohne nicht mehr in Leipzig, sondern schon seit über 3 Jahren in Helsinki.“ „Was machst’n du in Helsinki?“ „Mein Dad hat hier ’n Job bekommen und deshalb sind wir her gezogen.“ „Und deine Freunde?“ „Es war schwer für mich, gerade wegen Sven, aber ich hab hier sofort super Freunde gefunden.“, wobei ich zu Lauri lächelte, „ Aber jetzt wurde der Job von meinem Dad wieder nach Leipzig umgeleitet und meine Eltern meinen, ich soll wieder mitkommen, aber ich will nicht zurück, denn ich hab endlich wieder Freunde, ich hab hier mein Studium begonnen und will es auch hier und nicht Leipzig beenden, wo meine Ellis es hin geleitet haben beenden.“ „Echt, die haben das ohne dich zu fragen einfach umgeleitet? Is’ ’ne harte Nummer.“ Lauri schaute mich schief an. „Warte mal kurz, muss Lauri was erklären.“ „Lauri?“ „Gleich..!“ Ich setzte mich zu Lauri aufs Sofa und erklärte kurz, dass es meine Freundin, die ich im Ferienlager in der 10. Klasse kennen lernte war. „Lauri, ist mein Nachbar und bester Freund hier. Er hat ’ne Band. Sie machen echt coole Rock-Musik.“ „Is’ ja cool. Und was machste jetzt? Kommst’e wieder mit nach Leipzig?“ „Ich weiß noch nicht, was ich mache. Auf der einen Seite würde ich schon gern wieder meine alte Heimat sehen, meine Freunde und Familie; aber auf der anderen Seite, will ich auch in meiner neuen Heimat bleiben, bei meinen neuen Freunden, bei …“ „Lauri.“,. unterbrach sie mich. „Genau.“ Ich schaute auf die Uhr und erschrak. „Du Aileen ich muss los. Ich ruf dich morgen noch mal an. Bye.“ „Okay, bye.“ „Lauri ich muss rüber und dann los.“ „Wer ist Sven?“ „Kann ich dir das nachher oder morgen erklären? Ich muss jetzt wirklich los.“ „Wer ist Sven?“, fragt er mit einem eifersüchtigen Blick. Ich drückte ihm einen Kuss auf die Wange und verschwand. „Denk dran: 18 Uhr 30!“, schrie ich noch und bekam ein ‚Jo’ zurück. Ich machte mich zurecht. Ich zog das rote Top an, dass Lauri mir mal in der Stadt gekauft hatte, weil er meinte, ich sähe darin so sexy aus und meine schwarze Hose, schminkte mich und zog los zu dem Club, in dem die Party stattfinden würde...

„Da biste ja endlich!“ „Sorry Aki, ’ne alte Freundin hat angerufen.“, wirbelte ich mit meiner Tasche vor ihm rum und warf noch ein: „Hi Leut’s!“, zu den anderen Jungs, die im hinteren Teil des Clubs waren. Sie waren schon fleißig dabei, Getränke und Esszeug vorzubereiten.

Eine Stunde später waren wir mit allem fertig und die ersten Gäste trafen ein. Als alle da waren, fehlte nur noch Lauri, zu dem gerade Aki gefahren war, um ihn ab zuholen. Aki klingelte mich an, um mir zu deuten, dass er jetzt also gleich mit Lauri kommen würde. Ich gab allen ein Zeichen, dass er jetzt kommen würde. Wir stellten uns alle vor die Tür und warteten auf Aki und Lauri; doch da klappte auch schon die Tür auf und Aki und ein sichtlich überraschter Lauri standen in der Tür. Aki kam mir, als ich zu Lauri gehen wollte, entgegen und flüsterte mir noch ins Ohr: „Er ist eifersüchtig!“ Ich nickte und wusste sofort warum, obwohl er überhaupt keinen Grund dazu hatte, oder hatte Aki Recht? Ist Lauri wirklich in mich…Nein! Ich ging zu Lauri und umarmte ihn. „Happy Birthday!“, flüsterte ich ihm ins Ohr. Er wirkte etwas kühl zu mir. „Er war ein sehr guter Freund, nichts weiter! Und jetzt freu dich auf die Party!“, fügte ich noch hinzu und spürte sofort, dass er sich wieder beruhigt hatte. Ich löste mich von ihm, nahm seine Hand und zog ihn zu den Anderen, die ihm alle gratulierten.

Wir feierten, quatschten, aßen und blödelten rum. Es war einfach super.

Eero kam zu mir und fragte nach wegen dem gemeinsamen Geschenk von Siiri, ihren Bandkollegen und den Jungs. „Ich geh zu Lauri und hol ihn.“ Er nickte. Ich ging rüber zu Lauri, der bei Aki und Timo stand. „Lauri? Komm mal bitte mit.“ „Bin gleich wieder da.“, gab er zu seinen Freunden, die sofort bescheid wussten und ihn gehen ließen. Ich griff nach Lauris Hand und zog ihn mit zu Eero und Siiri. „Was ist denn?“, fragte er neugierig. Wir standen an der Bar, vor der die in Geschenkpapier gewickelte Fotokollage stand. „Das ist von Melina, Siiri und ihren Bandkollegen und Aki, Pauli und mir. „Ihr seid wahnsinnig. So viele Geschenke hab ich doch gar nicht verdient?!“ Mittlerweile standen alle um uns herum und schauten zu. Er riss das Papier ab und betrachtete alles. Er war sichtlich gerührt, was man an seinen feuchten Augen sehen konnte.

[Lauris Sicht] Der Rest der Party verlief sehr lustig. Wir erzählten uns Geschichten zu den Bildern und lachten sehr viel. Als dann fast alle Gäste weg waren, machten wir uns ans Saubermachen. Es war schon Früh halb 5 als wir dann endlich fertig wurden. „Lasst uns nach Hause gehen.“, meinte Pauli, der fast schon im Stehen einschlief. Wir stimmten alle zu. Als ich zu Melina schaute, die sich in der Sofaecke zum Ausruhen hinsetzten wollte, merkte ich, dass sie eingeschlafen war. „Hey Leute seit mal etwas leiser!“, forderte ich alle auf mit einem Blick zu Melina. Alle nickten und räumten noch den Rest weg. Gegen 6 Uhr waren wir dann entgültig fertig. Alle außer Aki gingen nach Hause. Er wollte Melina und mich noch nach Hause fahren. Ich ging leise zu ihr und setzte mich zu ihr. „Wir können jetzt nach Hause.“, flüsterte ich ihr ins Ohr. Sie wachte langsam wieder auf. Ich hielt ihr meine Hand hin, die sie ergriff und wir liefen zu Akis Auto.
Als wir angekommen waren, schlief sie im hinteren Teil des Autos wieder ein und ich trug sie vorsichtig nach oben in meine Wohnung, da ich den Schlüssel zu ihrer Wohnung nicht fand. Ich legte sie auf mein Bett, deckte sie zu und legte mich aufs Sofa.

[Meine Sicht – 16 Uhr] Als ich aufwachte, wunderte ich mich, dass ich in Lauris Bett lag. Ich konnte mich gar nicht mehr daran erinnern, dass ich zu Lauri mitgegangen war. „Na Kleines, gut geschlafen?“, hörte ich es auf einmal von der Tür; ich richtete mich auf. „Lauri.. Ja.“, antwortete ich etwas durcheinander. „Du bist gestern im Club oder eher gesagt wieder in Akis Auto eingeschlafen, da hab ich dich hoch getragen. Und da ich den Schlüssel zu deiner Wohnung nicht fand, hab ich dich in mein Bett gelegt.“ „Danke.“ „Willst du ’n Kaffee?“ „Ja gern. Ich geh derweil rüber mich fertig machen.“ „Okay.“

Als ich drüben war, nahm ich erstmal ’ne Aspirin für meinen Kater, den ich schon lang nicht mehr hatte. Kam halt selten vor, dass ich mal etwas mehr trank.
Ich nahm eine Dusche und machte mich dann fertig, um wieder rüber zu Lauri zu gehen. „Ich hab mich schon lange nicht mehr so scheiße gefühlt.“ „Willste ’ne Aspirin?“ „Nee danke, hab gerade drüben eine genommen. Ich brauch nur noch ’n starken Kaffee.“ Ich setzte mich aufs Sofa und schaltete den Fernseher ein. Lauri kam mit zwei Tassen Kaffee wieder und gab mir eine. „Danke.“ Er lächelte mich an und setzte sich neben mich. „Danke für alles. Es war der schönste Geburtstag den ich je hatte.“ „Schon okay.“ … „Lauri, ich muss mit dir reden.“ „Was ist denn?“ „Ich hab mich entschieden.“ Gespannt schaute er mich an. „Ich werde erstmal mit nach Deutschland gehen.“ Ein trauriger Blick entwickelte sich in seinen sonst so fröhlichen Augen. „Bist du dir sicher?“ Ich nickte nach kurzem Zögern. „Und wann ist es so weit?“ „Das ist ja gerade der Haken. In 2 Wochen.“ „Schon?“ „Ja. Aber ich möchte meine Wohnung nicht aufgeben und werde sie versuchen weiter zu behalten und in jeden Ferien kommen.“ „Ich werde sie für dich aufrechthalten. Ich versprechs dir.“ „Das musst du nicht, dass ist doch ein Haufen Geld.“ „Ich wills aber. Lass das mit dem Geld mal meine Sorge sein. Du bist mir wichtiger als das ganze Geld und außerdem, verdiene ich ja nun wirklich nicht wenig.“ „Danke.“ „Melina du..“, er wurde von der Türklingel unterbrochen. Mit einem Seufzer stand er auf und ging zur Tür. „Melina!“, rief er mich zur Tür. Meine Eltern. „Hi Mum. Was gibt’s?“ „Kommst du mit? Wir müssen reden.“ Ich nickte. „Kann Lauri mit?“ Sie zuckte mit den Schultern. Ich warf Lauri einen flehenden Blick zu. Er machte die Tür zu und nahm meine Hand.

Wir setzten uns aufs Sofa meiner Eltern und schauten sie an. „Es geht wahrscheinlich um Leipzig?“ „Gewissermaßen.“, fing meine Mum an, „ Es geht um den Umzug. Er würde schon am Mittwoch stattfinden. Aber du kannst, wenn du willst, auch erst später nachkommen. Dein Studium beginnt ja erst wieder nächsten Monat.“ Ich schaute zu Lauri, der meine Hand fest hielt. Er schaute mich mit einem –das-musst-du-schon-selbst-entscheiden-Blick- an. „Ich komme am Wochenende nach.“ „Wirklich?“, fragte mein Dad. „Ja.“, entschloss ich mich entgültig. „Wollt ihr einen Kaffee?“ „Nein danke.“, kam es von mir und Lauri nacheinander. Wir standen auf, verabschiedeten uns erst mal und gingen hoch. „Lauri, ich will erstmal allein sein.“ „Okay. Ruh dich aus. Ich schau später mal vorbei.“ Ich nickte und schloss die Tür zu meiner Wohnung auf. Ich legte mich erstmal aufs Sofa, machte vorher noch ‚INTO’ rein und schlief nebenbei ein. Ich träumte von Lauri und mir. Wir waren zusammen mit Aki und dessen Freundin im Urlaub. Wir tollten im Wasser rum und ich… küsste Lauri. Wir waren ein Paar. …, doch dann wurde ich durch sanftes Streicheln wach. Lauri saß an der Sofakante und streichelte über mein Gesicht. „Was hast du geträumt?“ „Wieso?“ „Du hast meinen Namen gemurmelt und gelächelt.“ Ich errötete und vergrub mich etwas unter meiner Decke. „Sag schon!“ „Nix.“ Er zog seine linke Augenbraue hoch und schaute mich skeptisch an. „Is’ doch egal.“ „Also wenn du schon meinem Namen im Traum murmelst, dann will ich auch wissen, welche Rolle ich in deinem Traum hatte!“ Ich richtete mich auf und schaute in an. „Wir, also du und ich, waren mit Aki und dessen Freundin im Urlaub und tollten im Wasser rum.“ „Und..?“ „Was und? Nichts ‚UND’!“ Wieder schaute er mich skeptisch an. „Wie spät ist es?“ Mit einem Blick auf die Uhr verriet er mir, dass es bereits 22 Uhr war. „So spät schon?“ „Mhh. Hast du Hunger?“ „Joa, schon.“ „Wollen wir ’ne Pizza essen gehen?“ „Warum nicht. Ich geh nur schnell ins Bad und mach mich frisch.“ „Okay.“ Ich stand auf und verschwand im Bad. Als ich mich etwas erfrischt hatte, geschminkt und angezogen war, ging ich wieder raus. „Fertig!“ „Dann lass uns losgehen. Wie wärs mit der Pizzeria am Hafen?“ „Gut!“ Ich zog meine dünne Jacke drüber und wir liefen los. Wir schlenderten langsam am Wasser lang und schwiegen uns an; genossen einfach nur die Ruhe.
Dort angekommen, bestellten wir uns wie immer unsere Peperoni – Pizza und aßen genüsslich daran, bis nur noch Krümel übrig waren. „Wollen wir noch etwas spazieren gehen?“ „Mhh, gern.“, antwortete ich auf Lauris Frage. Wir standen, nachdem Lauri bezahlte, auf und liefen entlang des Hafens; und schwiegen. „Lauri?“ „Mhh?“ „Du wirst mich doch nicht vergessen, oder?“ Er blieb stehen und schaute mich erschüttert an. „Als ob ich dich jemals vergessen könnte! Schlag dir das mal ganz schnell aus dem Kopf!“ Er legte seine Hand auf meine Wange und schaute mir tief in die Augen. „Du weißt, dass ich deine Entscheidung respektiere, auch wenn es mir nicht gerade leicht fällt. Du weißt genau, dass du neben meiner Schwester, einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben bist. Und das wird sich auch garantiert niemals ändern. Ich schwörs dir! Glaub mir…“ Ich nickte leicht. Er nahm mich in den Arm und streichelte mir über den Rücken. „Ich werde dich jeden Tag anrufen. Werde tausend E-Mails im Monat schreiben und dich so oft es geht besuchen. Ich versprechs…“, flüsterte er mir ins Ohr. Ich weiß nicht wie er das immer machte, aber, alles was er tat oder sagte, beruhigte mich, gab mir Hoffnung alles zu überstehen.

Als wir dann wieder zu Hause waren, ging ich noch mit zu ihm rüber. „Kann ich bei dir schlafen?“ „Klar, weißt du doch. Ich mach dir das Sofa.“ „Danke.“ Ich ging derweil rüber und zog mir ein langes Shirt an, das reichte, da es nicht sehr kalt war. Ich schminkte mich noch ab und ging dann wieder rüber. Lauri war gerade im Bad und hatte schon das Sofa fertig gemacht. Er war immer so lieb zu mir. Ich ging raus auf den Balkon und schaute in den sternenbehangenen Himmel. Da spürte ich auf einmal, wie Lauri seine Arme von hinten um meine Hüften schlang und seinen Kopf auf meine Schulter legte. Seine Hände waren warm, das konnte ich sogar bis unter meinem langen, schwarzen T-Shirt spüren. „Was ist dein größter Wunsch, den ich dir erfüllen kann, bevor du gehst?“ „Ich will keine Sekunde mehr ohne dich verbringen in der Woche.“ „Damit hab ich kein Problem.“, lächelte er leicht. Ich lehnte meinen Kopf an seinen und schloss die Augen. „Ich will nicht weg von hier; dir.“ „Ich will doch auch nicht, dass du gehst. Aber für mich bist du immer bei mir. Und außerdem hab ich die Fotos, die ich nur anschauen brauche, wenn ich meine strahlende Melina sehen will.“ Ich löste mich von ihm, drehte mich um und umarmte ihn ganz fest. „Ich werde dich so vermissen Lauri.“ Mir liefen einzelne Tränen auf seine Schulter. „Bitte wein’ nicht. Wir haben doch noch eine ganze Woche, in der ich alles absagen werde.“ „Du kannst doch nicht alles absagen!“ „Doch! Und jetzt lass uns rein gehen, es ist kühl.“ Er nahm meine Hand und zog mich rein zum Sofa. Ich legte mich hin und deckte mich zu. Er gab mir einen Kuss auf die Stirn. „Schlaf gut, Kleines.“ Ich lächelte ihn leicht an und schloss meine Augen.

Aus einem schrecklichen Traum schreckte ich schweißgebadet auf. Ich schaute mich kurz um und stand dann auf, um ins Bad zu gehen. Ich wusch mir das Gesicht mit kaltem Wasser und schaute kurz in den Spiegel. Ich ging wieder zurück und schaute aus dem Fenster, es regnete. Die Tür zu Lauris Schlafzimmer stand leicht offen. Ich machte sie mehr auf und sah Lauri, wie er friedlich in seinem Bett lag und schlief. Ich ging ein Stück näher. Ich legte mich zu ihm, da ich nicht allein sein wollte; nicht jetzt. Er drehte sich zu mir und schaute mich verständnisvoll an. Er strich mir übers Gesicht und legte dann seine Hand auf meinen Rücken. Ich kuschelte mich dicht an ihn und legte meine Hand auf seine Hüfte. Eng aneinander gekuschelt schliefen wir ein.

Als ich aufwachte, lagen wir noch genau so da. Er öffnete seine Augen und blickte direkt in meine. „Was hast du geträumt, bevor du zu mir gekommen bist diese Nacht?“ Wie fand er das immer alles raus? „Ich hab geträumt: du und ich, wir wären am Strand, dann wurde plötzlich alles dunkel um uns. Wir hielten uns an den Händen und wurden auf einmal auseinander gerissen. Dann bin ich aufgewacht.“ Er strich mir wieder über die Wange und gab mir einen langen Kuss auf die Stirn.
„Wir schaffen das schon, außerdem vergehen 2 Jahre doch schnell.“ Ich nickte und schaute ihm in die Augen. Sie drückten viel aus: Verständnis, Trauer, Glück, Zärtlichkeit… Wieso schafft er es nur, so viel Gefühle mit einmal in seinen Augen wieder zuspiegeln? „Willst du Kaffee oder Tee?“ „Ich will einfach nur so liegen bleiben, sonst nichts.“ Er streichelte meinen Rücken und legte ein Bein über meins, als wolle er mich beschützen. Ich fühlte mich so geborgen, aber da war noch was, noch ein Gefühl, das ich nicht beschreiben konnte. Er zog mich noch ein Stück an sich. Nich mehr als 1cm Ferne herrschte zwischen unseren Köpfen. Wir schauten uns tief in die Augen, sein Blick fesselte mich richtig. Diese grünen Augen, machen einen einfach verrückt, dass wusste er genau. Ich strich mit der Hand über seine Wange und langsam berührten sich unsere Lippen, es war nur kurz, kein richtiger Kuss, eher wie ein Hauch. Seine Lippen waren weich und warm. Ich schloss die Augen und genoss einfach seine Nähe, als es an der Tür, wie schon so oft, klingelte. Mit einem Seufzer stand er auf und ging zur Tür. Ich vernahm Akis Stimme. Ich drehte mich zur Tür und kuschelte mich in Lauris Kissen, die nach ihm rochen: sein Aftershave, Parfüm, Minze und etwas Rauch, der kaum aufnehmbar war. Nur einer konnte so riechen, Lauri. Er kam zurück: „Es ist Aki. Kommst du, oder willst du noch liegen bleiben?“ „Ich würd gern noch etwas liegen bleiben, so 5 Minuten vielleicht?“ „Klar.“ Er ging zu seinem Kleiderschrank, öffnete ihn, zog sein Schlafshirt aus und ich staunte nicht schlecht, als ich ihn so sah. Ich hab ihn sonst nie so betrachtet, aber der Anblick gefiel mir. Die breiten, kräftigen Schultern, der flache, durchtrainierte Bauch… „Melina? MELINA??“, hörte ich Aki schreien. „Unser Lauri gefällt dir wohl?“ Ohne eine Gegenantwort, hatte er schon das Kissen im Gesicht. Lauri lächelte mir zu, als ich merkte, wie mir das Blut in den Kopf stieg. „Was machst’n du eigentlich in Lauris Bett?“ „Mensch Aki, jetzt lass sie doch mal in Ruhe!“ „Is’ ja gut.“ Ich schaute Aki mit hochgezogenen Augenbrauen und siegesfröhlichem Blick an. Als Lauri sich umdrehte, las ich von Akis Lippen ab: „Er ist in dich verknallt!“ Ich tippte mir mit dem Finger an die Stirn, um ihn zu zeigen, dass er ’nen Knall hatte. Aber hatte er vielleicht Recht? Quatsch! „Hör endlich auf damit Aki!“, zischte ich ihm ins Ohr, als ich aufstand und ins Wohnzimmer trabte. Ich sagte Lauri, dass ich erstmal zu mir gehe, um sie allein zu lassen und dann mit meinen Eltern noch mal reden werde. Ich ging dann also rüber und machte mich fertig. Als ich fertig war, ging ich runter zu meinen Eltern.

[Währenddessen bei Lauri und Aki (Lauris Sicht)] „Sag schon Lauri, was is’ hier los?“ „Was soll los sein?“ „Jetzt tu nicht so! Sie wird doch nicht einfach so in deinem Bett liegen?!“ Ich setzte mich zu Aki aufs Sofa und trank einen Schluck von meinem starken Kaffee. „Sie wird nächstes Wochenende zurück nach Leipzig gehen.“ „Was?“ „Du hast schon richtig gehört. Sie wollte gestern nicht allein sein und hat deshalb bei mir geschlafen. Erst auf dem Sofa, aber als sie von einem schlechten Traum aufgewacht war, kam sie zu mir.“ Geschockt lehnte Aki sich zurück. „Dann hab ich euch wohl gestört?“ „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde ‚nein’.“ „War da noch mehr?“ „Naja, also.. ein leichter Kuss. Okay, Kuss kann man das eigentlich gar nicht nennen. Unsere Lippen berührten sich kurz, aber es war kein richtiger Kuss.“ „Du fühlst für sie mehr, als nur Freundschaft, hab ich Recht?“ Nach kurzem Zögern nickte ich leicht. Es hätte sowieso nichts gebracht, wenn ich gelogen hätte. „Wusst’ ichs doch.“ „Was?“ „Das du in sie verliebt bist.“ Ich wollte widersprechen, doch er und ich wussten genau, dass es wohl stimmte. Also warum abstreiten? „Aki was soll ich deiner Meinung nach jetzt machen?“ „Lauri, dass musst du schon selbst wissen. Hauptsache, du machst sie nicht unglücklich, bevor sie geht.“ „Du hast Recht. Ich werde es wohl erst mal für mich behalten.“ „Tu was du für richtig hälst…“ Ich nickte zustimmend. „Ich mach wieder los.“ „Okay.“ Wir standen auf und gingen zur Tür. Ich verabschiedete mich von ihm und widmete mich mal wieder meinen Songs.

[6 Tage später – Freitag] Ich wachte Früh, wie immer eng an Lauri gekuschelt, auf. Ich hatte jede Nacht bei ihm geschlafen. Er beruhigte mich immer wenn ich schlecht schlief und wir machten jeden Tag irgendwas schönes. „Wie hast du geschlafen?“ „Fast gar nicht.“ Er streichelte meinen Rücken und ließ dann seine Hand zwischen meinen Schulterblättern ruhen. Er zog mich noch ein wenig näher an sich und gab mir einen Kuss an die Schläfe. „Lauri ich will nicht.“ „Schh…, las uns den letzten Tag noch genießen.“ Ich nickte leicht.
Wir machten nicht viel an dem Tag. Wir blieben bis Mittag im Bett, aßen zwischen durch mal was und schauten etwas fern. Gesagt hat kaum einer was. Jeder wusste was in dem anderen vorging.
Am nächsten Tag war es nicht anders, bis mein Flug ging. Aki fuhr uns zum Flughafen. Alle anderen kamen auch, also Eero und seine Frau, Pauli, Siiri und ihre Bandkollegen. Da standen wir nun alle am Flughafen und keiner wusste, was er nun sagen oder tuen sollte. Ich fing bei Siiri und ihren Jungs an. Wir nahmen uns alle in die Arme und heulten. Dann wendete ich mich an Eero und dessen Frau, dann Pauli und dann Aki. „Ruf an, ja Kleine?!“ „Klar Aki. Danke für alles.“ „Kein Problem.“ Dann kam ich zu Lauri. Ich brach in noch mehr Tränen aus und er hielt mich ganz fest im Arm. „Wir stehen das durch Kleines, hast du gehört?!“ Ich nickte und schaute ihm noch mal tief in die Augen. Der erste Aufruf zu meinem Flug erklang. „Du musst los.“ „Ich will nicht…“ „Ich auch nicht.“ Er nahm mich nochmal fest in den Arm. Dann machte ich mich auf zum Einchecken. Ich winkte noch mal. Kurz davor, fiel mir ein, dass ich was vergessen hatte. „LAURI!“, rief ich nach ihm. Ich rannte zu ihm und direkt in die Arme. „Ich hab was vergessen..“ „Ich auch..“, wir dachten beide an dasselbe und fielen in einen langen Kuss. Der 2. Aufruf erklang. „Ich liebe dich Lauri.“ „Ich dich auch. Gerade deshalb werden wir es überstehen.“ Ich nickte. Noch ein letzter Kuss und ich nahm endgültig den Mut zusammen und checkte ein. „Du wirst mir fehlen… Kleines…“, rief er noch und winkte mir zu, bevor ich weg war.

Im Flugzeug hörte ich die ganze Zeit über ‚into’ und schlief.
Zu Hause angekommen, empfingen mich meine Eltern. „Hallo Melina!“ „Hi Mum. Ich will mich erstmal hinlegen, ich bin müde.“ „Klar.“ Ich ging rauf auf mein Zimmer und stellte meine Taschen ab. Ich legte mich aufs Bett und schaltete mein Handy an: 27 Anrufe in Abwesenheit. Alle von Lauri. Ich schmunzelte und rief gleich zurück. Nach dreimal Tuten ging er endlich ran:
„Ja?“
„Hey!“
„Melina, endlich…“
„Bin erst vor einer halben Stunde angekommen.“
„Hauptsache du bist heil angekommen?!“
„Noch alles dran!“
Stille
„Du fehlst mir Kleines…“
„Du mir auch. Ich würde jetzt gern bei dir sein, mich an dich kuscheln und nichts machen.“
„Mhhh, das wär’ schön.“
Stille
„Was machst du noch so ohne mich?“, fragte ich.
„Ich bin gerade in deiner Wohnung und liege auf dem Bett. Kann ich drin schlafen?“
„Klar.“
„Es riecht nach dir.“
„Ich würde jetzt auch gerne in deinem Bett liegen.“, träumte ich.
„Melina?! Kann ich rein kommen?“, rief meine Mum von draußen.
„Warte mal kurz.“, meinte ich zu lauri.
„Okay.“
„Ist es wichtig?“, rief ich raus zu meiner Mum.
„Nicht unbedingt.“
„Ich komme dann runter, telefonier gerade mit ’ner Freundin.“
„Okay Schatz.“
„Mit ’ner Freundin?“, mischte sich Lauri ein.
„Sie muss ja nicht alles wissen!“
Stille
„Ich vermisse dich so wahnsinnig Lauri.“, langsam lief mir eine Träne über die Wange.
„Kleines, nicht weinen. Du fehlst mir doch auch. Ich muss jetzt aber langsam Schluss machen, Aki kommt dann.“
„Hmm..“, knurrte ich.
„Ich schreib dir noch ’ne Mail.“
„Okay.“
„Ich liebe dich, ich rufe morgen wieder an.“
„Mhh, ich liebe dich auch. Sag allen einen Schönen Gruß, ja?!“
„Mach ich. Bis morgen Kleines. Du fehlst mir..“
„Bis morgen, du mir auch.“
„Bye.“, hauchte ich noch in den Hörer und legte auf.
Ich schleppte mich runter zu meiner Mum und setzte mich zu ihr aufs Sofa. „Du liebst ihn, hab ich Recht?“ Ich nickte und weinte. Ich legte meinen Kopf in ihren Schoß und ließ meinen Tränen freien Lauf. Ich fühlte mich so einsam ohne ihn. Es war, wie als wurde ein Teil meines Lebens mir weggenommen.

In der Woche und den 6 darauf folgenden passierte nicht viel. Ich traf mich mit Freunden und telefonierte jeden Abend mit Lauri.
Am Wochenende war in der Post ein Brief für mich dabei. Kein Absender. Ich öffnete ihn und ein Tap und ein Brief war darin; ich las:

Hey Kleines,
den Song hab ich für dich geschrieben. Ich hoffe er gefällt dir.
Ich vermisse dich, bis bald,
ich liebe dich
Love Lauri

Ich legte das Tape ein und las mir den Songtext dazu durch:

forever

it wasn’t a vision
when I saw you the first time
I was shifted in a kind of magic
It was madness

you have come
and you have made me insane
have deprived me of the intellect
you have gone
and our love remained, is and will be strong
forever…

it was a long friendly way
up to the confession of the love
perhaps it would have never come to the long love without the unexpected farewell?

Refrain

I already knew for a long time that also you were fallen in love with me
I don’t have any doubts at this
I would do everything for you and our love
I love you…
…forever…

Refrain

Er war wunderschön und in 3 verschiedenen Versionen. Am Abend wartete ich vergeblichst auf Lauris Anruf, doch er rief nicht an. Weinend schlief ich ein. In der Nacht vernahm ich das Klingeln meines Handys und wachte davon auf.
„Ja?“, meldete ich mich verschlafen.
„Hey Kleines, sorry, dass ich nicht angerufen habe, aber Hanna hatte einen Unfall und ist ins Krankenhaus gebracht worden.“
„Oh mein Gott! Was ist denn genau passiert?“
„Sie hatte einen Autounfall, einen sehr schweren. Sie wird jetzt schon seit über 3 Stunden untersucht. Aki ist bei mir und Eero und Pauli wollen auch noch kommen.“, ich vernahm seine Tränen und leises Schluchzen.
„Lauri, soll ich kommen? Ich kann den nächsten Flug nehmen und morgen da sein.“
„Nein Melina, du musst lernen. Außerdem bringt es nicht viel. Ich rufe, so bald es Neuigkeiten gibt an.“
„Bitte! Ich warte auf deinen Anruf. Mach dich nicht so verrückt. Ich bin bei dir, das weißt du. Ich liebe dich.“
„Danke, Kleines du gibt’s mir Kraft. Ich liebe dich auch, bis dann.“
„Bye.“

Die Nacht machte ich kein Auge zu, dachte immer zu an Hanna und Lauri. Ich wusste, dass es für Lauri eine der wichtigsten Person war.
Auch am kommenden Tag konnte ich mich weder auf das Lernen konzentrieren, noch auf irgendetwas anderes. Vergeblich wartete ich auf Lauris Anruf.
Gegen 12 Uhr klingelte mein Handy.
„Na endlich!“
„Was? Ich bins Sven.“
„Oh sorry, kann ich dich zurück rufen? Ich warte auf einen wichtigen Anruf.“
„Okay, kein Problem.“
Ich legte auf und legte mein Handy vor mich auf den Tisch. Meine Mum und mein Dad kamen rein. „Gibt’s was Neues?“ Ich schüttelte mit dem Kopf, auf Dads Frage. „Warum ruft er nicht an? Das bedeutet doch bestimmt nichts..“ Vom Klingeln meines Handys wurde ich unterbrochen. „Lauri?“
„Ich bins Aki.“
„Aki! Gibt’s was Neues? Warum hat sich Lauri nicht gemeldet?“
„Deshalb rufe ich ja an. Hanna liegt im Koma.“
„Was? Aber..“
„Lauri ist die ganze Zeit bei ihr und hat mich gebeten, bei dir anzurufen. Er hat im Moment nicht die Kraft dazu.“
„Danke Aki. Bitte ruf so bald es was Neues gibt an, ja?!“
„Klar mach ich.“
„Sag Lauri, dass ich ihn liebe und bei ihm bin.“
„Mach ich. Machs gut.“

Meine Eltern schauten mich gespannt an. „Hanna, sie.. sie liegt im Koma. Das war Aki. Lauri hat ihn gebeten bei mir anzurufen, da er im Moment nicht die Kraft hatte.“ Sie nahmen mich in den Arm. „Bitte lasst mich zu ihm fliegen!“ Sie nickten verständnisvoll. „Ich buche dir gleich den nächsten Flug.“ „Danke Dad.“ Ich packte mit meiner Mum schnell ein paar Sachen zusammen. „Und das Studium?“ „Ich rufe dort an.“ „Danke. Ich hab euch lieb.“ Sie zwinkerte mir zu und wir schafften meine Tasche runter. „Dein Flug geht in 3 Stunden, also lasst uns gleich los.“ Wir fuhren zum Flughafen und holten mein Ticket ab. Ich rief auf dem Weg dahin noch Aki an, damit er mich abholte und bat ihn, Lauri nichts zu sagen.
Vor dem Check-In verabschiedete ich mich von ihnen und bedankte mich noch mal. „Melde dich, wenn du was Neues weißt, ja?!“ „Mach ich.“

Als ich im Flieger saß, hielt ich es kaum noch aus. Ein komisches Gefühl breitete sich in meiner Magengegend aus. War es Angst? Oder vielleicht auch Freude, Lauri wieder zu sehen? Wahrscheinlich alles.
Angekommen, empfing mich Aki gleich. Er packte meine Tasche in seinen Kofferraum und wir fuhren zum Krankenhaus. „Lauri wird froh sein, dass du kommst. Sonst wäre es noch schlimmer für ihn ohne dich. Er war so am Boden, er steht richtig unter Schock.“ „Danke Aki.“ „Wofür?“ „Das du mich abgeholt hast.“ „Ach, das ist doch selbstverständlich.“
Als wir endlich ankamen, rannten wir gleich zu Hannas Zimmer. Pauli und Eero saßen vor dem Zimmer. „Wissen sie, dass ich kommen wollte?“, fragte ich Aki. „Ja ich hab es ihnen gesagt.“ „Lauri ist drin.“, meinte Pauli. „Ich geh leise rein.“, meinte ich und klopfte nicht erst an, machte die Tür leise auf und sah Lauri, wie er Hannas Hand hielt und ihr die Wange streichelte. Ich näherte mich ihm und legte meine Hand auf seine Schulter. Er schreckte auf und drehte sich um. „Melina.. Was..?“ Er stand auf und ich nahm ihn in den Arm. „Aki hat mich angerufen und meine Eltern haben mir gleich ein Ticket gebucht. Ich wollte dich nicht allein lassen.“ „Ich bin so froh, dass du da bist.“ „Wie geht es ihr?“ „Die Ärzte meinten, es kann bis zu Jahren dauern, bis sie wieder aufwacht, aber sie könnte auch schon morgen oder vielleicht sogar jeden Moment aufwachen.“ Ich setzte mich an die Bettkante und Lauri auf den Stuhl neben dem Bett. Ich nahm seine Hand und drückte sie leicht. „Ob sie von etwas träumt? Sie sieht so friedlich aus.“ „Vielleicht. Vielleicht träumt sie von einem gemeinsamen Urlaub, wie ich damals…“
Wir saßen wahrscheinlich noch mehrere Stunden so da. Als Pauli, Aki und Eero rein kamen. „Ihr solltet nach Hause gehen, vor allem du Lauri, du hast seitdem nicht mehr geschlafen.“ Ich schaute Lauri an, der keine Reaktion zeigte. Ich ließ meine Hand von ihm und stand auf. Ich beugte mich zu ihm runter und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. „Ich geh nach Hause und koche uns was. Sie wird es schaffen..“ Er schaute mich an und nickte. Ich ging raus und deutete den Jungs auch raus zu gehen. „Ich geh nach Hause, was zu Essen machen. Wie ich Lauri kenne, wird er noch nichts gegessen haben?!“ Sie nickten. „Ich fahr dich.“ „Danke Aki.“, bedankte ich mich noch und er fuhr mich in meine Wohnung. Ich schloss die Tür zu meiner Wohnung auf und schaute mich um, ob sich etwas verändert hatte, doch außer ein paar Sachen von Lauri, sah ich keine weiteren Veränderungen.
Ich merkte, dass ich noch meine Tasche in Akis Auto hatte und nahm mir deshalb eines von den herumliegenden Shirts von Lauri. Ich zog mein Shirt aus und das schwarze von Lauri an. Es roch nach ihm. Da ich wusste, dass ich noch eine Hose hier hatte, zog ich diese an, es war nur eine Hotpan, die ich im Sommer immer trug, wenn es warm war. Ich schaute in den Kühlschrank, der nichts außer einer Colaflasche und einem Joghurt beinhaltete. Also ging ich zu Lauri rüber. Es sah verlassen aus, als würde er kaum noch hier sein. Ich schaute in den Kühlschrank, der auch nicht viel mehr beinhaltete, ich fand dafür aber in einem Schrank 2 Tütensuppen. Ich nahm sie und ging kurz in sein Schlafzimmer, in dem sich wieder seine Wäsche stapelte. Ich schaute mich kurz um und sah auf dem Bett die Fotokollage. Es lagen auch ein paar Zettel rum. Ich ging näher ran und betrachtete die Zettel, sie waren auseinander gerissen; es waren Songtexte. „Was machst du hier?“...

…hörte ich jemanden auf einmal hinter mir.. „Lauri…“, erschrak ich, „ …ich wollte mir nur was aus deinem Schrank holen.“, und deutete dabei auf die Tüten in meiner Hand. „Und warum bist du dann in meinem Schlafzimmer?“ „Ich sah die Wäsche und dachte..“ „Dabei könntest du mal meine herumliegendes Zeug schnüffeln.“, unterbrach er mich in einem kühlen Ton. „Ich ..es tut mir leid. Ich dachte nicht, dass ..“ Ich hörte auf zu reden, als er mir näher kam und mir die zerrissenen Zettel aus der Hand riss. Er schaute mich dabei kühl an. Ich rannte mit Tränen in den Augen an ihm vorbei und zu mir rüber, schmiss vorher aber noch die Tütensuppen vor seine Füße. Ich knallte die Türen hinter mir zu und lehnte mich an meine Wohnungstür von innen. Ich glitt daran runter, winkelte meine Beine an, schlang meine Arme um meine Beine und legte den Kopf mit der Stirn auf meine Knie. Was war daran denn so schlimm? Ich meinte es doch nur gut und komme extra her geflogen und dann werde ich anscheinend nicht erwünscht. Ich hätte doch nicht her fliegen sollen. Doch was sollte ich nun tun? Wieder nach Hause fliegen? Nein, das wäre feige! Ich saß wahrscheinlich noch eine Stunde so da, als es an der Tür klopfte. Ich machte sie auf und Lauri stand da. Mit verheulten Augen schaute ich ihn an. Ich drehte mich um und steuerte auf mein Sofa zu. Ich setzte mich und winkelte wieder meine Beine an, da mir etwas kühl war. Er kam zu mir und hielt mir seine Hand hin. Ich schaute ihn etwas fragend an. „Komm mit!“, forderte er mich auf. Was sollte denn das nun? Dachte er, es wäre alles wieder okay? Nach kurzem Zögern nahm ich seine Hand. Er zog mich mit sich. Im Treppenhaus führte nun eine Treppe hoch auf den Dachboden. Als wir oben ankamen, war der ganze Dachboden, außer einem kleinem Weg, mit Kerzen bedeckt. „Warst du das?“ Er nickte und zog mich noch ein Stück weiter zu einer Tür, die nach draußen führte. Er öffnete sie und draußen war ebenfalls alles mit Kerzen bedeckt. Dabei ging mir eine Frage durch den Kopf: Wie hat er das so schnell hinbekommen?
Dann blieb er plötzlich stehen und deutete auf den Himmel. Nordlichter waren zu sehen. Wir starrten beide nach oben, als er anfing: „Melina, das mit vorhin tut mir leid. Ich wusste selber nicht, was mit mir da los war. Es war wahrscheinlich wegen der Sache mit Hanna und dann warst du plötzlich da, was jetzt nicht heißen soll, dass ich nicht erfreut über deinen Besuch bin. Denn ich hab dich so wahnsinnig vermisst…“ „Ist schon okay Lauri…“ „Nein ist es nicht, dass was ich da vorhin gemacht habe, war ganz und gar nicht okay. So was tut man nicht, wenn man eine Frau so wie dich liebt…“ Wir drehten uns zueinander; er hielt immer noch meine Hand und streichelte sanft über meinen Handrücken. Ich schaute ihm tief in die Augen und sah genau, seine Wut auf sich selbst widerspiegeln. „Lauri, ich versteh dich. Ich hätte wahrscheinlich ähnlich wie du reagiert.“ „ ‚Wahrscheinlich’! Melina, ich liebe dich und will dich niemals verlieren.“ „Ich dich doch auch nicht, Idiot!“ Ich fiel ihm in die Arme und wir küssten uns, das, was mir die ganzen letzten Wochen so gefehlt hatte. „Siehst übrigens schick aus! So in meinem Shirt mit der Hotpan!“ „Mir schon klar, das dir das gefällt!“ „Ist dir nicht kalt?“ „Nicht wenn du bei mir bist!“ Er lächelte mich an und küsste mich wieder. „Ich hab dich so vermisst Kleines.“, hauchte er mir ins Ohr. „Ich dich auch. Wie geht es Hanna?“ „Sie würde nicht wollen, dass wir uns den ganzen Abend damit befassen. Ich bin so froh, dich endlich wieder zu haben. Aber was ist eigentlich mit deinem Studium?“ „Hat meine Mum alles geklärt.“ „Und für wie lange bleibst du?“ „Bis es Hanna wieder gut geht… und dir.“ Er schaute mich mit einem dankenden Blick an und küsste mich wieder. „Lass uns rein gehen.“ Wir gingen wieder ins Innere des Dachbodens und legten uns auf die Decke über der Matratze. „Machst du das eigentlich öfters?“ „Nur für dich.“ Er lag auf dem Rücken und ich neben ihm. Ich drehte mich zu ihm und setzte bzw. kniete mich auf seinen Bauch/ Hüften; er gab ein ‚Hmpf’ von sich. „Bin ich so schwer?“ „Ja echt!“ „Das war fies!“ Er lachte und ich schaute ihn gespielt beleidigt an. Er legte seine Arme um meine Hüften und schaute mich immer noch mit einem breiten Grinsen an. „Was muss ich denn nun machen, damit du mir verzeihst?“ „Lass dir was einfallen!“ Er tat so, als würde er scharf nachdenken: „Eine Rose?“ „EINE ?“ „5? .. 10? .. 50? .. 100?“ „Gar nicht so schlecht!“ „Na toll! Aber da hätte ich schon eine andere Idee!“ Ich schaute ihn mit hochgezogenen Augenbrauen erwartungsvoll an. Er zog mich etwas zu sich herunter und küsste mich. ...

Ich musste etwas grinsen. „Hast du eigentlich mein Tap bekommen?“ „Klar! Der Song ist wunderschön, danke. Aber jetzt denk nicht, dass ich dir das wieder verzeihe!“ „Was muss ich denn noch machen? Doch 100 rote Rosen?“ Ich grinste breit und küsste ihn wieder, diesmal länger und leidenschaftlicher. Seine Hand glitt langsam unter mein Shirt und streichelte meinen Rücken. Er richtete sich auf und küsste mich immer noch. Ich zog ihm sein Shirt aus krallte mich leicht mit meinen Fingernägeln in seinem Rücken fest, als er meinen Hals küsste und eine leicht feuchte Spur hinterließ. …

Dicht an ihn gekuschelt, wachte ich auf; nackt zugedeckt von dem dünnen, weißen Laken. Ich lag halb auf ihm, er auf dem Rücken, sein Arm um meine Hüfte gelegt. Ich strich über seinen festen, durchtrainierten, flachen Bauch und küsste ihn leicht. Langsam öffnete er seine Augen und lächelte mich an: „Morgen, hast du gut geschlafen?“ „Sehr gut und du?“ „ Auch gut..“
„Wahhhhh!!“, schrie auf einmal jemand und Lauri und ich mit. „Scheiße!“ „AKI!“, kam es von Lauri und mir gleichzeitig zu Aki, der sich gleich mit knallrotem Kopf umdrehte. „Hab nix gesehen! Bin blind wie ein Maulwurf!“ „Könntest du vielleicht unten warten, ich komme?!“, gaffte Lauri ihn an. Wir zogen uns schnell an und gingen runter. Aki wartete unten und schaute uns mit entschuldigendem Blick an. „Ähhm, ich soll euch von eurer Nachbarin ausrichten, dass ihr doch das nächste Mal leiser sein solltet.“ Lauri und ich liefen rot an und schaute zur Wohnungstür von ihr. „Deshalb biste aber bestimmt nicht hier!?“ „Wollte eigentlich nur schauen, ob es dir gut geht und Melinas Tasche vorbei bringen.“, meinte er, als mein Handy klingelte.
„Ja?“
„Deine Mum und ich wollten wissen, ob du gut angekommen bist und wie es Hanna und dir geht?“
„Also bei Hanna hat sich leider noch nichts geändert, aber mir geht es gut und Lauri im großen und ganzen denke ich auch.“
Aki und Lauri sahen mich fragend an.“
„Dann sind wir ja beruhigt.“
„Ich melde mich wieder, wenn sonst noch was ist. Du dich auch ja?!“
„Ja klar, weißt du doch! Bye Dad und gib Mum ’n Kuss von mir ja?!“
„Mach ich, bis bald.“
„Jetzt will ich aber auch ’n Kuss!“, meinte Lauri, der mich immer noch fragend ansah. „Meine Eltern wollten nur wissen, wie es dir und Hanna geht.“ „Aha, bekomme ich jetzt meinen Kuss?“, fragte er wieder, als nun sein Handy klingelte. „Ja? … Was? Ist das dein ernst? … Ja klar kommen wir! Bis gleich.“ „Was’n los?“, fragte ich nach. „Das war Pauli: Hanna ist aufgewacht!“, strahlte er Aki und mich an. „Dann lasst uns mal ins Krankenhaus fahren!“, meinte Aki.

Im Krankenhaus angekommen, rannten wir gleich zu Hannas Zimmer. „Ihr könnt noch nicht rein, die Ärzte schauen sie sich gerade an.“, meinte Eero. „Du Lauri, weiß Hanna eigentlich das mit uns?“ „Ja. Sie hat sich drüber gefreut. Aber mal was anderes: bekomm’ ich jetzt meinen Kuss?“ Wieder wurden wir unterbrochen, als die Ärzte aus dem Zimmer kamen. „Sie können jetzt rein, aber sie braucht noch Ruhe.“ Wir nickten und Lauri ging erstmal allein rein. Nach einer Viertelstunde ging ich dann auch endlich rein. Ich lächelte Hanna an und setzte mich seitlich auf Lauris Schoß. „Danke.“ „Wofür?“, fragte ich auf Hannas Aussage. „Das du Lauri glücklich machst.“, antwortete sie mit schwacher Stimme. Lauri und ich schauten uns an und lächelten uns an. „Du weißt ja, dass, wenn Lauri glücklich ist, auch ich glücklich bin.“ Ich nickte und lehnte meinen Kopf an Lauris. Die Tür hinter uns ging auf und eine Schwester bat uns zu gehen. Wir verabschiedeten uns und Aki fuhr uns wieder nach Hause. „Hast du Hunger?“, fragte Lauri, als ich mich gerade auf Lauris Sofa niederließ. „Ja schon. Ich hab deine Kochkünste vermisst, kochst du was?“ „Ja gern aber weder dein noch mein Kühlschrank enthält was zum kochen, außer meinen Suppentüten!“ „Mhh, dann lass uns noch einkaufen gehen. Bin ja jetzt eh eine Weile da.“ „Okay, ich zieh mir nur mal schnell was anderes an.“ „Ich mir auch.. ach shit! Meine Tasche ist immer noch in Akis Auto.“ „Dann ruf ihn an, der wird sie dir schon noch schnell vorbei bringen.“ Schon griff ich zum Handy: „Hey Aki, kannst du schnell meine Tasche vorbei bringen?“ „Oh, na klar! Bin in 5 Minuten da.“ „Danke!“ „Bis gleich.“ Aufgelegt. „Aki kommt gleich vorbei.“ „Supi! Bekomme ich jetzt endlich meinen Kuss!?“, fragte er quengelnd.

Ich tat so als ob ich stark nachdenken würde. „Mhh.. okay!“ Ich fiel ihm um den Hals und küsste ihn. „Zufrieden?“ „Joa, schon besser!“ Wir gingen in seine Wohnung und er steuerte gleich in sein Schlafzimmer. Ich folgte ihm, legte mich auf sein Bett und schloss die Augen. „Woran denkst du?“ „An letzte Nacht. Kann ich, wenn es okay für dich ist, mal die zerrissenen Zettel haben?“ „Wenns dich glücklich macht?!“ Er ging kurz raus und kam mit den Zetteln wieder. Er gab sie mir und ging zu seinem Schrank, um sich was Frisches zum Anziehen zu holen. „Was ist mit den Texten? Warum hast du sie zerrissen?“ Er zog sich gerade eine frische Hose an und hatte noch kein neues Shirt gefunden, war also oberkörperfrei; er kam zu mir und setzte sich neben mich. Ich schaute ihn fragend und erwartungsvoll an. „Ich fand sie nicht gut.“ Ich flickte sie so gut es ging zusammen und versuchte einige Teile zu lesen. Es ging um seine Vergangenheit: das schlechte Verhältnis zu seiner Mum, den Tod einer seiner besten Freunde… Ich wusste, dass ihn was bedrückte, aber ich fand es nicht raus. Ich legte meine Hand auf seinen nackten Rücken, legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Hey! Was bedrückt dich? Ist es immer noch wegen Hanna?“ Er schüttelte mit dem Kopf. „Ich hab Angst..“ „Wovor?“ „Das mit uns alles genauso endet, wie mit Tine, meiner Ex.“ „Hey, wir sind gerade mal 2 Monate zusammen und zwischen uns läuft doch alles gut und deine Ex bin ich auch nicht?!“ „Aber gestern..“ „Das gestern ist vergessen, da ging es uns beiden scheiße wegen Hanna… Mach dich nicht so fertig. Ich denke wir lieben uns? Dann werden wir alles was passieren wird auch durchstehen.“ Er schaute mich mit seinen ängstlichen, traurigen, nachdenklichen Augen an und nickte leicht. „Lauri ich liebe dich, aber zu einer Beziehung gehören immer Zwei. Das heißt, dass nicht nur du am Versagen einer Beziehung Schuld hast. Genauso auch die andere Person! Und jetzt schau mich an und sag mir, ob du mich liebst oder nicht!“ Mit einem leichten Lächeln schaute er mich an. „Natürlich liebe ich dich..“ Ich setzte mich mit dem Gesicht zu ihm auf seinen Schoß und schlang meine Arme um seinen Hals. Ich strich über seinen Rücken und küsste ihn. „Danke..“ Statt einer Gegenantwort, lächelte ich und küsste ihn nochmal. „Kann ich mir jetzt ’n neues Shirt anziehen?“ „Also wenn ich ehrlich sein soll, gefällste mir so aber besser.“ Ich stand auf und legte mich wieder auf sein Bett und schloss die Augen. Auf einmal nahm mich Lauri und legte mich über seine Schulter. „Hey Lauri! Lass mich wieder runter!“ „Ich will bloß nicht, dass du noch einschläfst! Ich dachte du willst dir was Frisches anziehen?!“ „Aki ist doch noch gar net da!“ „Klar! Er steh gerade vor deiner Tür!“ „Im Moment sehe ich nur deine Hinteransicht!“ Lauri drehte sich um 180° und ich sah Aki so gut es ging an. „Man bist du rot geworden! Kommt wohl durch den Hinteranblick von Lauri?!“ „1. Bin ich rot, weil ich kopfüber nach unten hänge, 2. könntest du mir vielleicht mal helfen!? Und 3. außerdem ist Lauris Hinteransicht nicht SOO toll, dass ich rot werde!“ Nach einem frechen Grinsen sah ich nicht mehr, weil Lauri sich wieder umdrehte. „Lauri, lass mich runter!“ „Erst nimmst du die Beleidigung über meine Hinteransicht wieder zurück!“ Ich verdrehte die Augen und meinte: „Wieso?“ „Nimms zurück oder ich lass dich los!“ „Du hältst mich mal schön fest!“ „Ja? Tu ich das? Dann nimms zurück!!!“ „Um mein Leben nicht zu riskieren und wenns dich glücklich macht: Sie ist toll!“, meinte ich genervt, „Und jetzt lass mich endlich runter!“ „Nö!“ Ich strampelte und hämmerte auf seinem Po rum, doch er ließ mich nicht runter. „Lauri überleg dir das gut!“ „Öhh, warum?“ „Ich kenne da Mittel, mit den’ du mich bestimmt runter lässt!“ „Zum Beispiel?“ „Ich schlafe heute Nacht bei mir.. ALLEIN!!“ Schon ließ er mich runter. Ich grinste beide fies an und verschwand in meiner Wohnung. „Geh mal lieber rein, sonst musste doch noch alleine penn’!“ „Ach, glaub ich net!“ „Ich höre alles!“, schrie ich nach draußen. „Tschüss Aki, bis morgen!“ „Tschüss! TSCHÜSS MELINA! UND LASS LAURI HEIL!“, schrie er noch. „Mal sehen.“, sagte ich, als ich noch mal zur Tür ging und grinste dabei Lauri an. Wir gingen rein und ich ging in mein Schlafzimmer, um mich umzuziehen. „Bin fertig.“ „Noch sauer?“ „Etwas.. Aber wenn du dann was Schönes kochst, könnte das wieder anders aussehen.“ „Ich weiß schon, was ich koche.“ „Und was?“ „Verrat ich nicht!“ „Das ist fies!“ „Darf ich trotzdem heute bei dir schlafen?“ „In der Badewanne?“ Beleidigt sah er mich an. Ich grinste ihn an und küsste ihn. „Klar!“ Wir liefen zum nächsten Supermarkt und kauften einige Sachen ein, um genau zu sein: so ziemlich alles. Mit bepackten Taschen kamen wir ganz außer Puste zu Hause an. Wir gingen zu mir und luden ein paar Sachen, die er jetzt nicht brauchte, dort ab und den Rest nahmen wir mit zu ihm rüber. Ich setzte mich aufs Sofa und schaltete den Fernseher an. Er ging direkt in die Küche und fing an zu werkeln. Ich freute mich schon richtig aufs Mittagessen, obwohl man dann wohl eher Nachmittagsessen sagen konnte. „Das riecht aber lecker!“, rief ich in Richtung Küche. Als keine Reaktion kam, ging ich zu ihm. Ich schlang meine Arme um seine Hüften und legte meinen Kopf auf seine Schulter, als mal wieder mein Handy klingelte. Ich löste mich von ihm und ging ran.
„Hey Melina, du wolltest dich bei mir noch mal melden!“
„Oh, Sven.. Shit! Ich bin wieder nach Helsinki geflogen, das war gestern alles etwas hektisch.“
„Wieso bist’n du wieder in Helsinki? Freunde besuchen?“
„So gewisserweise. Nee, Lauris Schwester wurde ins Krankenhaus gebracht und..“
„Wer is’n Lauri?“
„Hab ich dir net von Lauri erzählt? Das glaub ich jetz’ net.“
„Nee, haste nicht. Wer is’n dat nu?“
„Mein Freund.“
„Du hast’n Freund?“, kam es enttäuscht von ihm.
„Ja. Das is alles ’ne lange Geschichte.. kann ich..“
Ich vernahm nur noch ein Tuten.
„Sven? Hallo? … Shit!“, fluchte ich leise.
„Hey Schatz wer war’n das?“ „Ach nur ’ne Freundin aus Leipzig.“, log ich. Ich verschwand kurz zu mir, um Lisa anzurufen, eine meiner besten Freundinnen von mir und Sven.
„Ja Melina? Komm doch kurz vorbei..“
„Geht schlecht, bin in Helsinki.“
„Wieso bist’n du in Helsinki?“
„Hanna, Lauris Schwester, wurde ins Krankenhaus gebracht und weil es Lauri nicht gut ging, bin ich gestern her geflogen. Warum ich eigentlich anrufe: …“ (Ich erzählte von dem Gespräch von Sven und mir)
„Oh shit!“
„Warum hat er so reagiert?“
„Mensch Melina, der ist doch voll in dich verknallt!“
Stille
„Melina? Noch dran?“
„Ja. Scheiße und jetzt? Wieso ist der in mich verknallt?“
„Ich geh erstmal zu ihm und rede mit ihm.“
„Danke Lisa. Ich geh jetzt erstmal wieder zurück zu Lauri, hab ihm nämlich nicht gesagt, dass ich kurz zu mir bin.“
„Viel Spaß euch beiden. Ich meld mich bei dir.“ Plötzlich merkte ich, wie die Tür zu meiner Wohnung zufiel.

Ich dachte mir nichts weiter dabei, dachte es wäre der Wind gewesen.
„Danke, grüß die Anderen. Bye.“
„Mach ich. Bye.“ Ich legte auf und ging zurück. „Sorry, hab nur kurz meine Ellis angerufen.“, rief ich in die Wohnung, doch keine Reaktion. In der Küche war keiner, aber das Essen kochte. „Lauri?“, rief ich nach ihm. Ich schaute in jedem Raum nach, doch nirgends war eine Spur von ihm. Ich machte mir Sorgen, doch dann fiel mir der Boden ein. Ich ging raus und zog die Treppe zum Dachboden runter, ging rauf und rief wieder nach ihm. Nichts, als mir plötzlich die zufallende Tür wieder einfiel. ‚Scheiße! Er hat das Gespräch mit angehört.’, dachte ich. Ich rannte runter, schaute noch mal in der Wohnung auch in meiner, doch nichts. Ich schaltete das Essen aus und setzte mich aufs Bett von Lauri. Ich rief Aki, Pauli, Eero und auch Siiri an, doch keiner wusste was. Siiri wusste ja noch gar nicht, dass ich da war und hatte sich gefreut. Was sollte ich nun tun? Ich legte mich auf Lauris Bett und fing an zu weinen. Warum war ich auch zu feige, ihm die Wahrheit zu sagen? Jetzt haben wir schon die 2. Auseinandersetzung seit ich hier war. Da kam mir eine Idee. Ich zog mich an und fuhr mit dem Taxi ins Krankenhaus. Warum bin ich da nicht eher drauf gekommen. Ich ging zu Hannas Zimmer und klopfte erst an. Ich ging rein und… kein Lauri. „Hey Melina! Lass mich raten, du suchst Lauri?!“ Ich nickte. „Weißt du wo er ist?“ „Er war hier und hat mir von dem Gespräch zwischen euch erzählt, dass er Angst hat, wieder in der Beziehung zu versagen. Es tut ihm leid, dass er einfach abgehauen ist, gerade wegen dem Gespräch bereut er es. Aber warum hast du ihm nicht gesagt, wer auch immer das auch war, das ist?“ „Ich weiß, ich war feige. Aber ich wusste nicht wie er reagiert… und…“ „Geh nach Hause, er wird schon nach dir suchen.“ Ich nickte. „Danke Hanna.“ „Du weißt doch, du bzw. ihr könnt immer zu mir kommen. Er weiß, dass er was falsch gemacht hat und du weißt auch, dass DU einen Fehler gemacht hast… redet miteinander. Das wird wieder.“ Ich nickte wieder und ging nach Hause. Irgendwie hatte ich Angst, ich schloss die Tür auf und schaute mich um, ob er hier war; nicht da. Ich zog mich um und ging rüber, ich bevorzugte aber lieber zu klingeln. Mit Tränen in den Augen wartete ich vor der Tür, aber keiner öffnete. Ich wollte gerade wieder in meine Wohnung gehen als… „Melina…“ Ich drehte mich um und Lauri stand da. Wir standen uns gegenüber und schauten uns in die Augen. Gleichzeitig rannten wir aufeinander zu und fielen uns in den Arm. „Es tut mir leid, aber ..“ „Nein Lauri, mir tut es leid. Ich hätte dir gleich die Wahrheit sagen sollen. Ich war einfach nur feige und dann war es nicht mal was Bedeutendes … Ich liebe dich.“ „Ich dich auch.“ Wir schauten uns an und küssten uns.

2 Jahre sind nun vergangen und Lauri und ich sind immer noch glücklich, Hanna geht es wieder bestens, bei den anderen 3 Jungs hatte sich auch nichts verändert und meine Mum wurde erneut ‚Mum’ und ich Schwester. Es ist ein Junge geworden und heißt Robby. Ich lebte zurzeit noch in Leipzig, bin aber in jeden Ferien nach Helsinki geflogen oder Lauri kam auch mal her. Da sie nun auch in Deutschland und Umgebung sehr bekannt und erfolgreich waren, sahen wir uns nur noch selten, telefonierten aber jeden Tag mind. 2 Mal. Ich war so mit Lernen beschäftigt, dass ich selbst für die Anrufe kaum Zeit hatte. Es machte mich immer traurig, wenn Lauri mal Zeit hatte und anrief und ich nur 10 Minuten konnte. Zum Glück war nur noch ein Monat bis zu meinen Prüfungen, dann hatte ich endlich wieder Zeit für Lauri und mich. Doch dann …

Endlich hielt ich meine Prüfungspapiere in den Händen. Ich ging in ein Café und bestellte mir ein Kaffee. Der Kellner kannte mich schon und wusste, was ich immer trank. Ich atmete tief durch und öffnete sie, die Prüfungspapiere: BESTANDEN! Ich umarmte den Kellner gleich und stürmte raus, obwohl ich noch nicht mal meinen Kaffee hatte. Ich holte mir schnell noch die Yam und die Bravo und warf einen Blick hinein. Da stand vorn auf der BRAVO drauf: ‚Lauri das 1. Mal richtig verliebt’ Ich dachte erst, er hat das von uns erzählt aber als ich den Artikel las, wendete sich meine gute Laune gleich. Warum tat er mir das an? Muss ich es erst durch die Zeitung erfahren? War er etwa zu feige um es mir ins Gesicht zu sagen? Ich kam mit Tränen in den Augen in meiner eigenen Wohnung an, schloss auf und schmiss alles weg. Weinend ließ ich mich aufs Bett fallen. Warum nur? Das Telefon klingelte:
„Ja?“, kam es etwas verheult von mir.
„Hey Süße, warum weinst du denn? Hast du etwa nicht bestanden?“
Das hatte mir jetzt noch gefehlt; ein Anruf von ihm.
„Warum hast dus mir nicht selber gesagt?“
„Wie, was meinst?“
„Tu nicht so! Ich weiß das du ’ne Neue hast!“
„Aber.. wie kommst du darauf?“
„Komischerweise weiß die Zeitung mehr als ich und du!?“
„Was in der Zeitung steht, muss noch lange nicht stimmen! Lass mich raten: Bravo?“
„Ja.“
„Der hab ich nur erzählt, dass ich das erste Mal richtig verliebt bin, aber in dich und in keine Andere. Bitte glaub mir!“
„Ich weiß nicht…“
„Ich werde mich dort melden, ich werde ihnen sagen, dass sie’s gefälligst richtig stellen sollen…. Bitte glaub mir!“
Ich wusste nicht, ob ich ihm glauben sollte. Bis jetzt konnte ich ihm immer alles glauben, aber das hier war schwerwiegender. Ich sagte nichts mehr… und legte auf.
...

Lauris Sicht) „Fuck man! Scheiß Presse!“ „Mensch Lauri, was’n mit dir los?“, fragte Aki, der gerade in den Bus kam. Ich hielt ihm die Zeitung, die ich mir mittlerweile geholt hatte unter die Nase und ließ mich auf mein Kojenbett fallen. „Ach du scheiße! Lass mich raten, du hast gerade mir Melina geredet?!“ Ich nickte zustimmend. „Hast du ihr gesagt, dass es nicht stimmt?“ „Ja klar hab ich ihr das gesagt Aki, aber sie .. sie hat einfach aufgelegt.“, schnauzte ich ihn voll. „Tut mir leid Aki, war nich’ so gemeint!“ „Schon okay. Was willst du nun tun?“ „Ich hab keine Ahnung, … doch hab ich…

(Melinas Sicht) Heulend griff ich zum Telefon und wählte die Nummer von Lisa „Hi Melina! Was gibt’s?!“, fragte sie mich und ich erzählte kurz von dem Artikel. „Hast mit ihm darüber geredet?“ „Ja, aber er meinte es stimmt nicht. Lisa ich weiß nicht, ob ich das glauben soll!“ „Bis jetzt konntest du ihm doch immer vertrauen?!“ „Ja, aber das war auch immer was anderes. Lisa, was soll ich tun?“ „Melina, du musst selber wissen, ob du ihm vertrauen kannst! Du hättest nicht gleich auflegen sollen!“ „Ich ruf ihn noch mal an.“ „Lass das lieber, ruf ihn wenn dann morgen erst wieder an.“ Ich überlegte kurz und bejahte. „Danke. Bye.“ „Ruf wieder an, ja? Bye.“ „Mach ich.“ Wir legten auf und ich zog mich an, um etwas spazieren zu gehen. Es regnete zwar, aber das war mir in dem Moment so ziemlich egal. Ich lief und lief, wusste schon gar nicht mehr wie lange ich schon lief, aber lief trotzdem weiter. Ich setzte mich irgendwann auf eine Bank unter einer Laterne. Es regnete nur noch wenig. Ich vernahm das Klingeln meines Handys, ging aber nicht ran.

(Lauris Sicht währenddessen) „Scheiße warum geht sie nicht ran?!“, fluchte ich vor mich hin und lief unruhig im Tourbus umher. „Lauri, könntest du aufhören hier herum zu laufen? Das macht nervös!“ Ich ging gar nicht weiter auf Akis Frage ein, sah nur im Unterbewusstsein, wie alle 3 mit den Augen rollten. Aber das war mir total egal. Da fiel mir was ein. „Jo, halte bitte an der nächsten Tanke!“, bat ich unseren Busfahrer. Alle schauten mich komisch an. Matti, unser Manager, fragte mich aus, was das solle, aber ich antwortete nicht. Es musste ja nicht gleich jeder wissen…

(Meine Sicht) Als ich am nächsten Morgen vom Klingeln an meiner Wohnungstür wach wurde, schrie ich schnell zur Tür, während ich mir was überzog: „Komme gleich!“
Ich rannte schnell zur Tür und machte auf. Ein Mensch… ob es ein Mann oder eine Frau war konnte ich leider nicht erkennen… mit einem riesengroßen Blumenstrauß roter Rosen vor meiner Wohnungstür. „Die soll ich für eine Melina abgeben!“, hörte ich plötzlich eine männliche Stimme. „Womit hab ich denn das verdient?“, fragte ich mich und bekam den Strauß in die Hand oder eher gesagt Hände gedrückt und noch bevor ich was sagen konnte, war der Mann auch schon weg. Ich machte die Tür zu und suchte nach einer passenden Vase, was gar nicht so einfach war, da ich nicht so oft so viele Blumen bekam. Als ich dann endlich eine fand und den Strauß auf den Tisch stellte, bemerkte ich eine Karte oder einen Brief in dem Straußinneren. Ich nahm ihn heraus und las:

50 rote Rosen für die Frau, die ich über alles liebe!
Bitte Melina, glaub mir, es ist nicht war! Bitte nimm das nächste mal ab,
wenn ich dich anrufe…

Ich vermisse dich
Love Lauri

PS: Hast du eigentlich deine Prüfung bestanden?

Ich lächelte und roch an den Rosen. Mit einigermaßen gutem Gewissen ging ich ins Bad und machte mich fertig. Ich aß ein Brötchen und trank meinen Kaffee. Da ich noch nichts weiter für den Tag vorhatte, beschloss ich etwas sauber zu machen und dachte dabei viel nach. Gegen Mittag klingelte mein Handy:
Doch noch bevor ich mich weder melden noch irgendwas anderes sagen konnte, fing er an zu reden.
„Melina, bitte, bitte, bitte glaub mir! Ich liebe dich und nur dich! Ich habe auch bei der BRAVO angerufen und gesagt, dass sie es richtig stellen sollen. Wenn dus mir nicht glaubst, dann frag die anderen 3 Jungs oder Matti!“
„Lauri…“, versuchte ich ihn zu unterbrechen, „Ich glaub dir ja. Ich weiß, dass dus ernst meinst… Ich hab die Rosen bekommen, danke!“
Ich merkte förmlich, wie ihm ein Stein vom Herzen fiel.
„Sie sind wunderschön.“, träumte ich vor mich hin, während ich mir die Rosen anschaute.
„Ich vermisse dich. Ich will dich sehen.“
„Ich dich auch. Wo seit ihr gerade?“, fragte ich, während ich den Fernseher anschaltete und laut stellte, da auf VIVA gerade ‚First Day Of My Life’ kam.
„Hörst dus?“
„Gefällt er dir? Den Song meine ich!“
„Klar! Hab schon das Album! Es ist wunderschön.“
„Freut mich. Wir sind gerade in Berlin. Ist Leipzig weit entfernt?“
„Höchstens 2 Stunden!“
„Mal sehen, wo es als nächstes hin geht...“
„Kommt ihr auch mal nach Leipzig?! Dann kann ich mit euch kommen und dich endlich wieder sehen.“
„Wie mit kommen? Nix mehr lernen? Heißt das, du hast bestanden?“
„Mit einem Durchschnitt von 1,3!“, freute ich mich.“
„Das ist super!“
Ich hörte, wie jemand im Hintergrund nach Lauri rief.
„Aki hat nach mir gerufen, wir müssen los.“
„Och schade. Ich vermisse dich so…“
„Und ich dich erst! 1000 Küsse. Ich liebe dich.“
„Zurück, ich dich auch.“
Wir legten auf und glücklich ließ mich rückwärts aufs Sofa fallen. Lisa hatte mal wieder Recht, ich kann ihm immer vertrauen. Ich rief sie gleich an und berichtete gleich von dem Telefonat. Sie freute sich sehr.

Am nächsten Morgen wurde ich ebenfalls vom Türklingeln geweckt. „Komme gleich!“, rief ich wieder zur Tür und zog mir schnell was über. Ich machte auf und…

...konnte es nicht fassen. „Lauri!“, fiel ich ihm um den Hals und küsste ihn. „Hab ich dich geweckt?“ „Ja, aber das war es wert! Komm rein.“
Er betrachtete meine Wohnung, die er ja noch nicht kannte. „Wo hast du eigentlich meine Adresse her?“ „Hab ich von Lisa!“ „Von Lisa?“, fragte ich überrascht. „Jepp!“ „Na is’ ja auch egal, Hauptsache, ich hab dich wieder!“ Ich fiel ihm wieder um den Hals und küsste ihn. „Siehst süß aus!“ Ich betrachtete mich und grinste ihn dann an. Ich hatte etwas zerzauste Haare und nur ein ausgeleiertes, schwarzes Shirt an und eine Hotpan, die ebenfalls schwarz war. „Wie lang hast du heute Zeit?“ „Ich muss gegen Mittag für 2 Stunden zum Soundcheck, für irgend so ’ne Veranstaltung. Danach hast du mich wieder ganz für dich. Außerdem sagtest du ja, dass du mit kommen willst!?“ „Muss dann aber erst noch packen, da ich ja nicht wusste, dass es so plötzlich ist. Wann fahrt ihr bzw. wir denn?“ „Morgen Früh halb 6 müssen wir am Bus sein. Das heißt wir müssen spätestens halb 5 aufstehen.“ „So früh?“ „Ja, lässt sich nicht ändern, aber du kannst ja im Bus noch etwas schlafen.“ „Mhh, okay. Willst du was frühstücken?“ „Nee, aber ’n Kaffee würde ich gern trinken.“ „Okay. Mach mich noch eben im Bad fertig.“ „Ich kann auch derweil schon alles machen?!“ „Wenn du willst?! Guck einfach die Schränke durch, da wirst du schon was finden.“ Ich wollte aufstehen, aber Lauri hielt mich am Arm fest und zog mich auf seinen Schoß. „Erst will ich ’n Kuss, vorher lass ich dich nicht gehen!“ „Na gut!“ Ich küsste ihn und verschwand dann im Bad. Nach einer Viertelstunde war ich fertig und draußen erwartete mich ein gedeckter Frühstückstisch. Der Kaffee duftete, die Brötchen waren frisch aus dem Ofen und rauchten noch, eine weiße Rose in einer Vase stand da, nur Lauri war nicht zu sehen. Ich schaute mich um und fand ihn in meinem Schlafzimmer. „Gefällst mir übrigens mit den schwarzen Harren!“ Er grinste mich an, als er mich bemerkte. „Ach wirklich?“ „Joa! Hab dich ja nur mit blonden Haaren in Erinnerung. Aber wenn ich ehrlich sein soll: so gefällste mir noch besser! Und als ich das Video von ‚ITS’ sah und von ‚FDOML’, bin ich ganz schön erstaunt gewesen. Dachte bei ‚IST’ dass das irgendwie mit dem Computer passend zum Video gemacht wurde, wegen den Federn und so…“ Er grinste mich breit an. „Was grinst’n du eigentlich so breit?“ Er musterte mich von oben bis unten und wieder nach oben. Ich hatte tatsächlich nicht bemerkt, dass ich nur Unterwäsche anhatte; die schwarze, die Lauri mir mal gekauft hatte. Ich grinste verlegen und ging zu ihm, stellte mich dicht hinter ihn und knabberte etwas an seinem Ohr. Ich legte meine Arme um seinen Bauch und legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Was machst’n eigentlich in meinem Schlafzimmer?“ „Wollt’s mir nur mal anschauen.“ „Aja. Wo hast’n du die weiße Rose her?“ „Hab ich mir mal von deiner Nachbarin ausgeliehen.“ Geschockt sah ich ihn an. „Sie weiß davon! Keine Angst, ich klaue doch nicht! Was denkst du von mir?“ „Na dir kann man alles zutrauen!“ „Na vielen Dank auch!“

Als er dann gegen Mittag weg musste, ging ich zu Lisa. „Hi Melina, komm rein!“ „Hi!“, begrüßte ich sie ebenfalls. „Wieder alles okay, ja?“ „Alles bestens. Er ist hier.“ „Wie hier?“ „Hier in Leipzig. Er stand heute Früh vor meiner Tür. Tu nicht so, ich weiß das du ihm meine Adresse gegeben hast!“ „So’n Idiot. Was sagt’n der dir das?!“ „Hey, nenn Lauri gefälligst nicht Idiot!“ Wir quatschten noch so über einiges und als dann Lauri anrief, machte ich mich auf den Weg nach Hause. Er wartete bereits. „Wartest du schon lange?“, fragte ich ihn, während ich aufschloss. „Nee, 3 Minuten vielleicht.“ „Kochst du was? Hab noch nix gegessen und du doch bestimmt auch nich’?“ „Okay.“ „Ich packe derweil.“ „Ich freu mich, dass du mitkommst“ „Und ich mich erst.“ „Wie geht’s denn deinem Bruder?“ „Rob? Ach dem geht’s bestens. Der hält meine Eltern vielleicht auf trapp! Und wenn ich ihn mal abends hatte… Reden wir nicht davon!“ „Ich kann mir dich gut als große Schwester vorstellen!“ Ich schaute ihn mit hochgezogener Augenbraue an. „Ich geh jetzt packen!“ „Erst will ich einen Kuss haben!“ „Nur einen?!“ Er grinste und küsste mich. Ich ging rückwärts in Richtung Schlafzimmer, während wir uns immer noch küssten. Wir ließen uns aufs Bett fallen und gerade als ich ihm sein Shirt ausziehen wollte, klingelte mein Telefon. „Lass es klingeln!“, meinte er und küsste mich wieder. „Und wenn es wichtig ist?“ Er rollte sich neben mich aufs Bett und seufzte; ich griff zum Telefon.

„Ja?“
„Hallo mein Schatz! Ich wollte fragen, ob du nicht lust hast nachher zum Abendbrot vorbei zu kommen?!“, - meine Mum. - Ich richtete mich auf und schaute Lauri fragend an, der mithörte, da ich den Lautsprecher anhatte.
„Wer ist denn alles da?“
„Deine Cousinen, Großeltern, Familie halt. Du hast sie doch lange nicht gesehen.“
„Ja gern, aber Lauri ist heute gekommen…“
„Bring ihn doch mit!“
Ich schaute ihn mit einem flehend- bittenden Blick an und gab ihm einen Kuss.
„Wir kommen!“, sagte er ins Telefon.
„Oh, hallo Lauri! Schön, wenn ihr kommt. Die wissen ja alle gar nicht, dass du mit einem Star zusammen bist.“
„Oh du, auf deren Gesichter freue ich mich schon! Gleich mal ’ne andere Sache: Ich werde ab morgen mit Lauri und den Jungs reisen.“
„Für wie lange denn?“
„Keine Ahnung. Lange….“, grinste ich zu Lauri, der mittlerweile jeden Teil meines Halses geküsst hatte.
„Störe ich vielleicht gerade?“
„Mhh, joa schon irgendwie..!“
„Gut dann sehen wir uns heute Abend gegen 18 Uhr 30, okay?“
„Okay Mum, hab dich lieb. Bis dann.“
Ich legte auf und widmete mich wieder Lauri, der mir gleich meine Top auszog und meinen Oberkörper mit Küssen bedeckte. Ich zog ihm ebenfalls sein Shirt aus und lehnte mich zurück in die Kissen. Sanft streichelte ich ihm über den Rücken, während er immer noch meinen Oberkörper verwöhnte…

Gegen 17 Uhr wachten wir vom Wecker auf, da wir eingeschlafen waren und ihn zur Sicherheit gestellt hatten. Ich lag auf ihm und hatte meinen Kopf auf seine Brust gelegt. Ich spürte wie sein Herz schlug und wie gleichmäßig er atmete. Der Wecker piepte immer noch und ein Knurren von Lauri war zu hören. „Mach das aus!“, knurrte er mich an.“ Genervt rollte ich von ihm und knallte den Wecker gegen die Wand. Das hatte gewirkt, denn er lag nun in Einzelteilen auf dem Boden. Lauri erschrak und schreckte auf. Geschockt sah er mich an. „Der Wecker möchte ich ja nun nicht gewesen sein. So war das ja nicht gemeint! Man vor dir muss man ja richtig Angst haben. Na wenigstens sind wir bzw. ich jetzt wach!“ Grimmig sah ich ihn an. „Du siehst süß aus, wenn du sauer bist!“ „Idiot!“, warf ich ihn aus dem Bett. „Hey! Das war nicht nett. Statt mich aus dem Bett zu schmeißen, könntest du mir lieber ’n Handtuch geben.“ Fragend schaute ich ihn an. „Ich will duschen!“ „Wenn ich dir aber keins gebe?!“, grinste ich ihn an. „Dann… ach dann find ich schon irgendwas anderes!“ Ich schaute sich in meinem Schlafzimmer um und deutete auf mein Lieblingsshirt auf dem Stuhl. „Wagst dir ja das Shirt zu nehmen!“ Schon nahm er es und rannte zum Bad. Ich hastete schnell auf und rannte ihm hinterher, doch ich war zu spät. „Lauri?! Ich hab hier gerade Federn gefunden..!“ Schon ging die Tür auf und er schaute mich ängstlich an. Ich lachte mich über sein Gesicht krank, da das ja nicht mal wahr war mit den Federn. „Auf die Idee gekommen, dass du gar keine Federn mit hast, bist net gekommen oder?!“ „Du Biest!“ Er zog mich am Arm ins Bad und krabbelte mich durch. „Lau… lass mi… Du…“ „Hast du Probleme?!“ Ich sank, da ich keine Kraft mehr hatte mich zu halten, zu Boden und riss ihn mit runter. Er lag nun auf mir und lachte ebenfalls.
Als wir es dann tatsächlich noch schafften uns aufzuraffen, ging er duschen, während ich ihm ein Handtuch holte. Ich ging zurück ins Bad und sah ihn, wie er duschte; mit dem Rücken zu mir. ‚Was für ne Ansicht!’ Dachte ich mir und ließ das Handtuch auf den Stuhl fallen. Ich zog mir das Shirt aus und stieg leise, damit er es nicht merkte, zu ihm in die Dusche...

Ich stand dicht hinter ihm und küsste seine Schulter. Er drehte seinen Kopf zu mir und lächelte mich zärtlich an. „Wir müssen uns beeilen, es ist schon fast 18 Uhr!“ Ich nickte und küsste ihn. „Ist das Handtuch für mich?“, deutete er auf das rote Handtuche auf dem Stuhl. Ich nickte und duschte mich, während er sich fertig machte. Ich ging raus und stellte fest, dass ich selber gar kein Handtuch hatte. Ich schaute mich um, ob ich vielleicht doch noch eins liegen hatte, doch Fehlanzeige. „Lauri?!“, schrie ich nach draußen. Er kam ins Bad und fragte, was sei. „Kannste mir mal ’n Handtuch bringen?“ „Wenn du mir sagst wo die sind!“ Ich erzählte ihm kurz wo sie sind und ein paar Sekunden später kam er mit einem zurück. Ich trocknete mich ab und machte mich fertig.
Wir kamen pünktlich bei meinen Ellis an. „Hi Mum!“ „Hallo mein Schatz, hallo Lauri! Siehst aber gut aus!”, meinte sie zu Lauri, den sie ja auch nur mit blonden Haaren kannte. Es war noch keiner weiter da. Ich half meiner Mum beim Decken des Tisches noch etwas, während Lauri und mein Dad quatschten. „Mum? Wo is’n Rob?“ „In seinem Zimmer.“ „Ich geh mal zu ihm.“ Ich ging also zu ihm in sein Zimmer und sah, wie er auf dem Fußboden rumtollte. „Na Großer!“ Er grinste mich an und ich nahm ihn auf den Arm. „Lauri ist auch da!“ Ich gab ihm einen Kuss und nahm ihn mit raus. Mein Dad und Lauri schauten mir begeistert zu, wie ich mit ihm quatschte und spielte. Ich lief mit dem Kleinen auf dem Arm im Haus umher und machte die Tür auf, als es klingelte. Es waren meine Großeltern. „Hallo ihr beiden!“, begrüßte ich sie und ließ sie herein. Ich ging wieder zurück und setzte mich auf Lauris Schoß. Robby betrachtete Lauri die ganze Zeit mit großen Augen. Als Lauri es bemerkte, nahm er ihn mir ab stand mit ihm auf. Er begrüßte ebenfalls meine Großeltern, die ihn ja noch nicht kannten und ging dann irgendwo mit ihm hin. Ich sah es aber nicht, da ich mich mit meinen Großeltern unterhielt. „Der kommt mir so bekannt vor Melina. Kenn ich ihn denn?“ „Mhh, bestimmt. Sagt dir der Song ‚ITS was?“ „Ja das tollte Video mit den Krähen!“ „Das ist der Sänger der Band.“ „Nein, echt jetzt?“ „Ja.“ „Das glaub ich nicht. Mensch, der sieht ja gut aus.“ Ich grinste sie an. „Seit ihr glücklich?“ „Ja sehr.“ „Das freut mich. Er scheint sich ja auch gut mit unserem Kleinen zu verstehen?!“ Wir wurden von der Türklingel unterbrochen. Ich stand auf und ging die Tür aufmachen. Es waren meine Cousinen und deren Eltern. Ich freute mich sie endlich mal wieder zusehen, da ich sie jetzt seit fast 2 Jahren nicht mehr gesehen hatte. Ich bat sie rein und machte mich auf die Suche nach Lauri und Rob. Ich fand sie schließlich in Robbys Zimmer. Er saß mit dem Kleinen auf dem Schoß auf dem Boden und erzählte ihm was. Ich schlich mich ran und lauschte etwas: „… und die beste Frau die ich je kennen gelernt habe. Wenn ich dich sehe, sehe ich sie genau wieder. Du kannst dich glücklich schätzen, so eine tolle Schwester zu haben…“ Mit großen Augen schaute er Lauri an. Ich setzte mich hinter ihn und legte meinen Kopf auf seine Schulter. „Kann er das?“ „Was?“ „Sich glücklich schätzen, mich als Schwester zu haben.“ „Genauso, wie ich glücklich bin, dich zu lieben und als Freundin zu haben.“ „Es sind jetzt alle da. Wir können essen.“ „Okay, dann lass uns gehen.“ Ich nahm Rob Lauri ab und wir gingen raus. Meine Cousinen starrten Lauri ungläubig an und ihre Eltern kannten ihn anscheinend nicht, denn sie reagierten normal, begrüßten ihn und ließen es auf sich beruhen.
Nach dem Essen quatschten wir noch über einiges unter anderem auch über die Karriere von Lauri bzw. The Rasmus. Auch dass ich dann eine Weile mit ihnen mitreisen werde. Sie freuten sich alle für uns. Meine Cousinen konnten es immer noch nicht glauben, dass sie tatsächlich mit dem Rockstar der Gruppe TR an einem Tisch saßen. Gegen 20 Uhr 30 brachte ich Rob ins Bett. Ich machte ihn erst fertig und legte ihn dann in sein Bett, doch er wollte nicht so richtig einschlafen. Als hätte Lauri es gemerkt, dass er nicht wollte, kam er zu mir. „Lass mich mal.“ Ich rückte ein Stück zur Seite und ließ Lauri zu ihm. Er fing an ‚liquid’ zu singen und Rob schlief tatsächlich ein. Begeistert schaute ich ihn an. „Er mag dich sehr.“ „Dich aber auch und ich mag dich erst.“ „Du magst mich bloß?“, meinte ich enttäuscht und beleidigt. Er grinste mich an und küsste mich. „Nein, dich liebe ich… mehr als alles andere.“ „Und ich dich erst. Lass uns noch etwas zu den Anderen gehen.“

Als dann gegen 23 Uhr alle gegangen waren, halfen wir meiner Mum noch etwas und verabschiedeten uns. „Viel Spaß!“, wünschten uns meine Eltern noch bevor wir gingen. „Hast ’ne nette Family!“ „Aber am liebsten magst’e Rob, hab ich Recht?!“ Er wollte es erst nicht ganz zugeben, tat es aber dann doch. Zu Hause fielen wir gleich ins Bett, stellte uns aber noch den Wecker oder eher gesagt das Handy, da ich den anderen Wecker ja in Einzelteile zerlegt hatte.
Eng aneinander gekuschelt schliefen wir und wurden am nächsten Morgen von Lauris Handy geweckt. Noch bevor ich es ebenfalls an die Wand schmeißen konnte, nahm er es und machte es aus. „Hey Süße, aufstehen!“, flüsterte er mir ins Ohr und küsste mein Ohr abwärts zur Wange. „Mhh…“, knurrte ich. Er riss mir die Bettdecke weg. „Lauri!“, schrie ich verschlafen. „Mensch! Bist ja schlimmer als Aki und ich zusammen! Ich dachte schon ich sei einer der schlimmsten Morgenmuffel, aber da hab ich wohl gerade die Königin gefunden.“ Ich richtete mich auf und schmiss ihm ein Kissen ins Gesicht. „Idiot!“, rief ich ihm zu, während ich mir meine Sachen schnappte. Bevor ich ins Bad gehen konnte, wurde ich am Arm zurückgezogen und fiel ihm regelrecht in die Arme. „Erst knurrste mich an, dann bezeichneste mich als Idiot und jetzt gehste auch noch ohne mir auch nur einen Kuss zu geben!“, beklagte er sich. Ich drückte ihn gegen die Wand und küsste ihn innig. Als ich mich lösen wollte, legte er seine Arme um meine Taille und küsste mich weiter.
Er trug mich mit den Beinen um seine Hüften geschlungen ins Bad und schloss die Tür hinter uns, während wir uns immer noch küssten…

Kurz nach halb 6 waren wir am Bus, an dem die Anderen schon warteten. Sie guckten uns alle mit hochgezogenen Augenbrauen an und grinsten. Mit unserem Gepäck, das weggepackt wurde und unseren Taschen fuhren wir los. „Mensch is’ ja richtig gemütlich hier!“, staunte ich nicht schlecht. „Welches is’n dein Bett Süßer?“ „Genau das hinter dir!“ „Hätte ich eigentlich erkennen müssen, so unordentlich wie das is’!“, tat ich, als wäre ich besser. „Als ob du anders bist!“, konterte er.

Wir machten es uns im hinteren Teil des Busses bequem und schauten etwas fern. Ich schlief irgendwann dicht an Lauri gekuschelt ein. Von sanften Streicheleinheiten wurde ich wach.

„Wir sind da Kleines.“, sagte er leise. Ich richtete mich auf und fragte, wo wir eigentlich hin gefahren waren. „München. Willst du hier bleiben, während des Fotoshootings oder mitkommen?“ „Wie lange dauert das denn?“ „Vielleicht eine Stunde. Danach fahren wir erst mal ins Hotel und essen was. Dann geht’s zu einigen Interviews.“, mischte sich Matti ein. „Dann schlaf ich noch etwas, wenn es okay für dich ist?!“ „Kein Problem, schlaf schön und träum was süßes…“ Er ‚brachte’ mich noch bis zu seiner Koje und küsste mich. „Ich liebe dich.“ „Ich dich auch Kleines. Bis gleich!“ Schon verschwand er. Ich legte mich in sein Bett und schlief und auch gleich ein.
Von vielen Küssen, die in meinem Gesicht verteilt wurden, erwachte ich. Lauri lächelte mich zärtlich an und streichlte über mein Haar. „Wir sind jetzt am Hotel.“ Ich nickte und stand auf. Beim Aufstehen wurde mir leicht schwindelig und ich fiel in Lauris Arme. „Hey Süße, was hast du?“ „Ach nur der Kreislauf, geht schon wieder. Ich hab nur lange nichts gegessen.“, meinte ich. Misstrauisch schaute er mich an. „Lauri es ist alles okay!“, versuchte ich ihn zu beruhigen. Wir gingen ins Hotel und holten die Schlüssel für unsere Zimmer. Wir hatten noch ein paar Minuten, bis es Essen gab. „Leg dich noch etwas hin.“ „Lauri, es ist alles wieder okay! Wenn ich was gegessen habe, geht’s mir wieder bestens, wirst schon sehen!“ Ich ging zu ihm und küsste ihn. Ich legte mich noch etwas aufs Bett und ruhte mich aus. Als es an der Tür klopfte, holte Matti uns zum Essen. Wir gingen runter, wo die anderen 3 Jungs schon warteten und holten uns Essen vom Buffet. Wir aßen, was es nur gab. „Sag mal, bist du schwanger oder so?!“, fragte Aki und Lauri & ich schreckten auf; Lauri ließ sein Besteck fallen und ich verschluckte mich. „War ja nur so ’ne Frage.“ Lauri und ich schauten uns kurz an und aßen weiter. Während des Essens herrschte Ruhe. Keiner sagte was.

Der Tag verlief weiterhin ohne Komplikationen oder sonstiges, auch die nächsten 2 Monate in denen es quer durch Europa ging, verlief nicht anders. Hier und da mal ein Konzert, viele Fotoshootings, Interviews usw. Es war mittlerweile Sommer und sehr heiß. Die Jungs hatten jetzt erstmal einen Monat Urlaub und sind nach Helsinki gefahren, Lauri und ich ebenfalls. Es war schön, mal wieder meine bzw. seine Wohnung zu sehen nach so langer Zeit. Wir kamen verschwitzt von der Hitze zu Hause an, bepackt mit Taschen, die wir einfach fallen ließen. In den Wohnungen war es angenehm kühl. „Ein Wunder, dass es hier auch so heiß ist. Das ist eine Seltenheit. Hast du Lust schwimmen zu gehen? Oder hast du gerade deine Tage?“ Erschrocken sah ich Lauri an. „Was ist?“ „Ich bin seit einer Woche überfällig!“, fiel mir auf. „Das hast du nicht gemerkt?“ Ich schüttelte mit dem Kopf und griff mir in die Haare. „Shit!“, wurde ich nervös. „Hey, das muss doch nicht gleich heißen, dass du…“ Ich kniff die Augen zusammen und ließ mich aufs Bett fallen. Ohne etwas zu sagen stand ich auf und rannte raus. Ich rannte zu einer Apotheke und besorgte mir einen Schwangerschaftstest. Als ich wieder zu Hause war, hatte Lauri sich schon Sorgen gemacht. Ich ging gleich ins Bad und machte den Test. Ich musste 15 Minuten warten, die mir wie Stunden vorkamen. Ich ging derweil raus zu Lauri, der mich versuchte zu beruhigen. Er hielt mich in den Armen und streichelte mich, küsste meine Stirn, Schläfe und Haar. Als die 15 Minuten endlich um waren rannte ich ins Bad um nach zu schauen.

Mir fiel ein Stein vom Herzen, als ich sah, dass es negativ war. Mit einem lächeln ging ich wieder zu Lauri. „Negativ.“, sagte ich beruhigt. Ich sah leichte Enttäuschung in Lauris Augen. Hätte er sich gefreut, wenn ich tatsächlich schwanger gewesen wäre? „Bist du enttäuscht?“ „Schon okay.“ Er ging raus auf den Balkon und schaute auf die Stadt, die die Sonne in den Fenstern widerspiegelte. Ich ging zu ihm und legte meine Arme von hinten um seine Taille. „Du bist enttäuscht, stimmts?“ Ein lichtes nicken war zu erkennen. „Du scheinst ja froh über das Ergebnis zu sein?!“ „Wieso denkst du das?“ „Na das sah eben so aus.“ „Ich hätte mich gefreut, sehr sogar, aber ich habe Angst vor der Verantwortung, vor alledem, was dann auf mich/ uns zugekommen wäre.“ „Das hätten wir schon geschafft.“ „Lauri wie hätte das denn mit deiner/ eurer Karriere ausgesehen?“ „Eero ist auch Vater und bei ihm geht es doch auch.“ „Du bist aber nicht nur Bassist, du bist das wichtigste Glied der Gruppe. Für Eero könnte man einen Ersatz finden, aber wenn du ausfallen würdest, dann wäre es vorläufig aus mit der Band. Wir sind jung und können in ein paar Jahren immer noch Kinder bekommen. Bitte versteh mich!“ Ohne ein Wort zu sagen drehte er sich um und ging rein in sein Schlafzimmer. Ich atmete tief durch und setzte mich auf den Boden. Solche Sachen waren noch nie einfach mit ihm zu klären. Ich wusste genau, wie gern er Kinder mochte, aber ich hatte zu viel Angst. Warum konnte er das nicht verstehen? Ich hatte noch nicht mal einen Job, hatte aber das, was mein großer Traum war – Literatur – studiert und wollte meinen Traumjob ausführen. Ich vergrub meinen Kopf in den Händen und weinte leise vor mich hin.
Es wurde schon langsam dunkel und ich saß immer noch genau so da. Ich raffte mich auf und ging zu mir rüber. Ich schaute nicht nach Lauri, sondern ging direkt zu mir. Ich rief Hanna an und fragte, ob ich vorbei kommen konnte.
Es war kein Problem und schon war ich wenige Minuten später bei ihr und erzählte von dem gerade Geschehenen. Sie nahm mich in den Arm und tröstete mich. „Du kennst Lauri, er muss sich erst wieder einkriegen und am Ende bereut er es. Lass ihn für heute in Ruhe. Schlaf bei dir und melde dich auch nicht bei ihm. Er soll sich bewusst werden über die Dinge. 1. kannst du nichts dafür, dass du nicht schwanger bist; 2. kann er dich auch nicht dazu zwingen mit ihm ein Kind zu bekommen..“ Ich wollte sie unterbrechen, ließ sie aber erst ausreden, „ und 3. weiß er genau, das du weder einen Job hast, noch hattest und du dir gern deinen Traumjob erfüllen willst. Lass ihn ruhig mal etwas schmoren.“ Ich nickte. Ich bedankte mich und machte mich dann wieder auf den Weg nach Hause. Ich tat genau das, was Hanna mir geraten hatte, obwohl es mir schwer fiel am Abend einzuschlafen so allein. In der Nacht wachte ich auf und konnte nicht wieder einschlafen, weil ich mich so einsam fühlte. Ich stand auf und lief durch die Wohnung, ging auf den Balkon und entschloss mich dann zu ihm zu gehen. Ich schloss leise die Tür zu ihm auf und ging zu seinem Schlafzimmer. Er lag in seinem Bett, aber schlief ebenfalls nicht.

Er richtete sich auf und streckte die Hand nach mir aus. Ich ging zu ihm und griff nach seiner Hand. Er zog mich an sich und umarmte mich fest. „Bitte verzeih mir. Ich liebe dich doch.“ Ich krallte mich richtig an ihn und wollte ihn gar nicht mehr los lassen. Wir ließen uns hinter in die Kissen fallen, schlangen uns ganz fest aneinander und schliefen ein.
Am nächsten Morgen wurde ich von den Sonnenstrahlen, die in mein Gesicht schienen geweckt. Ich schaute um mich und sah Lauri, auf dem ich drauf lag, friedlich schlafend. Da er kein Shirt an hatte, küsste ich seine Brust, dann den Hals und den Mund, von dem ich ein Lächeln ablesen konnte. Er öffnete die Augen und sah mich verschlafen an. Er streichelte mir übers Haar schaute mir tief in die Augen. „Bitte verzeih mir…“ Ich unterbrach ihn durch einen Kuss auf den Mund, den ich bis zu seinem Bauchnabel fortsetzte…

[Ein halbes Jahr später] Ich bin wieder in Leipzig, weil Lauri und Co in Amerika tourten ich aber mittlerweile den Job habe, den ich mir immer erträumt hatte – Songwriterin -. Ich schrieb Songtexte in allen möglichen Arten; von der Liebe bis zum Hass, aber ich konnte so all meine Geschehnisse, Gefühle und andere Dinge ausdrücken. Lauri und den Jungs, wie auch Siiri und Co, meiner Familie und Freunden gefielen meine Texte. Meine Texte werden sogar schon erfolgreich in Studios verwendet, worüber ich immer sehr stolz war und auch noch bin.
Es war Winter und ich hatte Lust etwas durch den Schnee zu spazieren. Also zog ich mich dick an, steckte mein Handy in die Tasche und zog los in Richtung Park. Ich setzte mich auf eine Bank und bemerkte vor lauter Träumerei fast das Klingeln meines Handys nicht.
„Ja?“
„Hi Süße, wie geht’s dir?“
„Lauri! Mir geht’s ganz gut, aber ohne dich nur halb so gut. Ich vermisse dich.“
„Ich dich auch. Was machst du gerade?“
„Ich sitze im Park auf einer Bank und telefoniere mit dir.“
„Ich wäre jetzt gern bei dir. Ich fühl mich hier richtig einsam ohne dich; es ist viel zu weit weg.“
Stille
„Wann kommt ihr wieder?“
„Keine Ahnung. Ich hoffe es dauert nicht mehr so lange. Du fehlst mir so.“
„Und du mir erst.“
„LAURI IST EIN HOFFNUNGSLOSER FALL OHNE DICH!“, rief Aki im Hintergrund.
Ich schmunzelte.
„Da hörst dus! Hast du wieder was geschrieben?“
„Ja, aber davon erzähl ich dir erst, wenns fertig ist.“
„Och menno.“
„Was macht ihr heute noch?“
„Das übliche. Interviews, Pressekonferenzen, Fotoshootings… Wie immer halt.“
Stille
„Ich liebe dich Kleines.“
„Ich dich auch.“
„Ich bzw. wir müssen wieder los. Ich ruf heute Abend noch mal an. Bis dann.“
„Okay, bis dann. Sag liebe Grüße.“
„Mach ich.“

Ich legte auf und lief mit einem Lächeln im Gesicht wieder nach Hause. Ich setzte mich aufs Bett und schrieb und bastelte noch etwas an meinen Texten. Am Abend telefonierte ich wieder mit ihm und ging dann mit Lisa in die Stadt um ein paar Clubs unsicher zu machen. Es war sehr lustig. Gegen 4 Uhr morgens beschlossen wir dann nach Hause zu gehen. Lisa schlief bei mir. Gegen 15 Uhr wachte ich durch das Klingeln meines Telefons auf. Ich rappelte mich auf nahm ab:

„Ja?“, kam es verschlafen von mir.
„Hallo mein Schatz!“
„Oh, hi Mum!“
„Hast du irgendwas?“
„Ja, ’n Kater. Ich bin gestern mit Lisa um die Häuser gezogen. Da wurde auch hier und da mal was getrunken.“
„Ui, dann hab ich dich oder euch hoffentlich nicht geweckt?“
„Doch, wenn ich ehrlich sein soll.“
„Oh, dann ruf ich später noch mal an.“
„Nein Mum, ist schon okay. Was gibt’s?“
„Ich wollte dich fragen, ob du genau weißt, wann Lauri wiederkommt.“
„Öhh, nein. Warum?“
„Kannst du mir mal seine Handynummer geben?“
„Mum? Was willst du von Lauri?“
„Nichts besonderes, nur mal quatschen. Was ist nun?“
„Nur quatschen? Na klar! Rück raus mit der Sprache!“
„Das wirst du schon noch früh genug erfahren. Könntest du nun bitte die Nummer geben?!“
„0177/3366456.“ (frei erfunden natürlich! *g*)
„Danke. Schönen Gruß an deine Freundin Lisa.“
„Okay, Tschüssi!“
Ich legte auf und ging erstmal in die Küche um eine Aspirin einzunehmen. Und schon klingelte wieder das Telefon. Mit verdrehten Augen griff ich zu Telefon und nahm ab…

„Ja?“, kam es etwas genervt von mir.
„Oh, hab ich dich bei irgendwas gestört?“
„Ach du bists!“ – Lauri.
„Ich kann auch wieder auflegen!?“
„Nee, meine Mum hat mich eben angerufen und geweckt. Wie ich dich kenne schauste jetzt gerade auf die Uhr und schüttelst mit dem Kopf!?“
„Ertappt! Warst du gestern aus?“
„Ja, bin mit Lisa etwas um die Häuser gezogen.“
„Achso. Würde ich auch gerne wieder mit dir machen!“, kam es mit einem traurigen Unterton.
„Mhh… Du fehlst mir ganz schön! Vor allem abends und im Bett.“
„Im Bett?“
„Nicht so wie du das jetzt denkst!“
„Ach wie denke ich denn?“
„Idiot!“
„Das hab ich vermisst!“
„Was? Das ich dich Idiot nenne?“
„Mhh.“, stimmte er zu.
„Na, wenns nur das is’!“
Ich vernahm ein Lachen und hörte Gemurmel im Hintergrund.
„Wo bist du?“
„In Amerika.“
„Haha! Und wo genau in Amerika?“
„Öhhm, is’ doch egal!“
„Och Lauri, jetzt sag schon!“
„Nö!“
„Bist doof!“, tat ich beleidigt.
„Hörst du auf, wenn ich dir sage, es is’ ’ne Überraschung?“
„Mhh, okay..“, gab ich ihm nach.
„Ich muss jetzt wieder Schluss machen. Ich liebe dich. Bye!“
„Ich dich auch. Bye!“ Ich legte auf und ging mit guter Laune in die Küche und machte Kaffe. Wenige Minuten später kam auch schon Lisa aus dem Bad und wir tranken zusammen einen Kaffee. „Mensch, mir fällt ja gerade ein, dass du ja am Montag Geburtstag hast. Feierst du?“
„Nee, will nicht feiern. Ich feire erst wenn Lauri wieder da ist.“ Schon wieder klingelte das Telefon. „Irgendwann schmeiß ich es aus dem Fenster!“, fluchte ich genervt.
„Ja?“, tat ich nett.
„Ich bins noch mal.“
„Ja Mum, was gibt’s?“
„Du hast doch am Montag Geburtstag, ich würde gerne eine Feier organisieren.“
„Sei mir nicht böse, aber ich will erst feiern, wenn überhaupt, wenn Lauri wieder da ist. Ich fühle mich nicht ganz in der Stimmung zum Feiern. Das gestern war mal ’ne Ablenkung.“
„Wie am Montag. Da will ich oder eher gesagt wir wollen dich da auch nur auf andere Gedanken bringen. Ach komm schon, hab auch ’n schönes Geschenk.“
„…Okay. Mach was du willst. Ruf mich noch mal an, wenn mein Kater ganz weg ist wegen Einzelheiten, also Uhrzeit usw.“
„Mach ich, tschüss.“
„Bye Mum.“, legte ich genervt auf und erzählte kurz Lisa alles. „Komm geh hin. Sie machen das extra alles, damit du nicht so oft an Lauri denkst. Bitte, tus ihm zuliebe.“
„Okay.“ Mein Kaffee war nun schon kalt und ich ging mir frischen machen. Wir unterhielten uns nebenbei und aßen einen Joghurt, als ich merkte...

… das mit übel wurde. Ich rannte ins Bad und übergab mich. Ich wusch noch schnell das Gesicht und ging wieder zu Lisa. „Alles okay?“ „Mir war nur übel, wahrscheinlich noch vom Alk.“ „Na das glaub ich aber nicht! Dir wird nie danach schlecht und außerdem haste doch schon ’ne Aspirin genommen.“ „Haste eigentlich Recht, aber vielleicht hab ich auch nur was Falsches gegessen.“ „Dann würdest du jetzt mit Magenkrämpfen hier liegen! Geh mal lieber zum Arzt.“ „Ach ich geh doch nicht gleich, nur weil ich mich mal eben übergeben musste zum Arzt. Außerdem geht’s mir doch wieder gut. Mach dir mal nicht so viele Sorgen!“ „Lauri meinte aber, ich soll gut auf dich aufpassen.“ „Ich geh, wenns noch mal passieren sollte zum Arzt. Okay?“ „Versprich es mir!“ „Ich versprechs!“ … „Okay, ich geh dann mal nach Hause.“ „Okay.“ Ich begleitete sie bis zur Tür und verabschiedete mich.
Ich machte etwas sauber und bekam dabei Heißhunger auf Schokolade. Ich ging also in den Supermarkt und kaufte auch gleich noch anderes Zeug. Zu Hause angekommen, war es nun schon 18 Uhr. Ich begab mich zur Couch, machte es mir bequem und aß meine Schokolade, als mir schon wieder schlecht wurde. Das gefiel mir nun aber gar nicht. Vielleicht hatte ich doch so was wie ’ne Magenverstimmung?

Ich beschloss am nächsten Morgen zum Arzt, nachdem ich mich in der nacht noch mal übergab zu gehen und machte mich auch gleich nach dem Frühstück auf. Lisa erzählte ich lieber nichts, sonst hätte sie gleich Lauri informiert.
Ich wurde aufgerufen und ging mit einem ängstlichen Gefühl ins Zimmer.
„Also, was haben sie denn auf dem Herzen?“ Ich erzählte kurz und wurde auch gleich untersucht. Beim Ultraschall wurde das Grinsen des Arztes immer breiter. „Was grinsen sie denn so?“
Er hielt mir die Hand hin, worauf ich ihn fragend ansah. „Herzlichen Glückwunsch! Sie sind schwanger!“ Überglücklich fiel ich ihm in den Arm und machte mich dann gut gelaunt nach Hause. Ich dachte dabei nach, wie ich es Lauri wohl erzählen sollte und beschloss, vor meiner Feier niemandem davon zu erzählen. Gegen die Übelkeit bekam ich Tropfen verschrieben, die auch ganz gut halfen. Das Ultraschallbild legte ich in mein Schreibtischschubfach und betrachtete es jeden Tag. Ich konnte es gar nicht glauben. Wie Lauri wohl regiert?
Telefon:
„Ja?“
„Hi Melina! Wie geht’s dir?“
„Hi Lisa! Mir geht’s super!“
“Bei dir auch alles okay?”
„Jo, alles bestens. War also doch diesmal bloß vom Alk?“
„Ja, wahrscheinlich, danach war jedenfalls wieder alles ok.“
„Supi, Wollte mich auch eigentlich nur deshalb melden. Dann mach dir mal noch ’ne schöne Woche. Bis bald.!“
„Bis bald.“
Kaum legte ich auf, klingelte mein Handy. Komischerweise, störte mich das Telefon heute gar nicht.
„Ja?“
„Hi meine Süße, wie geht’s dir?“
„Lauri! Mir geht’s ganz gut.“
„Dir geht’s gut? Ohne mich?“
„Gesundheitlich ja, seelisch… weißt ja, wie sehr du mir fehlst!“
„Mhh, du mir auch. Ich halts bald nicht mehr aus.“
„Was is’n das nun für ’ne Überraschung?“
„Wärs ’ne Überraschung, wenn ichs dir verraten würde?!“
„Och menno!“
„Ich vermisse dich.“
“Ich dich auch. Habt ihr heute noch viel?“
„Naja, wie man’s nimmt. Das Übliche halt. Ich muss jetzt wieder los. Ich liebe dich, bis bald!“
„Ich dich auch. Bis bald.“ Ich legte auf und bekam schon wieder Heißhunger auf Schokolade. Ich hatte mir zum Glück letztens etwas mehr als gewöhnlich geholt und aß, was in mich rein passte.

Die Woche verlief ähnlich. Früh und Abend telefonierte ich mit Lauri, zwischendurch mal ein Telefonat mit meinen Eltern und Lisa, sonst Schlafen, Schreiben, Essen usw.

[Montag- mein Geburtstag] Ich stand gutgelaunt auf und startete meinen Tag mit einem Tee, da Kaffee für die nächsten Monate nun tabu war, naja, das war mir eigentlich egal, da ich noch nie son Kaffeefan war. Ich freute mich seit dem Ergebnis schon richtig auf die Feier, denn ich konnte es einfach nicht mehr länger für mich behalten. Am Vormittag verbrachte ich den Tag auf dem Sofa vorm Fernseher, da auf VIVA – PLUS das Konzert von Lauri und den Jungs ausgestrahlt wurde. Gegen Mittag legte ich mich noch etwas hin und ruhte mich aus, bis ich dann zu meinen Ellis fuhr. Ich klingelte und meine Mum umarmte mich gleich. „Alles Gute, mein Schatz.“ „Danke Mum.“ Mein Dad tat das gleiche und bat mich dann rein. Meine Großeltern waren schon da, die mir auch gleich gratulierten. Ich half meiner Mum noch etwas beim Decken des Tisches bis die anderen Gäste auch da waren. Alle gratulierten mir und wünschten mir Glück. Mir kam es spanisch vor, dass keiner nach Lauri nachfragte. Aber ich dachte mir nichts dabei. Ich freute mich schon auf das Telefonat mit ihm am Abend.
Wir tranken dann Kaffee und quatschen, danach packte ich meine Geschenke aus, als meine Mum meinte: „Ein Geschenk bekommst du noch, aber erst später.“ „Okay. Danke an alle!“, bedankte ich mich.
Nach dem Abendessen, quatschen wir alle, als es an der Tür klingelte. „Melina, dein Geschenk!“, rief meine Mum quer über den Tisch und forderte mich auf, die Tür zu öffnen. Gespannt ging ich zur Tür und öffnete sie. Mir fielen die Augen aus, als ich sah wer da stand.

„Lauri!“, fiel ich ihm überglücklich in die Arme. (Anm.: naja, war net so ne Überraschung, also für euch… wussten ja alle schon) „Happy Birthday, Kleines.“ Ich hätte ihn am liebsten gar nicht mehr losgelassen. Ich küsste ihn und zog ihn mit rein. Alle strahlten mich an. „Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk, was ihr mir machen konntet! Aber Lauri hat mir noch ein sehr schönes Geschenk gemacht!“ Er schaute mich verwirrt an. Ich zog das Ultraschallbild aus meiner hinteren Hosentasche und zeigte es Lauri. Ein Strahlen breitete sich in seinem Gesicht aus. Er nahm mich glücklich in den Arm „Du bist wirklich schwanger?“, fragte er flüsternd in mein Ohr. Ich nickte und küsste ihn. „Ich hab dich so vermisst.“ „Ich dich auch.“ Wir nahmen uns wieder fest in den Arm und küssten uns.

[Am nächsten Morgen] „Morgen Süße!“, flüsterte Lauri mir ins Ohr. „Och menno, ich will noch schlafen!“, nörgelte ich und drehte mich weg von ihm. „Na das kann ja was werden…“ Ich drehte mich wieder um und schaute ihn mit einem grimmig, fragenden Blick an. „Vergiss es wieder.“ Er beugte sich über mich und küsste meine Stirn. Ein Lächeln huschte über meinen Mund, da es etwas kitzelte. Ich öffnete wieder die Augen und lächelte ihn an. „Ich liebe dich!“, flüsterte ich.

Wir frühstückten und tranken Kaffee bzw. Tee, aßen Brötchen und Oliven! „Sag mal, Oliven so ohne alles nur eingelegt, soll wirklich schmecken?“ „Willste mal kosten?“, fragte ich und hielt ihm eine hin. „Nee, lass mal gut sein. Iss mal schön selbst. … Was denkst du wird es? Junge oder Mädchen?“ „Wenn ich von dem Durcheinanderessen ausgehe: ein Mädchen.“ Er schaute mich schief an. „Na wenn man durcheinander isst, dann wird es meistens ein Mädchen und isst man viel, aber normal, dann wird es ein Junge. Muss aber nicht immer stimmen.“ „Aja. Na dann…“ Er aß weiter und räumte dann alles ab. „Wie geht’s jetzt weiter?“ „Was meinst du? Mit meiner bzw. unserer Karriere?“ „Ja.“ „Mhh. Weiß noch nicht. Ich mein, wir sind ja gerade erst über all bekannt und..“ „…Und du bzw. ihr habt ’ne ganze Menge weiblicher Fans.“ „Ähh, ja. Naja, ich denke, wir sollten es schon bekannt geben, dass ich nach der Geburt aussetzen werde, demnach also auch die ganze Gruppe. Die wissen ja nicht mal, dass ich vergeben bin. Wenn das bekannt wird, dann haben wir sowieso erstmal ’n paar Fans weniger. Vielleicht, werden wir es auch erst kurz vor der Geburt bekannt geben. Ich weiß nicht so recht. Was meinst du?“ „Das müsst ihr schon unter euch ausmachen. Sag Pauli, Eero und Aki erstmal Bescheid, dann können wir oder ihr darüber reden.“ „Mhh, das mach ich gleich. Ist es okay, wenn ich erstmal zu ihnen abhaue? Oder sollen sie her kommen?“ „Nee, is schon okay. Ich schau derweil bei Lisa vorbei. Die weiß es nämlich noch nicht.“ „Mach das. Ich mach gleich los, kommst du gleich mit?“ „Mhh… ja. Wartest du kurz?“ „Klar.“ Ein schneller Kuss und ich verschwand noch mal im Bad. Wenige Minuten später, nachdem ich mich etwas geschminkt hatte, zogen wir uns an und machten los. Noch ein langer Kuss, bevor wir uns trennten und schon ging ich in das Haus, in dem Lisa ihre Wohnung ist. Ich klingelte und Lisa machte auf. „Oh, hey Melina! Komm rein.“ Ich ging mit einem Strahlen ins Wohnzimmer und setzte mich aufs Sofa. „Na du Grinsebacke! Was’n los? Lauri da?“ „Auch, aber noch besser! Ich bin schwanger.“ „Du bist…Ahhhh!“ schrie sie lachend. „Das ist geil! Wie hat Lauri reagiert?“ „Er hat sich sehr gefreut.“ „Die Übelkeit?“ „Genau, wollte es dir bloß noch nicht sagen.“ Sie umarmte mich stürmisch. „Und wie geht’s jetzt weiter?“ „Naja, so genau wissen wir das noch nicht. Er hat aber gemeint, dass, wenn das Kind da ist, er auf jeden Fall Pause macht. Aber bis jetzt wissen die Fans weder davon, dass er überhaupt vergeben ist, geschweige denn das ich schwanger bin. Das heißt, dass es dann ein paar Fans weniger gibt.“ „Die sollen ja nicht von Lauri sondern von der Musik Fan sein!“ „Haste Recht. Mal sehen, wies dann weiter geht.“ „Mhh. Wo ist er denn gerade?“ „Bei den Jungs im Hotel, mit ihnen einiges wegen der Pause und so abklären.“ „Aha.“ „Ich werde jetzt mal wieder los machen. Ist ja schon 12 Uhr. Ich geh etwas einkaufen und was zum Essen zaubern.“ „Mach das, sag Lauri und den Jungs ’n schönen Gruß.“ „Mach ich, bis bald.“, verabschiedete ich mich von ihr und ging zum Supermarkt.

Als ich mit bepackten Beuteln zu Hause ankam, hätte Lauri mich wahrscheinlich angefaucht, weil ich die schweren Tüten getragen hätte. Ich packte aus und kochte Tortellini. Wenige Minuten später kam Lauri auch schon. „Na Süße, alles okay bei dir?“ „Ja und wie haben die Jungs reagiert?“ „Ähh, sag mal, was riechten’ hier so verbrand?“ „Oh, scheiße!“, fluchte ich und rannte in die Küche. „Fuck!“, fluchte ich erneut. Alles war verbrand. Wütend warf ich alles in den Müll. Lauri stand in der Tür und lachte. „Was gibts denn da zu lachen?!“, fauchte ich ihn an. „Sorry, aber das sah gerade so süß aus…“ Mir wurde plötzlich übel; ich rempelte an Lauri vorbei ins Bad und tat, was ich seit den Tropfen nicht mehr tat. Ich ging wieder raus, wo Lauri schon wartete. „Ist alles okay?“ Ich nickte und ging ins Schlafzimmer. Warum auch immer, aber mir kamen die Tränen.

Ich stand am Fenster und schaute auf den Park. Warme Arme schlangen sich um meine Taille. „Was ist los, Kleines?“ Ich lehnte meinen Kopf an seinen und schwieg. „Wieso weinst du? Hast du Angst? Ist was passiert? Ist es wegen der Übelkeit gerade?“ „Nein.“ Ich drehte mich um und umarmte ihn. Er nahm mich fest in seine Arme und drückte mich an sich. „Ich hab Angst, dass ich das nicht durchstehe. Ich fühle mich jetzt schon manchmal so komisch.“ „Hey, wir schaffen das… zusammen. Du weißt doch, dass ich immer bei dir bin. Und ich werde jederzeit für dich da sein und kommen, wo auch immer ich oder wir gerade mal sind. Du weißt doch, wie wichtig du mir bist!?“ Er streichelte über meine Wange und strich mir die Strähnen aus dem Gesicht. Er legte seine Stirn an meine und nahm meinen Kopf in seine Hände. „Ich liebe dich.“ „Ich dich auch. Weißt du noch vor knapp 4 Jahren? Da waren wir gerade mal gute Freunde und wir haben deinen Geburtstag in unserer Halle, in der wir immer probten gefeiert.“, erinnerte er sich. Ich lächelte und nickte leicht. Ich konnte mir alles vorstellen, als wäre es erst gestern gewesen. Er nahm mich noch mal fest in seine Arme und küsste mich. „Mit den Jungs ist alles geklärt. Sie haben sich riesig gefreut. Wir haben uns so geeinigt, dass wir nach der Geburt ein Jahr Pause mindestens einlegen. Und die Termine in den letzten 6 Wochen, werde wir nur in deiner Nähe machen, dass wenn was sein sollte, ich oder ein anderer jederzeit kommen kann.“ Das beruhigte mich. „Wie lange hast du eigentlich noch vor hier zu wohnen? Willst du nicht wieder zurück nach Helsinki?“ „Doch schon, aber so lange ihr unterwegs seid, bin ich lieber hier, bei Freunden und meiner Familie.“ Er nickte. „Wann müsst ihr wieder los?“ „Wir haben erstmal 2 Wochen frei. Danach promoten wir noch etwas unser Album hier in Deutschland.“ „Nehmt ihr mich mit?“ „Wenn es für dich okay ist mit dem Stress und so?“ „Lauri ich bin schwanger und nicht krank oder so!“ „Na is ja gut, aber ich will nicht, dass es dir in irgendeiner Weise schlecht geht, wegen dem Baby.“ „Ich mach mich bemerkbar.“

Am Abend schauten wir noch etwas fern und gingen schon zeitig ins Bett. Ich kuschelte mich dicht an Lauri und fiel in einen tiefen, traumlosen Schlaf. Am Morgen wachte ich von klirrenden Geräuschen auf. Ich drehte mich um und.. kein Lauri. Ich stand auf und ging raus. Lauri machte Frühstück. „Morgen mein Schatz, ausgeschlafen? Oder hab ich dich geweckt?“ „Ja, vom Klirren, aber sonst hab ich gut geschlafen.“ „Tut mir leid. Oliven oder heute was anderes?“ Ich streckte ihm die Zunge raus und ging zu ihm. „Dich!“, flüsterte ich, während ich mir eine saure Gurke aus dem Glas nahm. Er grinste hämisch und küsste mich. „Bähh, du schmeckst nach saurer Gurke!“, nörgelte er und ich deutete auf die Gurke in meiner Hand, die er abbiss.
„Dachte du magst keine saure Gurke?!“ „Hab ich nich gesagt!“ Ich schaute ihn mit hochgezogenen Augen an und küsste ihn wieder. „Was wollen wir heute noch machen? Zu Hause bleiben?“, fragte ich während ich genüsslich an meinen Gurken knabberte. „Was du willst!“ „Dann gehen wir wieder ins Bett!“ „Von mir aus!“, grinste er. „Lass und spazieren gehen im Park.“ „Dein Wunsch ist mir Befehl! Lässt du das an?“ „Hä?“, schaute ich ihn schief an. „Na dein Nachtkleid.“ Ich schaute mir mein seidenes, schwarzes, kurzes, ärmelloses Kleid an und grinste ihn an. „Hättste wohl gern?!“ „Joa!“ „Haste mal aufs Thermometer geschaut? Es sind -2° C! Da kannst selbst du mich nicht mal wärmen!“ „Och schade!“, tat er beleidigt. Ich stand auf und setzte mich seitlich auf seinen Schoß, hielt ihm eine saure Gurke vor den Mund, die er abbeißen wollte, ich aber rechtzeitig zurückzog. „Ey, werd mal nich frech!“, meinte er und biss dann von der Gurke ab und grinste siegesfreudig. Ich aß den Rest und küsste ihn.

Als wir frierend von dem Spaziergang wieder kamen, ließ ich uns die Wanne ein und Lauri machte Tee. Ich wollte gerade in die Wanne steigen, als ich merkte, wie Lauri meine Schulter küsste. Ich drehte mich um und küsste ihn, während ich ihm seine Sachen auszog. Ich zog ihn in die Wanne und setzte mich vor ihn, lehnte meinen Körper an seinen und legte meinen Kopf an seine Schulter. Wir genossen die Ruhe und die Wärme und tranken unseren Tee. Er hatte eine Hand auf meinen Bauch gelegt und streichelte ihn sanft. „Lauri, wie solls denn weiter gehen, wenn du oder ihr wieder los müsst?“ „Na du kommst mit!“ „Ach, tue ich das?“ „Na, ich dachte?! Sagtest du das nicht letztens?“ „Hab ich das?“, fragte ich ihn verwundert. Ich drehte meinen Kopf zu ihm und schaute ihn fragend an. Misstrauisch schaute er mich an. „Geht’s dir auch wirklich gut?“ „Mensch, kann doch jeder Mal was vergessen!“, tat ich beleidigt. Er küsste und knabberte an meinem Ohr. „Hey, das krabbelt!“, lachte ich. Ich drehte mich zu ihm um, kniete mich vor ihn, schlang meine Arme um seinen Hals und küsste ihn. Er legte seine Arme um meine Taille und küsste meinen Hals. „Darf man das während der Schwangerschaft?“, fragte er vorsichtshalber. Ich nickte und küsste ihn wieder…

[3 Monate später] Wir waren in der Schweiz und in Österreich, wie auch benachbarten Ländern viel unterwegs. Ich war mittlerweile im 7. Monat, fast im 8. Monat, und man konnte schon eine Wölbung erkennen. Lauri ‚trug mich auf Samthandschuhen’ und die Jungs taten auch alles, damit es mir und dem Baby bestens ging. Noch eine Woche und sie hatten erstmal für eine Woche frei, die wir alle in Helsinki verbringen wollten.

(Ankunft in Helsinki) Zu Hause angekommen, legte ich mich etwas hin, da mir etwas unwohl war, vom Flug.

„Ich koche dir einen Tee.“ „Danke.“, sagte ich und machte es mir auf dem Sofa in seiner Wohnung bequem. Ein paar Minuten später kam er zurück mit einer Tasse Tee und setzte sich an die Sofakante. Er deckte mich zu und streichelte mich. „Ich habe morgen einen Ultraschalltermin, kommst du mit?“ „Klar komme ich mit!“ Ich lächelte glücklich. „Wie wollen wir sie oder ihn nennen?“ fragte er. „Ich weiß nicht, welcher Name gefällt dir denn?“ „Tonii oder Milou.“ „Also Milou gefällt mir auch, aber du wirst mich nie dazu bringen, unseren SOHN Tonii zu nennen!“ „Wieso nicht? Ich find ihn cool!“ Nach einem genervten Blick von mir, küsste er mich. Ich erschrak, als ich etwas spürte. „Was ist?“ „Es.. es hat sich bewegt!“. Ich nahm seine Hand und legte sie auf meinen Bauch. Gespannt, dass etwas passieren würde, warteten wir. … „Och man!“, war er enttäuscht. „Es wird schon noch mal passieren.“ Ich küsste ihn und nahm einen Schluck von meinem Tee.

Am Abend, ging ich schon ins Bett, während er noch duschte. Nur mit einem Handtuch umgebunden und eins um den Hals gelegt, kam er noch etwas nass ins Schlafzimmer. „Was grinst’n so?“ „Der Anblick gefällt mir!“, grinste ich breit. „Ach?“ Er kam zu mir und setzte sich aufs Bett direkt vor mich. Ich nahm das Handtuch, welches um seinen Hals gelegt war und trocknete seine Schultern. „Kannst gerne weiter machen!“, grinste er hämisch. Ich grinste zurück und küsste seine Schulter. Doch dann stoppte er. „Du musst dich schonen!“ Ich zog einen Schmollmund und ließ mich von ihm in die Kissen leicht drücken. „Ja Hr. Arzt!“, folgte ich seinem Befehl. „Obwohl ich gern…“ Er dreht sich um als er sich sein Shirt nahm und grinste breit, auf meine Aussage, als er wieder ins Bad ging. Hatte schon so einige schwere Seiten, diese Schwangerschaft. Als er wieder kam, war ich schon halb eingeschlafen. Er legte sich neben mich, ich drehte mich zu ihm und kuschelte mich dicht an ihn. Er legte seine Hand auf meinen Bauch und streichelte ihn sanft.

Von unwohlen Gefühlen im Bauch, wachte ich auf. Ich löste mich sanft von Lauri und schaute auf die Uhr, die mir verriet, dass es gerade erst 4 Uhr morgens war. Ich stand auf und ging ins Bad. Ich wusch mir mit kaltem Wasser das Gesicht und ging auf den Balkon. ‚Jetzt war wohl Junior erwacht?!’, dachte ich mir und ging wieder ins Bett. „Was ist los Süße?“, fragte Lauri im Halbschlaf. „Mir war nur etwas unwohl.“ Schon drehte er sich um und schaute mich mit sorgengefüllten Augen an. „Unser Junior ist nur erwacht!“, grinste ich verkrampft. Er legte seine Hand auf meinen Bauch und fühlte. Bei dem nächsten Tritt schaute er mich begeistert an. „Ist wohl ’n Nachtgänger!?“, meinte ich und schaute Lauri fragend an. Er schob mein oder eher gesagt sein Shirt hoch, das er mir gegeben hatte, weil meine alle zu eng waren. Er legte seinen Kopf leicht auf meinen Bauch und streichelte ihn immer noch sanft. „Ob es uns hören kann?“ Ich zuckte unwissend mit den Schultern. Er begann leise ‚liquid’ zu singen und schloss dabei seine Augen, ich ebenfalls. Ich schlief, als es sich langsam wieder beruhigte wieder ein.

Am nächsten Morgen wachte ich von Küssen auf meinem Bauch auf. „Tust du mir einen Gefallen?“, fragte er kaum als ich meine Augen geöffnet hatte. „Kommt ganz darauf an.“, meinte ich darauf.

„Sei heute einmal vernünftig und mach keine anstrengenden Sachen, wenn ich heute weg muss!“ „Wie du musst weg?!“ „Wir müssen heute nach Stockholm fliegen, habe gerade mit unserem Manager gesprochen…“ „Och nö! Du hast es versprochen!“ „Ich weiß Süße! Bitte reg dich nicht auf!“ „Wie soll ich mich da bitte nicht aufregen?“, voller Wut schmiss ich die Decke von mir und stand auf. „Hey Süße! Warte bleib stehen!“ Zu spät, da hatte ich schon die Badezimmertür zugeschmissen und abgeschlossen. Ich stützte mich am Waschbecken auf und sah in den Spiegel. Die Wut in mir hätte den Spiegel zersplittert, könnte diese sich in ihm widerspiegeln. Das Baby strampelte verrückt in die Richtung meines Magens, was mir auch den Appetit auf das Frühstück verschlug und Lauri klopfte die ganze zeit gegen die Tür und quatschte, dass es ihm leid tue, doch davon wollte ich nichts wissen. Er hatte mir versprochen, höchsten was in meiner Nähe was zu machen, sprich alles in der Nähe Helsinkis. Ich duschte mich, machte mich fertig und rauschte an ihm vorbei, als ich die Tür öffnete. Er hielt mich am Handgelenk fest. „LASS mich los!“, raunte ich ihn an. „Ich muss zum Ultraschall, ist mir nämlich wichtiger!“, riss ich mich von ihm, nahm meine Jacke und verschwand zur Wohnungstür raus. Das Baby strampelte immer noch wie verrückt und das war schon ganz und gar nicht mehr angenehm. Bei meinem Arzt angekommen, musste ich auch nicht mehr lange warten. Ich musste mich auf eine Liege legen und den Bauch frei machen. Er machte Ultraschall und erklärte mir alles, doch wirklich freuen konnte ich mich nicht. Ich hatte mich so gefreut, dass Lauri mit kommt und wir zusammen unser Baby sehen. Er wusste genau, wie wichtig mir das war, dass er mitkommen würde. Er wusste gar nicht, wie weh er mir damit getan hatte. Ich machte wieder einen neuen Termin aus und ging mit meinem Ultraschallbild in der hand nach Hause. Ich stand an der Ampel, an der ich warten musste, um die Straße zu überqueren, als ich einen Stoß in den Rücken verspürte.

Ich wurde auf die Straße geschuppst und von einem angefahrenen Auto erfasst.

Quietschende Autoreifen waren zu hören und Melina lag am Boden. Der Autofahrer hielt an und stieg aus, um nach ihr zusehen. Sie war bewusstlos und das Ultraschallbild lag neben ihr. Der Mann rief sofort den Notdienst, der auch schon wenig später kam. Melina wurde sofort ins Krankenhaus gebracht und untersucht. Man rief gleich lauri an, der auch sofort kam und ungeduldig draußen wartete. Nach 5stündiger OP, wegen dem Baby brachte man Melina in ein Einzelzimmer. Sie hatte viele Schürfwunden und ihr rechter Fuß war verstaucht, sonst hatte sie großes Glück. Lauri war geschockt, als er seine Melina mit den Schürfwunden im Gesicht sah. In dem Moment packte ihn die Angst – was war mit dem Kind? Er suchte einen Arzt auf und fragte nach. „Wir konnten das Kind retten, es liegt in einem Brutkasten. Möchten sie es sehen?“, Lauri nickte glücklich und folgte dem Arzt. Er brachte Lauri in ein Zimmer, in dem mehrere Kinder in Brutkästen lagen. Sie gelangen an dem richtigen an und Lauri betrachtete das Frühchen. Es war ein Mädchen. „Sie haben eine wunderschöne Tochter!“ „Danke! Wie lange dauert es denn bis sie da raus kommt?“ „Da ihre Frau oder Freundin schon im 8. Monat war, wird es nur einen Monat dauern. Sie ist schon gut entwickelt, deshalb machen wir uns um die Kleine auch keine großen Sorgen. Wissen sie denn schon, wie sie sie nennen wollen?“ „Nein noch nicht.“ Der Arzt lächelte ihn an und ließ ihn allein. Lauri legte eine Hand an die Scheibe durch die man auf das Baby schauen konnte und betrachtete sie. Er war so glücklich, dass ihr nichts passiert war. Er lächelte zu ihr und ging erst einmal zu Melina zurück, die inzwischen wach geworden war. Sie sah Lauri mit traurigem Blick an. „Süße was machst du denn?“ Er setzte sich an die Kante des Bettes und strich ihr übers Haar. „Was ist mit dem Baby?“ Er lächelte sie an: „Sie ist wohl auf!“ „Sie?“ „Ja, es ist ein Mädchen. Sie liegt in einem Brutkasten und wird darin einen Monat liegen müssen.“ Sie strahlte ihn an, doch nur kurz, denn ihr Kopf schmerzte immer noch. „Geht’s dir nicht gut? Tut dir was weh?“ „Ich hab solche wahnsinnigen Kopfschmerzen.“ „Ich schaue mal nach einem Arzt.“
Nachdem Melina eine Tablette bekam, ging es ihr auch schon wieder besser. „Wie wollen wir sie nennen?“, fragte Lauri. „Such du einen Namen aus, bitte!“ „Hm…“, überlegte er, „… wie wers mit Sarah (anm.: englisch ausgesprochen!)“ Sie nickte und griff nach seiner Hand. Er strich sanft über ihren Handrücken. „Wie sieht sie aus?“ „Sie hat deinen Mund und deine Augen… Sie ist wunderschön, wie du!“, erzählte er mit einem verträumten Lächeln. Sie lächelte ihn ebenfalls an. „Wann kann ich wieder raus?“ „Ich glaube, sie wollten dich für ein paar Tage noch hier behalten. Soll ich die Nacht hier bleiben?“ „Musst du nicht, sag lieber den Anderen bescheid und komm morgen früh wieder. Ich werde für den Rest des Tages bis morgen bestimmt schlafen. Ich bin noch ziemlich schwach und müde.“ „Okay mein Schatz. Ich geh dann, damit du schlafen kannst. Ruh dich schön aus! Ich liebe dich, bis morgen!“ Sie lächelte ihn an, nachdem er ihr einen sanften Kuss gab; dann ging er.

Melina schlief wenig später schon ein. Am nächsten Morgen wachte sie auf und ihre Kopfschmerzen waren zum glück wieder weg. Ein Arzt kam rein. „Guten Morgen! Wie geht es ihnen?“ „Danke, besser.“ „Schön. Und wenn sie glück haben und ihre Untersuchungsergebnisse positiv ausfallen, werden wir sie auch schon entlassen können.“ Sie lächelte glücklich. „Kann ich meine Tochter sehen?“ „Deswegen bin ich hier. Ziehen sie sich ihren Morgenmantel an.“ Er half ihr auf, da es wegen ihrem Fuß nicht so einfach war auf und sie zog ihren Morgenmantel an. Sie bekam Krücken und er führte sie zu ihrer Tochter. Als Melina die Kleine sah, flossen ein paar Tränen. Sie war so klein und niedlich. Wie Lauri es gesagt hatte, ihren Mund und ihre Augen doch die Nase ihres Papas. Sie schmunzelte. „Und der Kleinen geht es wirklich gut?“ Der Arzt nickte. „Kommen sie, wir werden uns noch mal ihren Fuß ansehen und sie untersuchen und alles wegen der eventuellen Entlassung klären.“
Nach unzähligen Tests etc. war alles geklärt und sie durfte tatsächlich schon nach Hause. Lauri wartete schon in ihrem Zimmer. „Na Süße! Ich hab schon gewartet!“ „ich kann nach Hause!“ „Echt? Jetzt? Sofort?“ Sie nickte. Er nahm sie in den Arm und half ihr beim Anziehen, wegen dem Fuß. „Wann geht denn das mit deinem Fuß weg?“ „Ca. 2 Wochen meinte der Arzt.“ „Na dann bloß nach hause, aber vorher noch zu unserer Tochter, ja?“ „Ich hab sie vorhin gesehen. Sie hat deine Nase!“, grinste sie ihn an. „Na und! Ich bin stolz auf meine Nase!“ Sie humpelte zu ihm, grinste ihn an und gab ihm einen Kuss auf die Nase.
Nach dem sie fertig waren gingen bzw. humpelten sie zu Sarah und blieben noch etwas bei ihr.

Wieder zu Hause (einen Monat später) vom Besuch im Krankenhaus, aßen sie erstmal was zu Mittag. Melina konnte wieder richtig laufen und auch die Schürfwunden waren so gut wie abgeheilt. Ihr ging es eigentlich wieder richtig gut. Beide waren glücklich, denn morgen würden sie ihre Sarah abholen dürfen.
„Lauri?“ „Mhh?“ „Kochst du was schönes?“, himmelte sie ihn an. Er setzte einen gespielt überlegten Blick auf und gab ihr einen Kuss. „Klar!“ „Warum können wir Sarah denn nicht heute schon mitnehmen?“ „Die Ärzte werden schön ihren Grund haben Süße!“ Melina folgte ihm in die Küche und setzte sich auf die Küchenzeile, während sie ihm beim Gemüseschnippeln zusah. „Willst da jetzt die ganze Zeit sitzen?“ „Klar! Muss doch aufpassen, das de dich nich schneidest!“, zwinkerte sie ihm zu. Er sah mit einem prüfenden Blick an. „Was guckst du so?“ „Wann hab ich dich eigentlich das letzte Mal so richtig durch gekrabbelt?“ „Nein! Wagst dir!“, schon rannte sie weg ins Schlafzimmer, doch Lauri packte sie von hinten und kitzelte sie durch. Ihre liefen die Tränen vom Lachen und sie flehte ihn mehrmals an: „Lauri… bitt… bitte hör … hör auf!“ „Meinst du es ist genug?“ Sie nickte. „Wieso weinstn du jetz?“ „Idiot!“ „Hey ! ich kann auch gern weiter machen!?“ „Nein bitte nicht! Ich tu auch alles was du willst!“ „Alles?“ „All.. äh.. was hast du vor?“ Er grinste sie an und schon spürte sie seine Lippen auf ihren. Genau das war es, was beide so vermisst hatten; die Zärtlichkeiten und Küsse…
Schnell waren beide ihre Oberteile los. Lauri küsste ihren Hals und tastete sich vor zu ihrem Bauchnabel; sie hatte die Augen geschlossen und genoss jede einzelne Berührung…

Melina wachte auf, da draußen der Regn auf die Dachrinnen platschte. Lauri schlief noch. Sie gab ihm einen sanften Kuss auf die Schläfe und löste sich von ihm. Sie stand auf, um etwas zu trinken. Es war schon 2 Uhr morgens und draußen natürlich stockdunkel. Sie trank einen Schluck und ging kurz ins Bad. Dort zog sie sich ihren Morgenmantel über und ging dann auf den Balkon. Es war kühl, aber es ging kein Wind. Sie nahm den Geruch des nassen Asphaltes auf und lehnte sich an die Hausmauer. Die Balkontüre knirschte, sie erschrak und drehte sich um. Lauri kam zu ihr. Er lächelte sie an. „Was machst du hier draußen? Es ist doch kalt!“, fragte er in einem leicht besorgtem Ton. Er schlang seine Arme von hinten um ihre Taille und stützte seinen Kopf auf ihre Schulter. „Ist irgendwas?“ Sie schüttelte den Kopf. „Nein, ich wollte bloß was trinken, als ich wach wurde und dann bin ich einfach mal hier raus gegangen. Ich liebe diesen Geruch von nassen Asphalt und das Geräusch, wenn der Regen auf die Dächer platscht.“ Er lächelte verträumt vor sich hin, während sie erzählte. Beide blieben noch eine Weile stehen, doch als es dann beiden zu kalt wurde, legten sie sich wieder ins Bett. „Und jetzt musst du mich aber wärmen!“ Lauri sah sie schief an. „Wer wollte denn auf den Balkon?“ Sie sah ihn mit ihrem Dackelblick an, dem er nie widerstehen kann und schon grinste er sie an. „Na los Süße, komm her!“ Sie kuschelte sich ganz dicht an ihn, er schlang seine Arme fest um sie und schon wurde ihr wieder wärmer. So schliefen auch beide wieder ein. Als sie am nächsten Morgen gefrühstückt hatten, was man nicht gerade Frühstück nennen konnte, da beide so aufgeregt waren, dass sie nur einen Kaffee runter bekamen, machten sich beide auf den Weg zum Krankenhaus. „hast alles dabei Süße?“ „Also ich glaub schon.“ Sie zählte nochmal alles auf und Lauri prüfte nach. „Jepp, alles in der Tasche.“, bestätigte er und schon waren sie weg.

Nachdem die beiden Sarah abgeholt hatten und wieder zu Hause waren, warteten Hanna, der rest der Band, die Mitglieder von Killer und noch andere Freunde. Nach vielen Glückwünschen und begrappeln ihrer Kleinen, waren Beide wieder ungestört.

Sie hatten viel Stress die nächsten 2 Jahre über, doch zum Glück hatte Lauri frei. Der Presse gaben sie alles bekannt und es wurde auch tatsächlich mal wahrheitsgemäß geschrieben. Lauri und Sarah waren wie ein Herz und eine Seele, war er einmal wegen der Band nicht da, merkte sie es und sie machte Theater. Doch auch ohne Melina war es nicht anders, man konnte sagen die Ganze Familie war ein Herz und eine Seele.

Heute war der erste Tag an dem TR sich wieder ins Studio begeben wollten. Melina war mit Sarah im Park spazieren, als Lauri anrief:

„Was gibt’s?“
„Süße, wir haben ein Problem hier, es kann also heute ziemlich spät werden. Tut mir leid.“
Sie seufzte: „Was ist denn?“
„Er klär ich dir, wenn ich wieder da bin. Ich liebe dich, bis dann…“, schon hatte er aufgelegt. Ihr kam es etwas komisch vor, doch dachte sie sich nichts weiter dabei.
Wieder zu hause legte sie Sarah schlafen, da es schon spät für sie war. Melina aß noch etwas, setzte sich vor den Fernseher und wartete auf lauri, wollte sie zu mindest, doch er kam nicht und sie schlief auf der Couch ein.
Gegen 4 Uhr morgens klappte die Tür und Lauri kam. Als er am Wohnzimmer vorbei kam, sah er sie auf dem Sofa liegen. Er hockte sich zu ihr und strich über ihre Wange. Sie schreckte auf. „Lauri!“
„Ja ich bins nur! Hab ich dich erschreckt?“ „Ich hab schlecht geträumt.“ „Was denn?“ „Ach nichts bedeutendes..“ „Wollen wir nicht lieber ins bett gehen?“ Sie nickte immer noch verwirrt von ihrem Traum. Lauri sah noch schnell nach Sarah, die friedlich in ihrem Bett schlief. Melina ging einfach dieser Traum nicht aus dem Kopf.



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